Ein Spieler macht den Unterschied

Hannes Selz

Von Hannes Selz

Mo, 10. September 2018

Landesliga Staffel 2

LANDESLIGASPIEL DES TAGES: Mit Tim Siegin beendet der VfR Bad Bellingen einstweilen den Höhenflug des SV Au-Wittnau.

FUSSBALL. VfR Bad Bellingen – SV Au-Wittnau 3:0 (1:0). Es ist manchmal schon fast grotesk, was ein einzelner Spieler beim Mannschaftssport Fußball ausmachen kann. Der aus dem Urlaub zurückgekehrte Tim Siegin machte in der Offensive des VfR Bad Bellingen beim 3:0 gegen den SV Au-Wittnau einmal mehr den Unterschied. In einem am Ende hitzigen Spiel verteidigte der Aufsteiger aufopferungsvoll und verdiente sich dadurch die drei Punkte gegen die zuvor ungeschlagenen Gäste redlich.

Akteur des Spiels
Bei der 1:7-Klatsche gegen den VfR Hausen am vergangenen Wochenende weilte Siegin im Urlaub. Allein seine Präsenz scheint der ganzen Bad Bellinger Mannschaft nun wieder Flügel verliehen zu haben. Gerade einmal acht Minuten waren gespielt, als Siegin nach einem Eckball per Kopf den fürs Selbstvertrauen enorm wichtigen Führungstreffer erzielte. "Es war wichtig, dass unser Torjäger wieder dabei war", freute sich VfR-Trainer Werner Gottschling nach dem Spiel. Nach seiner Vorarbeit zum 2:0 sorgte Siegin mit seinem bereits fünften Saisontor kurz vor Schluss für die endgültige Entscheidung.

Comeback des Spiels
Intern hatte es bei den Bad Bellingern nach dem Spiel gegen Hausen gekracht. "Der Frust war da und es sind ein paar falsche Wörter gefallen", beschrieb Gottschling. Die Diskussionen drehten sich um Mittelfeldspieler Ahmed Hasnaoui, der gegen Hausen zunächst ein- und dann wieder ausgewechselt wurde. "Die Mannschaft hat es unter der Woche intern geklärt und deshalb habe ich auch keine Konsequenzen für das Wittnau-Spiel gezogen", sagte Gottschling, der anfügte: "Er hat die richtige Antwort auf dem Platz gegeben." Tatsächlich stand Hasnaoui nach knapp einer Stunde goldrichtig und schob den Ball nach einem Querpass von Siegin zum 2:0 über die Linie – fast wie ein schnulziges Happy End eines Hollywood-Schinkens.

Verlierer des Spiels
Der Wittnauer Trainer Marcel Kobus war nach der so nicht zu erwartenden, deutlichen Niederlage in Bad Bellingen bedient: "Wir sind in der ersten Halbzeit nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben es erst in der zweiten Hälfte geschafft, uns offensiv Räume zu öffnen." Tatsächlich stellte der Gast nach Wiederanpfiff die spielbestimmende Mannschaft und hatte neben einem Lattentreffer noch zwei weitere Großchancen. Die Tore erzielten aber die kämpferisch stark eingestellten Gastgeber. "In der zweiten Halbzeit waren wir einfach besser. Es nervt mich, dass sich das nicht am Spielstand bemerkbar gemacht hat", ärgerte sich Kobus.

Atmosphäre des Spiels
Die Spieler und Verantwortlichen des SV Au-Wittnau waren mit der Leistung des Schiedsrichtergespanns nicht ganz einverstanden. "Dazu sage ich heute nichts", betonte Kobus, um dann doch anzufügen: "Solche Fehlentscheidungen bringen den Spielverlauf durcheinander." Beim 2:0 durch Hasnaoui hatten die Gäste eine Abseitsstellung erkannt. Im Gegenzug ging auf der anderen Seite bei einer fast identischen Situation die Fahne des Linienrichters nach oben. Beleg der erhitzten Gemüter waren insgesamt sechs Gelbe Karten, die Schiedsrichter Ilker Kaya in den letzten 30 Minuten an beide Teams verteilte. "Der Hauptgrund für unsere Niederlage sind aber wir selbst. Wir waren in der ersten Halbzeit einfach zu passiv", beteuerte Kobus.

Gewinner des Spiels
Die Erleichterung beim VfR war groß. Nach zuletzt drei Niederlagen und der Klatsche gegen Hausen zeigte Bad Bellingen gegen die zuvor ungeschlagenen Wittnauer die passende Reaktion. "Ich denke, dass unser Sieg letztlich in Ordnung geht. Klar ist Wittnau am Ende nochmal aufgekommen, aber meine Mannschaft hat sich zuvor das Glück verdient, dass dann hinten nichts mehr passiert ist", sagte Gottschling. Aus dem Spiel gegen Hausen hatten die Bellinger die richtigen Schlüsse gezogen: "Wir sind gegen Hausen einen Tick zu hoch gestanden. Wir müssen die richtigen Lehren aus solchen Niederlagen ziehen und geduldiger spielen. Ein paar meiner Spieler müssen sich weiterhin erst noch an das Landesliga-Niveau gewöhnen."