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07. Februar 2012

"Wir haben Werte geschaffen"

Au verabschiedet seinen Haushaltsplan: Der Schuldenstand beträgt 1, 3 Millionen Euro / Sanierung der Brücken verteuert sich.

  1. Die Auer Brücken über den Dorfbach mussten saniert werden, hier ein Bild vom Beginn der Bauarbeiten im März 2011. Die Baukosten haben sich um 300000 Euro auf insgesamt 800000 Euro erhöht. Foto: BZ-Archiv/Tanja Bury

AU. Die Gemeinde startet mit Schulden von knapp 1,3 Millionen Euro in das neue Haushaltsjahr: Darin drücken sich der Bau des Bürgerhauses und die Sanierung der Brücken über den Dorfbach aus. "Wir haben Werte geschaffen und sorgen für die Infrastruktur, aber wir müssen vorsichtig sein", mahnte Bürgermeister Jörg Kindel in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Im Bezug auf das Haushaltsvolumen von 3,24 Millionen Euro ist der Schuldenstand beträchtlich. Dass die Investitionen für das Bürgerhaus von rund drei Millionen Euro die Gemeinde trotz der Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm (LSP) an den Anschlag bringen wird, ist seit langem klar. 2008 sah sie sich jedoch überrascht vom Ergebnis einer Prüfung der Brücken über den Dorfbach, die erheblichen Sanierungsbedarf offenbarte. Und diese ursprünglich mit 500 000 Euro veranschlagten Arbeiten sind nun auch noch deutlich teurer geworden. Die Gemeinde muss mit Ausgaben von rund 800 000 Euro rechnen, wobei mit 215 000 Euro ein gutes Viertel im aktuellen Haushaltsjahr zu Buche schlägt. Dieser Betrag dominiert denn auch mit einem Anteil von 57 Prozent den Vermögenshaushalt (376 000 Euro). Weitere 40 000 Euro investiert die Gemeinde Au in die Weiterführung des Fußwegs entlang des Dorfbachs und 45 000 Euro sind für Abwasserleitungen im Oberen Heimbachweg vorgesehen. 33 730 Euro weist der Haushalt für die Tilgung von Schulden aus und nur 1310 Euro fließen der Rücklage zu, die Ende 2012 knapp 53 000 Euro betragen wird, was der gesetzlichen Mindestrücklage annähernd entspricht.

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Der Vermögenshaushalt finanziert sich im Wesentlichen aus dem geplanten Verkauf des früheren Kindergartens in der Schönbergstraße, der voraussichtlich noch bis zum Mai von der Nachbargemeinde Wittnau gemietet wird. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte erwarten einen Erlös von 320 000 Euro. Dazu kommt der Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt von 52120 Euro und 4400 Euro aus Beiträgen zur Abwasserentsorgung.

Der Finanzplan ist demnach eng gestrickt ist, aber dennoch drückt der Gesamthaushalt eine günstige Situation aus. Denn wie allen anderen Kommunen fließen Au merklich höhere Steuereinnahmen und Zuweisungen zu als im Vorjahr. 1,72 Millionen Euro weist der Verwaltungshaushalt aus, 2011 waren es 1,46 Millionen Euro. Und auf der anderen Seite sind die Umlagen von 1,04 Millionen Euro auf 944 000 Euro gesunken, die an den Landkreis, für den kommunalen Finanzausgleich und die Verwaltungsgemeinschaft gehen, so dass der Gemeinde in Bezug auf die Gegenüberstellung ihrer wichtigsten Einnahme- und Ausgabeposten in diesem Jahr ein Überschuss von 780 000 Euro verbleibt. Weiter kann sich die Gemeinde über erheblich höhere Zuweisungen des Landes für die Kinderbetreuung freuen. Und so kommt der CDU-Gemeinderat Werner Herr zu der Einschätzung, dass "es bemerkenswert ist, dass die Gemeinde die Mehrausgaben für die Brückensanierung ohne erneute Kreditaufnahme stemmen kann."

Die Aussprache der Gemeinderäte war kurz. Auf die Anregung der Rätin Silke Bannasch (Wählergemeinschaft) mehr Geld für Kinderspielplätze einzustellen, entgegneten Bürgermeister Jörg Kindel und Wolfgang Schanz (CDU), dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren erheblich in Spiel- und Bolzplätze investiert hat und bei der aktuellen Haushaltslage keinen Spielraum hat, 2012 noch nachzulegen.

Für die Unterhaltung der Spielgeräte weist der Verwaltungshaushalt 2500 Euro aus, weitere 10 560 Euro sind angegeben als Wert, womit die Arbeitsstunden der Bauhofarbeiter für die Pflege der Einrichtungen bemessen sind.

Autor: Silvia Faller