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16. Januar 2012

2011 war ein Jahr der Rekorde

Beim Neujahrsempfang in Auggen bat Bürgermeister Deutschmann: "Herr, schick’ uns Bodenpersonal" – für die vakante Pfarrstelle .

  1. Bürgermeister Fritz Deutschmann mit seinen Mitarbeitern Leila Rüdlin, Günter Holzreiter und Berthold Lämmlin. Foto: Sigrid Umiger

AUGGEN. In Freiburg ist der Papst schon gewesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er auch ins Markgräflerland komme, sei wohl größer als die, dass die Pfarrstelle in Auggen besetzt werde, scherzte Fritz Deutschmann am Freitag beim Neujahrsempfang in der Sonnberghalle. Ansonsten hatte der Bürgermeister nur Positives zu berichten, denn: "2011 war für Auggen ein sehr erfolgreiches Jahr."

Eingestimmt wurden die zahlreichen Gäste von flotten Klängen des Jugendorchesters aus dem Handharmonikaclub unter der Leitung von Elmar Schopferer. Die Kommune könne gleich drei Rekorde vorweisen, sagte der Bürgermeister: "Die Rücklagen sind auf 500 000 Euro gestiegen, die Gewerbesteuereinnahmen auf 900 000 Euro und es gab 51 Bauanträge." Der im Vorjahr eröffnete Lebensmittelmarkt werde gut angenommen und der neue Kreisel beruhige den Verkehrsfluss auf der Bundesstraße 3 deutlich. Deutschmann informierte, dass zur Zeit die Verkehrsanbindung für den Schwerlastverkehr der Firma Jacoby gebaut werde. Damit gehe ein langersehnter Wunsch der Anlieger in Erfüllung.

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Der Rathauschef hob weitere Rekorde hervor, wie den Bundesehrenpreis für die Saftkelterei Jacoby und zahlreiche nationale und internationale Medaillen für den Winzerkeller Auggener Schäf. Sportliche Höchstleistungen erzielte der Fußballclub, der mit der 1. Mannschaft und mit der A-Jugend in der Landesliga spielt, und der Tischtennisverein, der sich in der Landesliga als Herbstmeister behauptet.

Über die örtlichen Rekorde berichtete auch – in gut Alemannisch gereimt – das Auggener Trachtenpärchen, Lisa Schmidt und Louis Müller. Und als erste Weinhoheit ihres Heimatdorfes hieß die Markgräfler Weinprinzessin Laura Kiefer alle Bürger im neuen Jahr willkommen.

Seit einigen Jahren ist das renovierte Pfarrhaus unbewohnt. Das sei trotz guter Vakanzvertreter kein Dauerzustand, monierte Deutschmann und bat in einem Stoßgebet: "Herr, schick’ uns Bodenpersonal." Viel besser sehe es hingegen im Team der Gemeindemitarbeiter aus. Fritz Deutschmann stellte die neue Auszubildende Leila Rüdlin aus Zizingen ebenso vor wie den künftigen Leiter des Bauhofs, Günter Holzreiter, der seinen Vorgänger Berthold Lämmlin nach 25 Jahren ablöst.

Ein großes Lob sprach der Bürgermeister allen Ehrenamtlichen aus, die sich tatkräftig von der Jugend- bis zur Seniorenarbeit engagieren. Die älteste Einwohnerin, Marie Gugelmeier, befinde sich im 105. Lebensjahr. Für alle Senioren, Gehbehinderten und Mütter mit Kinderwagen werde demnächst das Rathaus mit einem Aufzug ausgestattet. Aufatmen könnten bald alle Eltern mit kleinen Kindern, da im Spätjahr der Kindergarten für die Erweiterung mit Kleinkindgruppen umgebaut werde, kündigte Fritz Deutschmann an.

Unter den Ehrengästen waren die Landtagsabgeordnete der Grünen, Bärbl Mielich, und der Präsident des Badischen Sportbundes, Gundolf Fleischer, der sich 35 Jahre lang als Landtagsabgeordneter und Staatssekretär für die Auggener Infrastruktur eingesetzt habe, wie Deutschmann lobte. Er ehrte Gundolf Fleischer mit einem Weinpräsent und nannte als Beispiel für dessen Fürsprache das 1989 initiierte Pilotprojekt "Umweltschonender Weinbau". Das sei wegen der damals hohen Nitratwerte im Wasserschutzgebiet dringend notwendig gewesen, sagte Deutschmann. Die Auggener Winzerinnen und Winzer hätten das Projekt umgesetzt und die Früchte seien jetzt erkennbar, denn: Zum 1. Januar 2012 wird das Wasserschutzgebiet für die fünf Tiefbrunnen des Zweckverbandes Weilertal auf der Gemarkung Auggen aus dem ehemals hochbelasteten "Nitratsanierungsgebiet" in ein "Nitratproblemgebiet" herabgestuft und die Bezeichnung "Pflanzenschutzmittelsanierungsgebiet" sei zum Jahresbeginn zurückgenommen worden.

Das sei ein guter Start ins Jahr 2012, befand Bürgermeister Fritz Deutschmann. Vor dem gemütlichen Umtrunk kündigte er große Festlichkeiten an: Die Freiwillige Feuerwehr feiert ihren 150. Geburtstag und der Winzerkeller Auggener Schäf wird 90 Jahre alt.

Autor: Sigrid Umiger