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03. November 2011
"Es macht Spaß, das Haus zu haben"
Bürgerhaus in Au wurde im Oktober 2010 eröffnet / Vereine fühlen sich wohl in dem Gebäude / Parkleitsystem hat sich bewährt.
AU. Das Gebäude soll sich mit Leben füllen – dieser Wunsch wurde bei der Eröffnung des neuen Bürgerhauses in der Auer Dorfmitte gleich mehrmals geäußert. Etwas mehr ein Jahr ist das jetzt her. Und es scheint, so zeigen die ersten Erfahrungen, als sei der Wunsch nach einem lebendigen Treffpunkt in Erfüllung gegangen.
Vor allem die Auer Vereine haben ihren Platz in dem neuen Domizil schnell gefunden: Verschiedene Konzerte, Jubiläen, Weihnachtsfeier, ein großer Fastnachtsball, der Dorfhock und erst kürzlich das Auer Treffen haben in und um das Bürgerhaus stattgefunden. Die Gemeinde selbst nutzte den Saal für eine Bürgerversammlung und die Party nach der Wiederwahl von Jörg Kindel als Auer Rathauschef. Auf Einladung des neuen Merzhauser Kulturvereins Artisse sprach Götz W. Werner, der Gründer der Dm-Drogeriemarktkette, im Mai vor einem ausverkauften Bürgerhaus und der philippinische Chor "University of Santo Tomas Singers" war Anfang des Monats zu Gast. Aber auch Seminare, Aus- und Fortbildungen, unter anderem für angehende Verwaltungsfachleute, fanden im neuen Bürgerhaus statt.Werbung
"Bei keiner der Veranstaltungen gab es größere Probleme", sagen Bürgermeister Jörg Kindel und Nicole Horstkötter, die sich seit diesem Frühjahr um die Vermarktung des Auer Bürgerhauses kümmert. Natürlich bedurfte so manche Veranstaltung einer Nachbesprechung, mussten unterschiedliche Vorstellungen besprochen und Abläufe geklärt werden. "Und wir mussten am Anfang die Zuschauerzahlen in den Griff bekommen", sagt Nicole Horstkötter und erinnert an das erste Konzert des Auer Musikvereins, bei dem der Bürgersaal – der maximal 350 Leute fasst – aus allen Nähten platzte. Die Hausordnung und die Gebührensatzung wurden seit der Eröffnung des Bürgerhauses schon überarbeitet. Sehr zufrieden ist man, so Bürgermeister Kindel, mit dem dreiköpfigen Hausmeisterteam. Und auch das für größere Veranstaltung aufgestellte Parkleitsystem, das die Autofahrer zum Parkplatz beim Feuerwehrgerätehaus und ins Gewerbegebiet dirigiert, hat sich bewährt.
Für das kommende Jahr ist die Belegung des Bürgerhauses ebenfalls fest in der Hand der Auer Vereine und Bürger. "Schon 20 Wochenenden sind belegt", weiß Nicole Horstkötter. Und das ist auch gut so, sagt Bürgermeister Kindel: "Wir haben das Haus ja in erster Linie für unsere Bürger gebaut." Jeder Verein hat eine Veranstaltung wie beispielsweise Konzert oder Jubiläumsabend frei, jede weitere muss bezahlt werden. "Das Bürgerhaus bietet die große Chance, das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Au lebendig zu halten", sagt Nicole Horstkötter.
Dennoch werden 2012 auch "fremde" Veranstaltungen dort stattfinden – schließlich müssen auch die Kosten für solch ein Gebäude gedeckt werden. Die Schützen werden ihr Bezirkstreffen im Bürgerhaus abhalten und der Badische Schwimmverband seine Versammlung. "Wir wollen aber auch noch die ein oder andere Kulturveranstaltung nach Au holen", sagt Nicole Horstkötter.
Allerdings nicht um jeden Preis: "Wir wägen genau ab, was zu dem Haus und seiner Umgebung passt." Vor allem müssten die Veranstaltungen "nachbarschaftsverträglich" sein, weshalb Bürgermeister Jörg Kindel und Nicole Horstkötter auf eine höhere Tagesauslastung durch Seminare und Kongresse drängen. "Hier hat das Haus auch seine Stärken. Und zusammen mit den Vereinsräumen und dem Kirchensaal können wir ein flexibles Raumkonzept anbieten", so Horstkötter.
Parallel zu den Vermietungen wird das Bürgerhaus weiterentwickelt. So hat sich eine Arbeitsgruppe zusammengefunden, die sich über Dekoration und andere Ausstattungsgegenstände wie beispielsweise Wandschienen, die eine Ausstellung in den Räumen möglich machen, Gedanken macht. Zudem muss die Bühnenbeleuchtung nachgebessert werden. "Hier werden wir nochmal zwischen 6000 und 8000 Euro investieren", sagt Bürgermeister Kindel.
Welche Unterhaltungskosten durch das Bürgerhaus auf die Gemeinde zukommen, kann Kindel noch nicht sagen. In den laufenden Haushalt wurden 30 000 Euro eingestellt. "Wir haben noch keine Nebenkostenabrechnung. Um genaue Zahlen nennen zu können, brauchen wir noch Zeit", erklärt er. Auch fehlen noch die Daten von der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Eines steht für Kindel aber fest: "Es macht einfach Spaß, das Haus zu haben und zu nutzen."
Autor: Tanja Bury


