Auggen will nicht locker lassen

Beatrice Ehrlich

Von Beatrice Ehrlich

Do, 10. März 2016

Auggen

Bei einem Montagsgebet ging es um den Bahnausbau.

AUGGEN. Auggen lässt nicht locker. Erneut hatte jüngst das BBM mit der Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde in die Kreuzkirche eingeladen. Bei einem Montagsgebet ging es um die Entwicklungen zum Thema Bahnausbau. Die Besucher in der gut gefüllten Kirche, darunter Bürger aus Hügelheim und Müllheim, machten durch ihre Anwesenheit deutlich, dass ihnen das Thema weiterhin sehr wichtig ist.

Pfarrer Gernot Schulze-Wegener stellte diese Veranstaltung bewusst in eine Reihe mit dem "politischen Nachtgebet" sowie den Montagsdemonstrationen, die 1989 zum Fall der Berliner Mauer führten. Auch dort hatte die Kirche als Gesprächsforum für politische Anliegen der Bürger gedient. "Einen Fall der Mauer wollen wir nicht, eine Mauer soll hier vielmehr gar nicht erst gebaut werden", forderte er in Bezug auf die Schallschutzmauern, die statt der vom BBM und den beteiligten Kommunen geforderten Tieflage an der Strecke gebaut werden sollen.

Anschließend ließ man per Video die Demonstration vom 16. Februar in Stuttgart mit über 200 Demonstranten aus dem Markgräflerland (wir berichteten) erneut Revue passieren. Den Verantwortlichen um BBM-Koordinator Fritz von Brandt und Axel Baßler war es in diesem Zusammenhang wichtig – auch im Hinblick auf die Landtagswahlen – erneut die Positionen der Parteien der Öffentlichkeit vorzustellen: Während Grüne und SPD laut schriftlichen Stellungnahmen ans BBM, unterzeichnet von Edith Sitzmann (Grüne) und Claus Schmiedel (SPD), die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Höchstgeschwindigkeit von Tempo 250 noch einmal gutachterlich überprüfen lassen wollen und einstimmig dafür plädieren, "bestmöglichen Lärmschutz mit der Minimierung der Folgen durch die Lärmschutzmaßnahmen abzuwägen", setzt sich die CDU dafür ein, den Projektbeirat nochmals einzuberufen und den von der Landesregierung festgelegten Kostendeckel des Landesanteils an der Gesamtfinanzierung zu korrigieren. "Wir werden uns für Verbesserungen einsetzen, und wir sind dazu bereit, im Wege der bisherigen Systematik eine landesseitige Kofinanzierung in Aussicht zu stellen", erklärt auch Hans-Ulrich Rülke von der FDP, die sich ebenfalls dafür ausspricht, die gültigen Pläne von einem neu einzuberufenden Projektbeirat erneut bewerten zu lassen. Die Bahn erklärt indessen in einem Schreiben an Claus Schmiedel (SPD), das dem BBM vorliegt, die Gestaltung der Lärmschutzwände mit den betroffenen Kommunen so abzustimmen, etwa durch Begrünung und Farbgestaltung "dass sich eine harmonische Einbindung in die Örtlichkeit und Akzeptanz der Bürger ergibt".

Wenig Neues habe ein Gespräch gebracht, das eine Delegation von IG Bohr, MUT, BBM und Gemeinde am 1. März im Verkehrsministerium geführt hatte, so die Anwesenden. Ministerialdirektor Uwe Lahl hatte dort darauf verwiesen, dass die im Bundestag beschlossenen Verbesserungen im Projektbeirat einstimmig verabschiedet worden seien. Um den Abriss des Bahnwärterhäuschens zu verhindern, wo die Tieflagenbefürworter ihre "Bahnwache" eingerichtet haben, wurde schließlich eine Telefonkette vereinbart, um gegebenenfalls zu protestieren und die Wagenburg, zurzeit bestehend aus einigen Traktoranhängern, zu verstärken.