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24. September 2008 13:49 Uhr

Zehn Kilo Ammoniak ausgetreten

Gasalarm in Auggen

Nach dem Austritt von zehn Kilogramm Ammoniak aus einer Firma in Auggen wurden acht Menschen ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt 84 wurden ärztlich behandelt. Die Feuerwehr ging gegen das Ammoniak, ein ätzendes Atemgift, mit Wasser vor.

  1. Ausgelaufenes Ammoniak in der Auggener Computerzubehörfirma Pearl sorgt für einen Großeinsatz der Feuerwehren. Foto: Volker Münch

  2. 100 Hilfskräfte waren bei dem Unfall in Auggen im Einsatz. Foto: MPS

  3. Wasser soll das ätzende Ammoniak binden. Foto: MPS

  4. Von vier Notärzten und DRK-Mitarbeitern wurden 84 Menschen medizinisch betreut. Foto: MPS

Bei Wartungsarbeiten der Klimaanlage der Firma Pearl in Auggen an der B3 flossen aus bisher noch ungeklärter Ursache etwa zehn Kilogramm Ammoniak aus, die sich beim Austritt sofort zu einem giftigen Gas entwickelten. 84 Menschen wurden medizinisch untersucht, vor allem Beschäftigte des Unternehmens und eine Postzustellerin. Viele klagten über Reizungen der Atemwege. 21 Menschen hatten erhebliche Mengen des Gases inhaliert, acht davon mussten in der Klinik stationär behandelt werden.

Im Einsatz waren 100 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, und Rotem Kreuz, darunter vier Notärzte. Sie hatten bis zum Abend alle Hände voll zu tun, die Verletzten zu betreuen und des Gases Herr zu werden. Der Auggener Bürgermeister Fritz Deutschmann und Kreisbrandmeister Hansjörg Hagenbach bezeichneten die Zusammenarbeit als ausgezeichnet.

Die Zufahrten zum Auggener Industriegebiet wurden gesperrt. Der Vorfall in Nebenräumen der Firma ereignete sich etwa um 10.30 Uhr. Der Gefahrgutzug Müllheim mit Unterstützung mehrerer Feuerwehr- abteilungen sowie die Feuerwehr Auggen waren den ganzen Tag damit beschäftigt die Dämpfe zu binden. Sie setzten mehrere Hochdrucklüfter ein, um das Ammoniak aus den kontaminierten Lagerräumen zu pressen und es mit Wasser niederzuschlagen. Messtrupps kontrollieren permanent die Konzentrationen, die nach und nach geringer wurden.

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Das Rote Kreuz bemühte sich mit 70 Einsatzkräften um die Betroffenen, die zur Beobachtung und Betreuung ins Gemeindehaus gebracht wurden.

Pearl ist in Deutschland einer der größten Versender von Software, PC-Hardware und Zubehör sowie Lifestyleprodukten. Neben dem Zentrallager in Buggingen und einem Außenlager in Heitersheim hat das Unternehmen in Auggen ein Factory-Outlet, das von dem Vorfall betroffen ist.

Autor: gb