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20. September 2016

Auggener Viertele für den Mister Tieflage

Gerhard Kaiser bekommt die höchste Auszeichnung des Winzerorts / Seine Motivation seien alle Kinder, sagte Kaiser.

  1. Bürgermeister Fritz Deutschmann (rechts) verleiht das „Auggener Viertele“ an Gerhard Kaiser mit einer Laudation vom Trachtenpärchen Amy Golay und Felix Ager. Foto: Sigrid Umiger

AUGGEN. Das Markgräfler Viertele wird im Glas ausgeschenkt und ist gelegentlich auch mal eine Mogelpackung mit nur 0,2 Litern Wein, während das "Auggener Viertele" einen halben Liter im Zinnbecher fasst. Das Gehaltvolle ist aber ausnahmsweise nicht der Wein, sondern Symbol der höchsten Auszeichnung, die von der Kommune verliehen wird. Neuer Viertele-Träger ist Gerhard Kaiser aus Buggingen-Seefelden.

Das Auggener Viertele werde nur an Nichtauggener verliehen, die sich für die Belange von Auggen vorbildlich einsetzen, betonte Bürgermeister Fritz Deutschmann bei der Verleihung am Winzerfestsonntag. Das treffe in besonderem Maße auf Gerhard Kaiser zu, weshalb sich der Gemeinderat einstimmig für ihn, den "Mister Tieflage", entschieden habe.
Gerhard Kaiser war 2002 einer der Ersten, die Bedenken gegen die Ausbaupläne der Rheintalbahn geäußert und bessere Lösungen aufgezeigt haben.

Seither setzt Kaiser sich gemeinsam mit mehreren Bürgerinitiativen für den Erhalt der Landschaft und die Reduzierung der Lärmbelastung für die Bürger ein und fordert unter anderem auf der Strecke von Hügelheim bis Auggen eine Tieflage für den gesamten Güterzugverkehr. Eine von Herzen kommende Laudatio in Reimform formulierte das Auggener Trachtenpärchen Amy Golay und Felix Ager. Gerhard Kaiser, der "Mann mit sehr viel Muet un Wisse het sich für Augge fascht verisse." Dem jungen Schülerpärchen erklärte der Geehrte: "Meine Motivation seid ihr beide und alle anderen Kinder."

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Gerade die nachfolgenden Generationen müssten die Folgen der Fehlplanung der Bahn aushalten. Für die Zukunft der Kinder müsse man für eine nachhaltige Lösung kämpfen, betonte Gerhard Kaiser. Er nehme das "Auggener Viertele" dankbar und stellvertretend für alle Mitstreiter in der Bürgerinitiative MUT und dem Bürgerbündnis Bahn an.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann seien leider nicht diskussionsbereit, aber auch nicht in der Lage, Gegenargumente zu widerlegen. Es gebe aber seitens der Initiative neue Erkenntnisse. "Wir sind noch nicht am Ende", sagte Gerhard Kaiser und forderte: "Wir müssen uns einmischen."

Begleitet von großem Applaus überreichte Bürgermeister Deutschmann Gerhard Kaiser den Zinnbecher samt Urkunde und Ehefrau Karin Kaiser einen Blumenstrauß. Einer der ersten Gratulanten war der Auggener-Viertele-Träger 2015, Michael Nutsch.

Autor: Sigrid Umiger