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11. April 2017

Beteiligung an Gutachten

Widerstand in Auggen gegen Tempo 250 auf der Rheintalbahn.

AUGGEN (hrl). Die Gemeinde Auggen schließt sich der Finanzierung eines Gutachtens an, mit dem festgestellt werden soll, ob die von der Deutschen Bahn vorgesehenen 250 Stundenkilometer auf der Rheintalstrecke überhaupt gefahren werden können. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Mit maximal 5000 Euro werde sich Auggen an dem Vorhaben mehrerer Gemeinden in der Ortenau sowie der dortigen Bürgerinitiativen beteiligen, präzisierte Bürgermeister Fritz Deutschmann.

Dem Beschluss vorausgegangen war eine Stellungnahme des Auggener Bahn-Sachverständigen Axel Baßler, in der er für die Unterstützung des Gutachtens geworben hatte, dessen Kosten mit 50 000 bis 70 000 Euro veranschlagt werden. Die Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn Herbolzheim-Kenzingen will den von der Bahn geplanten Ausbau der bestehenden Strecke zwischen Kenzingen und Orschweier verhindern. Trotz der zugesagten Umleitung aller Güterzüge über die Autobahnparallele sollen dort aufgrund der mit hoher Geschwindigkeit durchfahrenden ICE zwei durchgehende Überholgleise für den Nahverkehr gebaut werden – für die Bürgerinitiativen eine Schreckensvision. Gemeinden wie Herbolzheim fürchten deshalb den Bau bis zu sieben Meter hoher Lärmschutzwände, die man mit der Verlegung der Güterzugtrasse verhindert zu haben glaubte. Das sehen nicht alle so: Befürworter des geplanten Ausbaus führen ins Feld, dass mit dem technischen Fortschritt in einigen Jahren der Bau hoher Lärmschutzwände dann ohnehin nicht mehr nötig sei. Das Verkehrsministerium in Stuttgart lehnt es zudem ab, diese Frage nach der erfolgreichen Durchsetzung der Autobahnparallele noch einmal aufzugreifen. In dem Gutachten sollen zudem mögliche Alternativen zu den derzeitigen Ausbauplänen geprüft werden.

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Die Gemeinderäte Ingo Ehret, Bruno Kiefer (CDU), Herwig Boeckle und Gerhard Danner (FW) machten sich in engagierten Wortbeiträgen für den Schulterschluss mit den Ortenaugemeinden stark. "Je breiter das Plateau, auf dem wir das aufstellen, desto größer sind unsere Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen”, argumentierte Boeckle, während Danner betonte, es gelte, auch ein Signal in Richtung Müllheim auszusenden. Peter Danzeisen (CDU) schloss sich dem grundsätzlich an, gab aber zu bedenken, dass man in Auggen von den Ortenaugemeinden auch keine Unterstützung erhalten habe.

Autor: hrl