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31. Januar 2017

Haußmann: "Noch viele offene Fragen"

Debatte um Rheintalbahn.

  1. Der FDP-Abgeordnete Haußmann in Müllheim Foto: Münch

MÜLLHEIM (hub). Im Ringen um die Ausgestaltung des Rheintalbahnausbaus zwischen Hügelheim und Auggen zeichnet sich für die Kritiker der Bahnpläne ein neuer Ansatzpunkt ab. Im Fokus stehen die von der DB avisierten bis zu neun Meter hohen Lärmschutzgalerien, vom Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland (BBM) auch als "Stahlhallen" bezeichnet. Nach einem Treffen mit den Bürgermeistern aus Müllheim, Auggen und Bad Bellingen – Astrid Siemes-Knoblich, Fritz Deutschmann und Christoph Hoffmann – sowie Vertretern von BBM und IG Bohr forderte Jochen Haußmann, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Stuttgarter Landtag, diese Form des Lärmschutzes müsse noch einmal hinterfragt werden.

"Das ist eine technische Herausforderung, wie es sie in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat", erklärte Haußmann, der auf Vermittlung des Bad Bellinger Bürgermeisters und FDP-Bundestagskandidaten Hoffmann am Montag zum Gedanken- und Informationsaustausch ins Müllheimer Rathaus gekommen war. Der FDP-Politiker war nicht das erste Mal in der Region, er verfolgt die Diskussionen um den Ausbau der Rheintalbahn bereits seit einigen Jahren.

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Als der Projektbeirat auch dem Markgräflerland Vollschutz beim Bau des dritten und vierten Gleises zugesichert habe, sei noch nicht absehbar gewesen, dass das derart massive Bauwerke nach sich ziehen würde. "Darum lohnt es sich, den Beschluss des Projektbeirats und den daraus resultierenden Bundestagsbeschluss aus dieser Perspektive nochmal unter die Lupe zu nehmen." Das Argument, dass die Zeit dränge und daher weitere Diskussionen zu vermeiden seien, will Haußmann nicht gelten lassen. "Die Umsetzung des Projektbeirats-Beschlusses zum Vollschutz zieht ohnehin ein Planänderungsverfahren oder gar ein ganz neues Planfeststellungsverfahren nach sich, das mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen wird", so Haußmann. Es gebe noch "viele offene Fragen", erklärte der FDP-Abgeordnete, die er nach Stuttgart zur Beratung in seiner Fraktion, aber auch mit Abgeordneten der Regierungsfraktionen mitnehmen werde.

Roland Diehl, Sprecher der IG Bohr, fordert ein Gutachten, das die technische Umsetzung der von der Bahn geplanten Lärmschutzgalerien unter die Lupe nehmen soll. Diehl führte als ein mögliches Problem unter anderem den starken Winddruck an, der durch die Züge verursacht wird, die nach dem Willen der Bahn mit bis zu 250 km/h zwischen den Lärmschutzwänden unterwegs sein sollen.

Autor: hub