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10. April 2014

Bahn bleibt ein Aufreger

Gemeinderat Auggen fordert künftig für jede Sitzung einen Sachstandsbericht zum Bahnausbau.

  1. Die Fußgängerbrücke am Auggener Bahnhof kommt weg, weil die Bahn eine behindertengerechte Unterführung baut. Foto: Sigrid Umiger

AUGGEN. Die Bahn bringt Bürger in Fahrt – und in Rage, seit der Aussage des Landesverkehrsministers, dass eine Tieflage der Rheintaltrasse zwischen Müllheim und Auggen politisch nicht unterstützt werde. Das Thema beschäftigte am Dienstag den Auggener Gemeinderat und in dessen Frageviertelstunde auch die anwesenden Bürger. Dem Antrag von zehn Gemeinderäten zur Beschlussfassung von vier Punkten gab das Gremium einhellig statt.

Beantragt und beschlossen wurde, dass künftig in jeder Ratssitzung ein Sachstandsbericht zum Thema Bahn behandelt wird. Außerdem sollen alle Bürger über ein Flugblatt zur Unterstützung des Bürgerbündnisses Bahn Markgräflerland (BBM) aufgerufen werden. Beschlossen wurde auch, dass die Gemeinde Auggen auf der ersten Seite des amtlichen Mitteilungsblattes zur Bahndemo am 27. April in Hügelheim sowie zur Bahndemo am 18. Mai in Auggen einlädt. Für den Infoabend am kommenden Montag verteilt die Gemeinde ein Flugblatt.

Medienberichte hätten für viel Aufruhr gesorgt, aber auch einige Fragen aufgeworfen, sagte Bürgermeister Deutschmann. Nach seinem Kenntnisstand sei die Planfeststellung nicht auf April terminiert, sondern erst auf Mitte oder Ende Juni. Klar sei auf alle Fälle, dass nach Wegfall des Schienenbonus die technischen Schallschutzmaßnahmen keinen ausreichenden Lärmschutz bieten. "Deshalb müssen wir Wirbel machen", forderte Gemeinderätin Leni Franken (FDP) und schlug vor, dass jede Fraktion ihren Bundestagsabgeordneten ins Boot ziehen soll. Das habe die Gemeinde bereits getan und alle Abgeordneten per Mail zur Unterstützung aufgerufen, sagte Bürgermeister Fritz Deutschmann. Zusätzlich sollte jede Fraktion ihre Kontakte zu Land und Bund ausschöpfen. "Wir brauchen alle Köpfe, damit die Politiker sehen, was hier los ist", appellierte auch Gerhard Danner (FWG). Auggen habe die Tieflage bereits im Jahr 2005 beantragt und eine Machbarkeitsstudie sowie ein Schallgutachten in Auftrag gegeben. "Wir wurden aber nicht gehört", monierte Gerhard Danner.

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Wichtig sei, dass Auggen mit Müllheim alle Hebel in Bewegung setze, forderte Ingo Ehret (CDU). Deshalb sollten alle Bürger auch alle Veranstaltungen und Ratssitzungen zum Thema besuchen, in Müllheim und in Auggen, fügte Deutschmann an. Auch der Bündnisvorsitzende für Auggen, Peter Pilger, rief dazu auf, dass alle Bürger in dieser "heißen Phase" am Ball bleiben sollten. Er glaubt, dass mit MUT und IG Bohr "noch etwas geht."

Ein Bürger fragte, warum die Bahn derzeit Ausgleichsmaßnahmen auf einem Areal am Niederhacher Weg Richtung Richtberg vornehme. Der Bürgermeister erklärte, dass die Bahn für den Ausbau der Rheintaltrasse Äcker aufgekauft habe und daher gesetzlich zu den Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet sei. Der Bürgermeister informierte, dass der alte Bahnübergang für Fußgänger im Zuge des Bahnausbaus entfernt und von der Bahn eine fußläufige und behindertengerechte Unterführung gebaut werde. Für die Ausweisung von Kfz-Stellplätzen, also Park & Ride, sei aber ausschließlich die Gemeinde zuständig, so Fritz Deutschmann.

Gemeinderätin Sabine Baßler (FWG) und Gerhard Danner baten Fritz Deutschmann um Aufklärung zu dem Vorwurf eines Leserbriefschreibers in der Badischen Zeitung, der glaubt, dass sich die Bürgermeister von Müllheim und Auggen beim Gespräch mit dem Eisenbahnbundesamt in Berlin nicht für die Tieflage eingesetzt, sondern die Sache "vergeigt" hätten. Es habe in Berlin zwar keine Einigung, aber seitens der Bürgermeister auch keinerlei Zustimmung zur Bahntrasse gegeben, versicherte Fritz Deutschmann. Leider gebe es auch kein Gesprächsprotokoll. Ein solches hätten er und Astrid Siemes-Knoblich bislang vergebens in Berlin angefordert. Wichtig sei jetzt aber, dass alle Bürger aufstehen und alle politischen Mandatsträger zur Unterstützung einer Gleistieflage von Hügelheim bis Auggen motivieren, appellierte Fritz Deutschmann ans Gremium und an die Bürger von Auggen und Müllheim.

Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland: Infoabend zum Ausbau der Rheintaltrasse mit der MUT und IG Bohr am Montag, 14. April, 20 Uhr, Sonnberghalle Auggen.

Autor: Sigrid Umiger