Stadtplanung

Architekten legen "Visionen für Freiburg" vor

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Fr, 07. Dezember 2018

Freiburg

Vorschläge zur Stadtplanung.

FREIBURG. Der Zeitpunkt ist günstig gewählt: Der Oberbürgermeister ist noch jung im Amt und zeigt sich für viele Anregungen aufgeschlossen. Und so hat Martin Horn auch wohlwollend aufgenommen, was ihm der Freiburger Bund Deutscher Architekten (BDA) unter der Überschrift "Nur Mut" als "Visionen für Freiburg" vorgelegt hat.

Darin geht es insbesondere um eine Stärkung der Stadtplanung. Die Architektinnen und Architekten schlagen vor, den in Arbeit befindlichen Perspektivplan fortzuentwickeln zu einem umfassenden Überblick städtebaulicher Möglichkeiten in Freiburg. Zudem sollten die Stadtplaner auch zuständig sein für den öffentlichen Raum wie etwa auf dem Rotteckring (und nicht das Tiefbauamt).

Zu den BDA-Ideen gehören zudem eine Bundesgartenschau entlang der Dreisam bis nach Umkirch und eine Internationale Bauausstellung im künftigen Stadtteil Dietenbach.

Mit solchen "Visionen", entstanden in mehrtägigen Workshops, hatte der BDA vor zehn Jahren im Rathaus noch heftige Gegenreaktionen erzeugt. Aber damals hatte er auch sehr konkret nach einem Baubürgermeister gerufen und nach einer tabulosen Überprüfung aller Chancen zur baulichen Nachverdichtung der Stadt. Heute gibt er sich zurückhaltender, auch wenn er am Donnerstag zwölf statt wie damals nur neun "Visionen" präsentierte.

Darunter sind ganz große Projekte wie der verkehrsberuhigte Dreisamboulevard (nach dem Bau des Stadttunnels), die Erschließung des Schlossbergs als Stadtpark, vor allem aber der Umbau der Gewerbegebiete in urbane Quartiere, in denen Wohnen und nichtstörendes Arbeiten in direkter Nachbarschaft existieren können – ein Modell, das auch für die übrige Stadt anzustreben sei.

Weil die Architektinnen und Architekten einiges auszusetzen haben an der Gestaltung der Kronenbrücke und deren Geländer, zudem am Rückbau des Werderrings, fordern sie Wettbewerbe auch für kleinere Bauvorhaben oder Brücken, und eine Mitsprache des Gestaltungsbeirates bei solchen Planungen. Denn die Reduzierung der großen Verkehrsflächen, ihre Rückgewinnung als Stadtraum verlange "mutige Konzepte" – und nicht bloß die Vertreibung des Autoverkehrs.