AUCH DAS NOCH: Wer aus den Glashaus twittert

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Sa, 18. August 2018

Deutschland

Bahnfahren bildet – auch die Regierung, die gern per Lufttaxi oder Dienstwagen unterwegs ist. Es gibt ihr die Chance, den ICE-Alltag im deutschen Hochsommer nicht nur vom Hörensagen zu kennen, sondern mitzuerleben. Die Chance bot sich jetzt der CSU-Politikerin Dorothee Bär, Staatsministerin im Kanzleramt für Digitales. Ihr reservierter Sitz war am Mittwoch nicht vorhanden. So machte die 40-Jährige Bekanntschaft mit dem Boden der Tatsachen – und aus diesem empörenden Zustand gleich eine Twitternachricht ans Volk der Bahnfahrer. "Wenn der Platz, den Du reserviert hast (mal wieder!) nicht da ist, weil (erneut!) der zweite Zugteil fehlt, dann nervt das langsam @DB_Presse…Und die Klima ist auch ausgefallen…" Dazu sieht man ein Foto ihrer Schuhspitzen im ICE-Gang. Doch das Beileid des Bahnvolks blieb aus, eher im Gegenteil. Ein Leser fragt spitz zurück, wem das Unternehmen immer noch zu 100 Prozent gehört, das die Ministerin da beschimpft. Ein anderer erinnert daran, welches Parteibuch die Bundesverkehrs- und Bahnminister seit 2009 haben, eben das der CSU. Und ein Dritter erinnert sich, was Frau Bär von 2013 bis 2018 selbst war, Staatssekretärin in jenem Verkehrsministerium. Merke: Aus dem Glashaus soll man weder Steine werfen, noch Bumerangs verschicken.