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17. November 2011
Der Dorfhock, Vereins- oder Gemeindeangelegenheit?
Im Rat Au wurde über die kostenpflichtige Nutzung des Bürgerhauses für die Vereine diskutiert / Neue Glocke für Jörg Kindel.
AU (msr). Inwieweit müssen die Auer Vereine für die Nutzung des neuen Bürgerhauses zahlen? Es war eine kontroverse Diskussion in der jüngsten Sitzung des Rats. Über 4000 Euro hat die Gemeinde dem Musikverein in Rechnung gestellt, dafür, dass er das Bürgerhaus beim Dorfhock und den Auer Tagen benutzen durfte. Unfair, meinten einige Räte und verwiesen auf den Nutzen solcher Veranstaltungen für die Gemeinde.
Ganz klassisch kann Bürgermeister Jörg Kindel demnächst die Sitzungen des Gemeinderats eröffnen. Da die Sitzung die erste nach seiner Wiederwahl im Oktober war, schenkten die Räte ihm eine kleine Ratsglocke und wünschten alles Gute für die weitere Amtszeit. In der wird das Vereinsleben nach wie vor eine große Rolle spielen, und da die Gemeinde nun ein schmuckes neues Bürgerhaus hat, werden viele Veranstaltungen der Vereine auch dort stattfinden. Laut Gebührenordnung kann jeder Verein dieses für eine Veranstaltung im Jahr kostenlos nutzen. Alles, was darüber hinaus geht, wird in Rechnung gestellt. Nachdem der Musikverein bereits im Frühjahr dieses Jahres sein Frühjahrskonzert dort veranstaltet hatte, musste er deshalb für die Ausrichtung des Dorfhocks im Juli mit 2370 Euro und der Auer Tage im Oktober mit 1766 Euro für die Benutzung des Gemeindezentrums zahlen.
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Nun ist der alljährliche Dorfhock aber zweifelsohne ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis in Au, das nicht nur Mitglieder des Musikvereins anspricht, und auch die nur alle acht Jahre stattfindenden Auer Tage wären eine Veranstaltung für alle Bürger gewesen, meinte Bürgermeister Kindel und fragte in die Runde, inwieweit man dem Verein dafür die Gebühren erlassen könne.
Differenziert sah das etwa Wolfgang Schanz, der einen Kostenerlass für den Dorfhock zwar unterstützen wollte, beim Auer Treffen aber den Nutzen für die Gesamtgemeinde in Zweifel zog. "Das war mehr eine interne Veranstaltung des Musikvereins", meinte er und monierte eine fehlende öffentliche Plakatierung. Hinzu kam bei der Erörterung der Problematik die Frage, inwieweit man einen Holzpavillon, den der Musikverein als Wetterschutz für die Freifläche vor dem Bürgerhaus mit eigenen Geldern gebaut hat, bezuschussen könne. 5282 Euro hat den Musikverein die Konstruktion gekostet. "Das gehört ja eigentlich zum Inventar des Bürgerhauses", meinte Gemeinderat Dieter Bauer und sprach sich dafür aus, den Pavillon ganz zu übernehmen. Wolfgang Schanz war dagegen, denn Auf- und Abbau der Holzkonstruktion könne nur von Spezialisten, wie sie beim Musikverein vorhanden wären, bewerkstelligt werden.
Um eine differenzierte Abstimmung zu ermöglichen, wurde schließlich über einen Kostenerlass für den Dorfhock, das Auer Treffen und die Bezuschussung des Holzpavillons getrennt abgestimmt. Das Gremium stimmte für einen Erlass der Gebühren für beide Veranstaltungen, die Abstimmung über das Auer Treffen fiel mit sieben zu vier Stimmen relativ knapp aus. Den Holzpavillon möchte die Gemeinde mit 2000 Euro bezuschussen. Weitere tausend Euro kommen aus verbliebenen Spenden für den Bau des Bürgerhauses, so dass 3000 Euro aus der Gemeindeschatulle als Zuschuss dafür an den Musikverein gehen.
Autor: msr
