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08. August 2012 00:05 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Assad-Regime wiegelt ab

Der Iran hat sich im Syrien-Konflikt demonstrativ an die Seite des bedrängten syrischen Staatschefs Baschar al-Assad gestellt. Der will von einer geschächten Machtbasis nichts wissen.

  1. Assad-Anhänger. Foto: AFP

Nach dem Seitenwechsel des syrischen Ministerpräsidenten Riad Hidschab versucht das Regime in Damaskus den Eindruck zu erwecken, als wäre überhaupt nichts passiert. Syrien sei ein "Staat von Institutionen", die Flucht eines Einzelnen, auch wenn er eine gewisse Berühmtheit erlangt habe, werde den Staat daher nicht schwächen, behauptete Informationsminister Omran al-Soubi nach einer Dringlichkeitssitzung des angeblich vollständig angetreten syrischen Kabinetts unter neuer Führung. Tatsächlich dürfte die Flucht von Riad Hidschab, der inzwischen in Katar eingetroffen ist, dem Assad-Regime gehörige Bauchschmerzen bereiten.

In Damaskus vergeht ohnehin kein Tag ohne Hiobsbotschaften für das Regime. Ein Beispiel dafür ist die Entführung von 48 mutmaßlichen iranischen Pilgern durch die "Freie Syrische Armee" (FSA), die ihre Geiseln als Mitglieder der iranischen Revolutionsgardisten präsentierte. Das Kidnapping wird inzwischen auf allerhöchster Ebene behandelt: Irans Revolutionsführer Ali Khamenei schickte den Chef für nationale Sicherheit, Said Dschalili, nach Damaskus, wo er vor laufenden TV-Kameras von Staatschef Assad empfangen wurde. Der war zuletzt vor drei Wochen im Fernsehen aufgetreten. Über den Inhalt der Gespräche wurde Stillschweigen vereinbart. Vermutlich dürften Damaskus und Teheran sich aber einig sein, sich von der FSA nicht erpressen zu lassen. Diese verlangt den Rückzug der regulären syrischen Armee aus Aleppo. Anderenfalls würden die iranischen Geiseln erschossen. Drei von ihnen sollen bereits ums Leben gekommen sein.

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In Aleppo haben sich Rebellen offenbar ins Stadtzentrum vorgekämpft. Aber auch das syrische Staatsfernsehen berichtet von großen Erfolgen im "Kampf gegen die Terroristen". Unparteiische Beobachter konnten die Erfolgsmeldungen beider Parteien bislang nicht bestätigen.

Autor: Michael Wrase


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