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28. November 2014

Brennen für die Tieflage

Gemeinderat Auggen ruft Bürger von Buggingen bis Efringen-Kirchen zum Fackelzug auf.

AUGGEN. Die Antragstrasse der Bahn ist nicht im Interesse der Region. Die Bürger wollen als beste Lösung eine Tieflage der Gütergleise von Buggingen bis nördlich von Auggen. Dafür sollten Bürger gemeinsam Flagge zeigen – genauer gesagt Fackeln tragen, denn die große Bahnprotest-Demo in Auggen ist am Freitagabend, 5. Dezember. Es gebe zwar aktuelle positive Signale aus dem Verkehrsministerium, sagte Bürgermeister Fritz Deutschmann in der Ratssitzung, aber: "Ohne Schulterschluss der Region läuft nichts."

Positives Signal aus Berlin
Der Erste Landesbeamte im Breisgau-Hochschwarzwald, Martin Barth, habe ihm per Mail mitgeteilt, dass die optimierte Kernforderung 6 einer gründlichen Prüfung unterzogen werde, informierte Fritz Deutschmann. Michael Odenwald, Staatssekretär im Verkehrsministerium Berlin, sei dem Vorschlag des Landratsamtes Freiburg gefolgt und habe die Bahn beauftragt, bei Prüfung der eingereichten Unterlagen auch die nachgereichten Dokumente zur optimierten Kernforderung zu berücksichtigen. Einer Terminierung des fachlichen Austauschs mit der Bahn stehe daher nichts mehr im Wege. Wenn der Termin feststehe, werde man dazu auch die Gemeinde Auggen einladen, schreibt Martin Barth. Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur gehe davon aus, dass der im Projektbeirat beschlossene Termin bei Michael Odenwald wohl nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst Anfang 2015 stattfinde. Eine gründliche Prüfung der Alternativvariante werde damit möglich, schreibt Barth und wertet dies als "ermutigende Signale aus Berlin." Martin Barth sei derzeit Ansprechpartner im Landratsamt für die Rheintaltrasse, weil der "sehr engagierte und fachkundige" Albrecht Simon, Dezernent im Dezernat Verkehr, erkrankt sei, informierte Deutschmann.

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Anteilige Kosten für Auggen
Um Bund und Bahn von der Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit einer kreuzungsfreien Verknüpfung der Alt- und Neubaustrecke zu überzeugen, hat der Landkreis Lörrach mit den Regionalverbänden Südlicher Oberrhein und Hochrhein-Bodensee eine eisenbahnbetriebswirtschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben. Von den 130 000 Euro Gesamtkosten haben die Verbände und IG Bohr 25 000 Euro übernommen. Mit je 3000 bis 5000 Euro sollen sich nun auch die an der Rheintaltrasse liegenden Kommunen beteiligen. Auggen habe dem Landratsamt Lörrach 3000 Euro zugesagt, informierte Hauptamtsleiter Dirk Ehret. Zusätzlich fallen rund 5000 Euro für die neue Bahnprotestveranstaltung an. Der Gemeinderat genehmigte die Gesamtausgaben von 8000 Euro einstimmig.

Fackelzug mit Mahnfeuer
Die geforderte Tieflage der Gütergleise reduziert maßgeblich den Lärm, minimiert die Risiken bei Unfällen mit Gefahrguttransporten und leitet alle Güterzüge durch den Katzenbergtunnel. In der Sitzung in Auggen appellierten die Gemeinderäte und Peter Pilger vom Bürgerbündnis Bahn: "Alle Bürger zwischen Buggingen und Efringen-Kirchen müssen auf die Straße." Die Großdemo beginnt am Freitag, 5. Dezember, 18.30 Uhr, in der Sonnberghalle in Auggen mit Appellen von Gerhard Kaiser und Politikern aus dem Bundes- und Landtag. Dann laufen Bürger mit Fackeln – diese sind vorbereitet – ins Gewerbegebiet Brauetsmatten, wo ein Mahnfeuer brennt. Entlang der Rheintaltrasse werden von Hügelheim (Gärtnerei Piluweri) bis nach Auggen alle 50 Meter mehrere Schwedenfeuer entzündet. Die große Bahnprotest-Demo steht unter dem Motto: "Wir brennen für die Tieflage", erklärte Peter Pilger.

Fackelzug: Großdemo gegen die Pläne der Bahn am Freitag, 5. Dezember, Beginn 18.30 Uhr, in der Sonnberghalle Auggen
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Autor: Sigrid Umiger