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17. Januar 2012
Große Spielfreude, kräftiger Applaus
Musikverein Auggen präsentiert anspruchsvolles und abwechslungsreiches Jahreskonzert.
AUGGEN. Mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Jahreskonzert bescherte der Musikverein Auggen seinem Publikum in der Sonnberghalle einen schönen Abend. Vor vollem Haus spannte das Orchester mit konzertanter Blasmusik den zeitgenössischen musikalischen Bogen von irischer Folklore über spanischen Paso Doble bis zum Musical.
Moderne Titel, mit hörbarem Vergnügen interpretiert, spielte auch der musikalische Nachwuchs. Carl-Philiipp Rombach, Dirigent sämtlicher Altersgruppen von den Bläserklassen bis zum Aktivorchester, bewies wieder einmal, dass er richtig gute Arbeit leistet. Bereits die Kinder der Bläserklassen überraschten zur Konzerteröffnung beim Stück "Fina" mit gut gemeisterten Wechseln der Lautstärke. In diesem Sinne ging es weiter beim Vororchester mit "Thunder Rock".
Das Jugendorchester wiederum bot flotte Unterhaltung mit der Titelmelodie aus "Fluch der Karibik", dem ein treibendes Schlagzeug, nachdrückliche Blechbläser- und stimmungsvolle Holzbläserpassagen die angemessene Dramatik verliehen. Differenziertes Spiel legten die jungen Musiker auch bei den Popmusik-Medleys von Michael Jackson und Queen an den Tag. Die Gründung des Jugendorchesters vor fünf Jahren war eine gute Entscheidung, fand Vorsitzender Jürgen Gugelmeier, der mit seinen humorvollen Ansagen immer wieder für Heiterkeit im Zuhörerraum sorgte. 35 junge Leute werden derzeit beim Musikverein Auggen ausgebildet.
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Das Aktivorchester machte es spannend: Dreimal erschallte ein langgezogener Tusch hinter dem geschlossenen Vorhang, erst dann stiegen die Musiker mit Ferrer Ferrans "Don Victor" in einen feurigen Paso Doble ein. Weiter ging’s von Spanien in den Schwarzwald und Markus Götz’ "Silva Nigra". Mit hörbar großer Spielfreude widmeten sich die Musiker der atmosphärisch dichten Komposition aus der Heimat für die Heimat. Hier ist alles drin: Geheimnisvolle Morgendämmerung und friedliche Abendstimmung, Vogelgesang und Kirchenglocken, viel Abwechslung und viel Raum für die einzelnen Register und ihre charakteristischen Klangfarben. Zart und verhalten stieg das Orchester ins Stück ein, ließ stufenlos die Lautstärke anschwellen und leitete mit flirrenden Klarinetten und Querflöten ins suggestive Thema ein. Heitere Motive, unterlegt von den hellen Staccati der Holzbläser, ruhig-melancholische Passagen der tiefen Blechblasinstrumente, temperamentvolle Trompeten und anrührender Chorgesang rissen die Zuhörer mit, die sich mit kräftigem Applaus bedankten.
Danach schlug die Stunde der Klassik beim sanften Wiegenlied aus Philipp Sparkes "Concertino Classico". Hier überzeugte Querflötistin Ann-Kathrin Faißt mit ihrem liebevoll und fein gespielten Solo, umrahmt vom samtig-weichen Klang der Tubas und einem Gesamtorchester, das sich kongenial in der Lautstärke zurücknahm. Mit aufrüttelnden Paukenschlägen und hellen Fanfaren ging es weiter mit Carl Wittrocks von der irischen Volksmusik inspirierten "Lord Tullamore" und stetigen Wechseln von kämpferischen, lebhaften und lyrischen Passagen.
Mit weit gespannten Melodiebögen, zarten Holzbläsern, dem von den hellen Blechbläsern kraftvoll interpretierten dramatischen Phantom-Thema und einem gellenden Schreckensschrei war bei Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper" jede Menge Spannung geboten. Weicher Big-Band-Sound beim Broadwaysong "Somewhere Over The Rainbow" umrahmte die klare, voluminöse und erstaunlich reife Stimme der jungen Sängerin Lena Cutillas, die das Auggener Publikum mit ihrem Gesang nicht zum ersten Mal anrührte.
Mit tänzerischen Südseeträumen, kräftigem Applaus und zwei Zugaben klang der Konzertabend aus.
AUSZEICHNUNGEN
Wolfgang Meier, seit 40 Jahren aktiver Musiker und neu ernanntes Ehrenmitglied des Musikvereins Auggen, wurde beim Jahreskonzert von Uwe Jordan, Musikbeirat des Markgräfler Musikverbands, mit der goldenen Verbandsehrennadel ausgezeichnet. Stolz ist der Verein auch auf die junge Trompeterin Nadja Gaes, die 2011 das Bronzene Leistungsabzeichen des Verbands erwarb.
Autor: sil
Autor: Silke Hartenstein
