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07. Januar 2012

Auggen gewinnt auf dem Rasen, nicht beim Glücksspiel

RÜCKBLICK AUF 2011: Spielhalle nach mehreren Anläufen gekippt / FC Auggen steigt in die Landesliga auf / Laura Kiefer wird Markgräfler Weinprinzessin.

  1. Foto: sigrid umiger

  2. Foto: sigrid umiger

AUGGEN. Das Jahr 2011 hat die Gemeinde Auggen mit der Einweihung der neugebauten Sonnberghalle beim Neujahrsempfang begonnen. Kommunalpolitisch gravierend waren vor allem die Diskussionen um den Bau einer Spielhalle, die schließlich abgelehnt wurde. Für die Bürger gab es andere Prioritäten. Sie feierten zwei Premieren in der Geschichte des Winzerdorfes: Laura Kiefer wurde Markgräfler Weinprinzessin und im Fußballclub erreichte die 1. Mannschaft die Landesliga, die C-Jugend die Bezirksliga.

Im Januar plädierten viele Gemeinderäte zwar dafür, den Winzerkeller Auggener Schäf als Organisator des Winzerfestes mit 7000 Euro zu unterstützen, doch wurde der entsprechende Antrag mit knapper Mehrheit abgelehnt und der Gemeindezuschuss auf 5000 Euro begrenzt. Das Thema wurde im März erneut aufgegriffen, weil vier Gemeinderätinnen kritisierten, dass das Gremium bei bestimmten Themen nicht angemessen einbezogen worden sei. Der Vorwurf lautete, dass der Winzerfestzuschuss, die Erweiterung des Gewerbegebietes und die Erhöhung der Grundsteuer "nur in einem auserwählten Kreis" vorberaten worden seien. Bürgermeister Fritz Deutschmann wies die Vorwürfe zurück.

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Ein Abstimmungspatt im Gemeinderat führte Ende Oktober zum endgültigen Aus für den Bau einer Spielhalle. Vorangegangen waren seit März mehrere knappe Ratsbeschlüsse zugunsten der Investoren. Diese wollten in einem 900 Quadratmeter großen Neubau im Gewerbegebiet 48 Spielautomaten aufzustellen. Im April wurde der vom Gemeinderat genehmigte Bauantrag vom Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler gekippt. Begründung: Die Größe des Vorhabens sei aus baurechtlichen Gründen nur über die Neuaufstellung eines Bebauungsplans "Sondergebiet Vergnügungsstätte" möglich. Genau das brachte der Auggener Gemeinderat in seiner Sitzung im August auf den Weg – mitten in der Ferienzeit und in Abwesenheit von vier Ratsmitgliedern. Als im Oktober die Offenlage beschlossen werden sollte, waren bis auf ein Mitglied alle Räte anwesend – was dann zur Stimmengleichheit, einem Patt und somit zum Aus für die Spielhalle führte.

Einigkeit herrschte im Gremium beim Lob für das Architekturbüro Schramm, dem es gelungen war, trotz nachträglicher Sonderwünsche den Kostenrahmen von 2,97 Millionen Euro für die Sonnberghalle einzuhalten. Dem Büro vergab der Rat auch einstimmig den Auftrag für die Planung und Bauleitung eines behindertengerechten Aufzugs am hinteren Rathauseingang. Das transparente Bauwerk aus Glas und Stahl, das demnächst gebaut wird, soll rund 270 000 Euro kosten, es wird aber größtenteils bezuschusst.

Der Gemeinderat lobte auch die unterwartet gute Jahresrechnung 2010. Im Haushalt, der mit einer Deckungsreserve von gerade mal 17 000 Euro begonnen hatte, konnte schließlich eine Zuführungsrate von 220 000 Euro erwirtschaftet werden. Und im November wurde die technische Führung der Auggener Wasserversorgung nach einstimmigem Ratsbeschluss an die Stadtwerke Müllheim-Staufen vergeben. Beendet wurde das Jahr mit dem einhelligen Votum des Gemeinderates zur Verabschiedung des Haushaltes 2012. Aus dem Gesamtvolumen von 5,76 Millionen Euro soll eine Zuführungsrate von 195 100 Euro erwirtschaftet werden. Abzüglich der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestzuführung für die Schuldentilgung verbleiben der Gemeinde 70 000 Euro für Investitionen.

Autor: Sigrid Umiger