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25. Februar 2009

"Eine tragfähige Lösung"

Rat Au billigt den Bebauungsplan "Sauermatt III" / Plangebiet umfasst 4000 Quadratmeter.

AU. Die Anregungen, die Behörden und Bürger zum Bebauungsplan "Sauermatt III" vorgebracht haben, füllten 15 Seiten in der Beratungsvorlage für die jüngste Gemeinderatssitzung. Die Auer Ratsrunde beriet sie ausführlich. Am Ende stimmten aber alle für den Bebauungsplan mit den örtlichen Bauvorschriften.

"Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir eine tragfähige Lösung gefunden haben", sagte Hans-Johst Wetzlar (Wählergemeinschaft) und drückte damit die Stimmung im Rat aus. Vorausgegangen war eine lange Erörterung der Stellungnahmen, die während der Offenlage des Bebauungsplans im Dezember und Januar eingegangen sind. Mareen Pundt vom Freiburger Stadtplanungsbüro Fahle stellte sie vor. Manches fand noch Eingang in den Plan, anderes nicht.

Das knapp 4000 Quadratmeter große Plangebiet entlang der Landesstraße 122 grenzt im Westen an das Landschaftsschutzgebiet "Schönberg". Daher war die Umwelt ein Thema. Zwar kommt der Kammmolch (eine geschützte Amphibienart) in den Tümpeln nicht mehr vor und wird sich dort voraussichtlich auch nicht mehr ansiedeln. Weil in den Teichen aber Grasfrösche und andere Amphibien leben, sollten Ersatzlebensräume im Gewann Ehrenmatten geschaffen werden, empfahl die Naturschutzbehörde im Landratsamt. Dazu ist die Gemeinde laut Pundt aber nicht verpflichtet. Sie will das stattdessen über ihr Ökokonto regeln.

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Um das Biotop zu schützen, wurde der Abstand zwischen dem Baufenster und der Grundstücksgrenze auf drei Meter festgesetzt. Entlang der Grundstücksgrenze verläuft ein Spazierweg. Der Weg soll erhalten bleiben. Der Wendehammer mitten im neuen Gewerbegebiet ist klein geplant, weil Schwerlastverkehr nicht zu erwarten sei, begründete Pundt. Die Löschzüge der Feuerwehr können über eine Notbefahrung vom Gustl-Birkenmeier-Weg auf die Straße "Am Altberg" gelangen. Für Unbefugte wird diese Durchfahrt mit Steckpfosten versperrt.

Im östlichen Planbereich will die Südvers-Gruppe ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude errichten, im Westen will sich ein Sanitär-, Blech- und Solarbetrieb ansiedeln. Die Gemeinde habe mit den Vorhabenträgern einen Durchführungsvertrag abgeschlossen, so Bürgermeister Kindel. Der Rat hat in nichtöffentlicher Sitzung über den Verkauf der gemeindeeigenen Grundstücke entschieden. 

Durch die neuen Gewerbeflächen fällt der Bolzplatz beim Feuerwehrhaus weg. Er sei ursprünglich als Ersatz für den Sportplatz angelegt worden, als dieser während der Umsetzung des Bebauungsplans "Horn" nicht genutzt werden konnte, erinnerte Pundt. Auf dem Sportplatz wird mittlerweile wieder gespielt. Die Gemeinde hat dennoch im Haushalt für 2009 Geld für einen neuen Bolzplatz eingeplant. Der Basketballplatz am Gustl-Birkenmeier-Weg bleibt erhalten. "Ein großes, heikles Thema" war laut Pundt der Lärm. Die Gewerbebetriebe müssten Grenzwerte einhalten, betonte sie. Die direkten Nachbarn im Haus Nummer 22 an der Dorfstraße sorgten sich darüber hinaus wegen des Krachs durch die 17 Parkplätze am Gustl-Birkenmeier-Weg. Sie würden dem Bürgerhaus zugeordnet und dürften, sagte Kindel, dann auch nicht von Besuchern der Feuerwehr oder von Südvers-Mitarbeitern genutzt werden. Im Bürgerhaus werde es nicht mehr als zehn Veranstaltungen im Jahr geben, die länger als 22 Uhr dauern, versicherte der Rathauschef.

Die Ratsrunde war sich einig, dass es bisher zu wenig Stellplätze im Ort gibt. Die Suche nach Alternativstandorten sei erfolglos geblieben. Daher gelte es nun abzuwägen. Was die Aktivitäten im Feuerwehrhaus anbelangt, schlug Kindel ein klärendes Gespräch mit dem Kommandanten und den Anwohnern vor. Die Wortführerin der Anwohner hatte ihre Bedenken zu Beginn der Sitzung noch einmal vorgetragen. Am Ende bedankte sie sich für die faire Darstellung. Kindel erinnerte an den Beginn der Planungen mit dem Aufstellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft 2004. Damals habe die Gemeinde schon gesagt, dass sie an dieser Stelle ein Gewerbegebiet wolle, so Kindel. Der Flächennutzungsplan wurde im Juni 2008 beschlossen. Einen Monat später fasste der Auer Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für "Sauermatt III".

Autor: Barbara Schmidt