"Vergangenes Jahr lag Au an erster Stelle"

Julius Wilhelm Steckmeister

Von Julius Wilhelm Steckmeister

Sa, 21. Juli 2018

Au

BZ-INTERVIEW mit Arno Mattes, der die Aktion Stadtradeln zum zweiten Mal in seine Gemeinde geholt hat.

AU. Sportliche Auer machen aktuell zum zweiten Mal bei der Aktion Stadtradeln mit. Was das bedeutet und wie erfolgreich Au 2017 war, hat Julius Steckmeister Arno Mattes gefragt, der sich für die Aktion engagiert.

BZ: Was verbirgt sich hinter dem Stadtradeln?
Mattes: Das Fahrrad soll als umweltfreundliches und ressourcenschonendes Verkehrsmittel mehr Aufmerksamkeit und Gewicht bekommen. In einem sportlich-freundschaftlichen Wettkampf sollen innerhalb von drei Wochen in einem Team so viele Kilometer wie möglich von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erradelt werden und diese Kilometer im Netz – möglichst täglich, aber ohne konkreten Nachweis – erfasst werden. Die Aktion setzt also auf den Teamgedanken und natürlich auf Fairplay, indem die geradelten Kilometer realistisch erfasst werden.

BZ: Wie kamen Sie auf die Aktion?
Mattes: Ich bin im Internet zufällig auf einen Hinweis zum Stadtradeln gestoßen. Es ist eine Aktion des Klima-Bündnisses, dem Zusammenschluss von Kommunen, die sich dem Klimaschutz in besonderer Weise verpflichtet haben. Gerade aus Au pendeln schon immer viele Menschen mit dem Rad zur Arbeit. Aber wie viele Kilometer dabei in kurzer Zeit zusammenkommen, und dass ein kleiner Wettkampf auch nochmals viele Menschen ansprechen und motivieren kann mitzumachen oder vielleicht sogar vermehrt aufs Fahrrad umzusteigen, das war uns so auch im Gemeinderat nicht bewusst. Es freut uns aber sehr, weshalb eine erneute Teilnahme in diesem Jahr auch sofort die Zustimmung bei allen Gemeinderäten fand.
BZ: Im vergangenen Jahr war Au erstmals mit dabei. Wie viele Teams und Personen haben mitgemacht?
Mattes: Im letzten Jahr haben in Au knapp 100 Personen in 16 Teams mitgemacht.

BZ: Und wie viele Kilometer wurden in der Zeit denn dann erradelt und wo konnte sich Au im vergangenen Jahr platzieren?
Mattes: In drei Wochen wurden genau 16 191 Kilometer erradelt. Das entspricht rund 2300 Kilogramm an eingespartem CO2. Au lag dabei in der Kategorie "Kilometer pro Einwohner" in Baden-Württemberg an erster Stelle! Das war bei mehr als 60 teilnehmenden Kommunen im Ländle ein tolles Ergebnis, auf das die Auer zu Recht stolz sind. Deutschlandweit lagen wir in dieser Kategorie 2017 übrigens auf dem elften Platz bei rund 620 teilnehmenden Kommunen.

BZ: Heuer ist Au wieder am Start. Welche Chancen im Gesamtfeld räumen Sie den Auern ein?
Mattes: Aktuell sind in Au rund 12.450 Kilometer erfasst und knapp 90 Personen machen bislang mit. Eine Teilnahme, beziehungsweise ein Nacherfassen der bis einschließlich 22. Juli geradelten Kilometer ist noch bis eine Woche nach Abschluss der Aktion möglich (siehe Infobox), so dass es sehr spannend wird, ob wir unser Einstiegsergebnis vom letzten Jahr wieder erreichen können. Neben dem Spaß am Radeln und dem schönen Gemeinschaftserlebnis tun die TeilnehmerInnen etwas für die Umwelt, für ihre Gesundheit und auch dafür, dass das Radfahren in der (kommunal-)politischen Diskussion die ihm zustehende Sichtbarkeit und den gebührenden Stellenwert bekommt. Selbstverständlich muss eine so große Zahl von Radfahrern aus dem Hexental auch in der Verkehrsplanung berücksichtigt werden. Ich bin deshalb sehr gespannt, was wir beispielsweise in der Diskussion um die Radschnellwege oder für das Hexental ganz konkret bezüglich einer verbesserten Radwegverbindung nach Freiburg auch im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung der L 122 beziehungsweise der Hexentalstraße in Merzhausen noch erreichen können.

Arno Mattes (49) ist Diplom-Forstwirt und vertritt die Wählergemeinschaft für Bürgernähe und Umweltschutz (WBU) im Auer Gemeinderat.