Partynacht, Wasserspaß und Flohmarkt

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Mi, 11. Juli 2018

Au

Der Dorfhock des Musikvereins Au zieht Besucher in großer Zahl ans Bürgerhaus / Schlemmerei und viel Musik.

AU. Wer nahezu die gesamte Bevölkerung Aus an drei Tagen auf einem Fleck versammelt sehen möchte, bekommt dazu einmal jährlich Gelegenheit. Wenn der Musikverein zum Dorfhock auf die Rasenfläche neben dem Bürgerhaus lädt, hält es kaum einen Auer in den eigenen vier Wänden – zumal es auch in diesem Jahr wieder volles Programm gab. Das reichte von Partynacht bis Wasserspaß mit der Jugendfeuerwehr.

"Nach kurzer Zeit und bereits am Freitagabend war der Aperol aus", berichtete am Sonntagmittag Doris Ebner. Damit hatte selbst die Leiterin des Rechnungsamtes der Verwaltungsgemeinschaft Hexental, deren Herz für ihren Heimatort Au und den dortigen Musikverein schlägt, nicht gerechnet. Aber die Festmacher sind flexibel. Natürlich wurde nachgeordert, sodass das orangefarbene Kultgetränk letztlich über das gesamte Festwochenende wieder verfügbar war.

Bereits die ganze Woche hatten die Musiker gewerkelt, sodass es fast ein wenig den Eindruck machte, als wollten die Veranstalter den gesamten Ort auf der Festwiese nachbauen. Pünktlich zur Eröffnung am Freitagabend standen Versorgungszelt, Festzelt, Weinbrunnen und natürlich das Herzstück der Veranstaltung: die Bühne. Diese gehörte am Freitagabend der Tigers Bigband und dem zumindest zu 50 Prozent einheimischen Jazz-Duo – Gemeinderat Matthias Seelmann-Eggebert macht mit – mit dem eigentümlichen Namen "Matjes & Diesel", das neben Jazz auch mal eine Pop-Ballade im Repertoire hat. Der Samstagabend war traditionell den großen Orchestern – Gästen des Musikvereins March-Hugstetten und den Gastgebern selbst – gewidmet. Letztere mussten ab Sonntagmittag wirten, denn die Speisekarte auf dem Hock ist etwa so groß, wie der Hunger der Auer und ihrer Gäste. Groß war auch die sonntagmittägliche Hitze, was aber niemanden vom Hockbesuch abhielt. Heiß her ging es zudem beim Flohmarkt im Kirchensaal, wo an drei Tagen Bares für Rares und auch weniger Rares getauscht wurde und eifrig gefeilscht wurde.

Die Auer Kinder bevorzugten – im Gegensatz zu den Großen, die sich beispielsweise mittels kühlen Fassbieres innerlich erfrischten – eine Abkühlung von außen. Wie in jedem Jahr am Festsonntag hatte auch heuer die Auer Jugendfeuerwehr etliche Schläuche ausgelegt, an deren Ende es "Wasser marsch!" hieß und geduscht werden durfte. Ob Feilschen oder Planschen – hungrig macht beides – und so hatten die musikalischen Festköche auch am Sonntag alle Hände voll zu tun, um Weißwürste, Wurstsalate und Steaks an Mann und Frau zu bringen. Allein die von der Bühne bereits vertrauten "Matjes" suchte man auf der Karte vergebens.

Ebenfalls höchst abwechslungsreich gestaltete sich die musikalische Speisekarte des Sonntags: vom Kinderchor bis zum Männergesangverein Sängerrunde und dem Chor Rhythmix bis zu den Gästen der Musikvereine Merzhausen, Opfingen und Horben reichte die Bandbreite für die Ohren.