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02. August 2012 00:02 Uhr

Syrien

Assad: Schicksal hängt an Aleppo

Nach langem Schweigen hat sich Syriens Staatschef Baschar al-Assad schriftlich zu Wort gemeldet. Der Diktator erklärte die Schlacht um Aleppo zur Schicksalsfrage Syriens und seiner eigenen Zukunft.

Assad brach sein Schweigen in einer im Staatsfernsehen verlesenen Rede anlässlich des 67. Jahrestags der Gründung des Heeres. "Das Schicksal unserer Menschen und unserer Nation, in der Gegenwart und der Zukunft, hängt von dieser Schlacht ab", sagte Assad wörtlich. Zum wiederholten Mal machte er "interne Feinde" und "ausländische Mächte" für die Unruhen in seinem Land verantwortlich. Seine Armee pries Assad als "Quelle des Stolzes und Verteidiger gerechter Ziele".

In der Schlacht um Aleppo scheinen die syrischen Streitkräfte in den vergangenen Tagen ins Hintertreffen geraten zu sein. Sprecher der Freien Syrischen Armee (FSA) behaupteten gegenüber amerikanischen Journalisten, 70 Prozent der Drei-Millionen-Stadt zu kontrollieren. Innerhalb weniger Tage werde man Aleppo vollständig erobert haben.

Westliche Kriegsberichterstatter in Aleppo sehen die Rebellen im Aufwind. Beide Seiten hätten enorm hohe Verluste hinnehmen müssen. Zur Unterstützung der ins Hintertreffen geratenen Bodentruppen setzte das Assad-Regime Kampfflugzeuge und Helikopter ein.

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Bei ihrem Eroberungszug durch Aleppo haben die Rebellen offenbar auch eine Reihe von Gräueltaten begangen – und stolz dokumentiert. Auf einem Video auf Youtube sieht man, wie vier mutmaßliche Milizionäre in Unterwäsche vor eine Hauswand gestellt und erschossen werden. Über 30 Sekunden anhaltendes Gewehrfeuer ist zu hören. Die begeisterten Schaulustigen skandieren "Gott ist groß". Selbst auf die toten Assad-Leute wird geschossen. Ein FSA-Sprecher versuchte, die Hinrichtung mit Gräueltaten der sunnitischen Berri-Beduinen zu rechtfertigen. Diese kündigten in einer Erklärung an, mit 40 000 Stammeskämpfern die syrische Armee in Aleppo zu unterstützen.

Derweil hat auch das brutale Vorgehen der syrischen Machthaber gegen Oppositionelle nach Einschätzung von Amnesty International einen Höhepunkt erreicht. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervor, der auf Recherchen der Menschenrechtsorganisation von Ende Mai in Aleppo basiert. Der Report dokumentiert, wie Regierungstruppen und die regimetreue Schabiha-Miliz Protestierende verletzen und töten.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schickt Nahrungsmittel nach Aleppo. Die Hilfe für 28 000 Menschen solle in den kommenden Tagen verteilt werden, gab die UN-Organisation in Damaskus bekannt.

Autor: Michael Wrase und unseren Agenturen


7 Kommentare

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2035

02. August 2012 - 19:48 Uhr

Herr Lauck, Ihr Beitrag erscheint mir sinnfrei.

Im Fall Syrien ist eine religiöse Diktatur dabei, eine weltliche Diktatur abzulösen, mit der Brutalität, die im Artikel beschrieben ist. Diese Entwicklung scheint im Westen gewollt zu sein, auch von Kräften, die schmerzhaft aufschreien, wenn bekannt wird, dass ein Priester in den 60er Jahren mal einen Ministranten geohrfeigt hat.

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1077

03. August 2012 - 09:06 Uhr

" Die Hitlerattentäter wollten im Falle des Erfolgs die Nazidiktatur in anderer
Form fortsetzen "
Herr Lauck, dieser Satz wird den " Attentätern " um Staufenberg nicht gerecht.
In Syrien wird die derzeitige Diktatur über lange Zeit durch einen mörderischen Rachefeldzug abgelöst werden und es wird diesmal die treffen, die den Sunniten nicht genehm sind.

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

03. August 2012 - 11:25 Uhr

Soviel zum Thema, dass Aleppo ein "Stalingrad" Syriens ist.

http://meta.tagesschau.de/id/63647/syrien-experte-es-stimmt-nicht-dass-ganz-aleppo-brennt

Das ganze ist aufgeblasener Müll sensationsgeiler Medien im Westen

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3983

03. August 2012 - 11:31 Uhr

Bewunderndswert, Herr Willmann, wie Sie es als Einziger wohl schaffen, den Wahrheitsgehalt von Kriegsberichterstattungen derart exakt bestimmen und abgrenzen zu können.

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1077

03. August 2012 - 11:37 Uhr

Herr Willmann,
wenn das Geschehen in Syrien aufgeblasener Müll ist, dann reisen Sie doch
rasch nach Aleppo und erfreuen sich an der hübschen Stadt !

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3983

03. August 2012 - 11:50 Uhr

In der Tat, Herbert. Besonders sehenswert dort ist die Zitadelle auf dem Hügel im Stadtzentrum sowie der größte Basar der Welt (gemessen an der Kilometersumme der überdachten Basargassen).

Habe dort selbst sogar das einzige Mal im Leben bislang eine Kamelmetzgerei gesehen.

Sehr schön zu lesen ist dies hier, wenn auch schon mehr als 10 Jahre alt:

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/syrien-burgen-basare-und-badehaeuser-a-173523.html

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Marc A. Willmann

Registriert seit: 04.07.2012

Kommentare: 262

03. August 2012 - 12:00 Uhr

@ Scholl,

Herr Scholl, ich war während der Aufstände in Ägypten geschäftlich in Kairo und habe mit eigenen Augen gesehen, was die Macht der Bilder bewirken kann.
Natürlich gab es Straßenzüge, die man tunlichst meiden musste aber eine Stadt ist groß, Herr Scholl - auch Aleppo ist mit seinen 3 Millionen Einwohnern nicht gerade überschaubar.

Ebenso war ein Geschäftsfreund erst neulich in Nadjaf im Irak und auch dieser konnte von einer gänzlich anderen Situation vor Ort berichten als dies hier gern vermittelt wird.

Insofern hätte ich kein Problem damit, mich jetzt in den Flieger nach Aleppo zu setzen.

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