"Es ist ein Abschied mit Freude und Wehmut"

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Mo, 09. Juli 2018

Au

Nicole Horstkötter gibt die Vermarktung des Bürgerhauses in Au ab / Aufgaben übernimmt künftig die Rathausverwaltung.

AU. Von April 2011 an – und damit nur ein gutes halbes Jahr nach seiner Eröffnung – hatte sich die selbstständige Marketingexpertin Nicole Horstkötter um das wann, wie und mit wem in Sachen Belegung des Auer Vorzeigebaus gekümmert. Jüngst legte sie dem Gemeinderat ihren letzten Sachstandsbericht zur Gebäudenutzung und -auslastung vor. Künftig wird Nicole Horstkötter das Amt der persönlichen Referentin von Freiburgs neuem Oberbürgermeister Martin Horn übernehmen (die BZ berichtete).

Nicole Horstkötters Position wird nicht erneut besetzt, sondern künftig von der Rathausverwaltung, namentlich Hilde Zähringer und Nicole Dold übernommen. Dold ist seit Anfang Juni Nachfolgerin der ausgeschiedenen Inge Merz. "Wie genau es weitergeht, darüber wird es noch Abstimmungsgespräche geben", versicherte Bürgermeister Jörg Kindel.

Sichtlich gerührt zeigte sich Nicole Horstkötter. "Ich bin super dankbar für die Zeit hier in Au und habe das Bürgerhaus sehr gerne begleitet", gestand sie. "Es ist ein Abschied mit Freude und Wehmut", blickte sie aber voller Elan auf ihre neue Aufgabe. Im Bürgerhaus habe sich inzwischen "alles hervorragend eingespielt", zog Horstkötter nach über sieben Jahren Bilanz, "ich bin sicher, dass es so weiter gehen wird – und frischer Wind tut auch mal gut."

Seit Eröffnung des Veranstaltungsgebäudes in der Ortsmitte hatte es gegolten, verschiedene Interessen unter einen Hut zu bringen, was nicht immer ganz einfach gewesen war. So galt es, eine "Anwohner verträgliche Nutzungsordnung" auszuarbeiten und das Haus dennoch einer Nutzung zugänglich zu machen, damit zumindest ein Teil der Kosten aufgefangen werden konnte. Zur logistischen Meisterleistung ist zudem geworden, die im Laufe der Jahre stets gewachsene Nachfrage mit den zur Verfügung stehenden begrenzten Räumlichkeiten für Vereine und externe Nutzer zu organisieren.

"Unter der Woche ist das Haus wahnsinnig genutzt durch die Vereine, die hier vor allem Musikproben abhalten", berichtete Horstkötter. "Wir haben inzwischen mehr Anfragen von Kursen, als wir annehmen können." Während die Auer Vereine das Haus gebührenfrei nutzen können, müssen private Anbieter – hier reicht das Angebot von Tai Chi über Yoga bis Feldenkrais – eine Nutzungsgebühr entrichten. Im vergangenen Jahr war der Saal an 75 Tagen genutzt worden. Für das laufende Jahr rechnet Horstkötter mit 79 bis 84 Tagen. 2017 hatten neben den Auer Vereinsveranstaltungen elf private Feste und 13 Events von Firmen und Institutionen im Bürgerhaus stattgefunden. "Auch der Kirchensaal ist mittlerweile fast jeden Abend gebucht", so Nicole Horstkötter. Positiv zu bewerten sei zudem, dass sich im Lauf der Jahre immer mehr wiederkehrende Veranstaltungen etabliert hätten. Das erleichtere die Planbarkeit. "Wir hatten nie eine Doppelbelegung, nie größere Beschwerden und trotz Gebührenerhöhung ging die Zahl der Nachfragen nicht zurück", lautete Nicole Horstkötters Bilanz. Viel Lob von Seiten der scheidenden Bürgerhausmanagerin gab es für das Hausmeisterquartett, die guten Seelen des Gebäudes.

"Du hast mit deiner kreativen Art der Bürgerhausnutzung ein Gesicht gegeben – uns hätte nichts Besseres passieren können", bedankte sich Bürgermeister Jörg Kindel bei der Bürgerhausmanagerin.