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12. Juli 2011

Kinder sagen Nein – wie die Ice-Girls

Das Gewaltpräventionstheater "Geheimsache Igel" gastiert in der Sonnberghalle Auggen.

  1. Die Ice-Girls begeistern als Krümel und Wurzel die Kinder. Foto: Umiger

AUGGEN. Krümel und Wurzel sind echte Freundinnen, die sich alles erzählen – bis Krümels sonnengelbe Welt von dem "blauen Mann" überschattet wird. Der Igel weiß, was los ist, aber er sagt nichts. Doch Krümel lernt, dass man Nein sagen und über das Böse reden muss. Das ist die Botschaft des Präventionsprojektes "Geheimsache Igel", das am Samstag rund 450 Kinder in der Auggener Sonnberghalle begeisterte.

Der Schauspieler, Autor und Regisseur Olaf Krätke hat das Präventionstheater gegen Gewalt und Missbrauch 1998 konzipiert. Seither wurde es 1500-mal in Schulen, Kindergärten und auf deutschen Bühnen aufgeführt. In Auggen spielte das Ensemble der ersten Stunde mit den Ice-Girls – Sonja Welter und Susanne Bloß –, bekannt aus dem Tabaluga Tivi, und Olaf Krätke, dem Urobe aus dem Kinofilm "Wickie und die starken Männer". Er mimte in Auggen den blauen Mann.

Zuerst wurde "Geheimsache Igel" auf einer großen Leinwand als Film gezeigt. Dann kam das Theaterstück mit demselben Text und somit einem Wiedererkennungswert für die Kinder. Dem Aufruf des Moderators und Schauspielers Patrick Finger zum Mitmachen folgten die Kinder, indem sie die Bühne stürmten und den Schauspielern fast zu nahe auf die Pelle rückten. Aber so war es auch gedacht: Theater für und mit Kindern.

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"Spiel’ mit mir", fordert der blaue Mann Krümel auf, lockt zuerst mit einer Belohnung und droht dann, den Igel umzubringen. Damit zwingt er Krümel, in die dunkelblaue Kiste zu steigen und beschwört sie anschließend, das Unsägliche als Geheimnis zu wahren. Doch Freundin Wurzel spürt, dass etwas nicht stimmt. Sie bringt Krümel dazu, dass sie redet und lehrt sie, Nein zu sagen. Auch die jungen Zuschauer lernen das. Im Chor schreien sie ganz laut: "Ich sage Nein!"

Auch die Lieder der Ice-Girls gegen Gewalt unter Kindern und Jugendlichen sind zum Mitsingen: "Es ist an der Zeit, dass sich keiner mehr versteckt. Wir fordern alle auf: Bitte mehr Respekt!" Es geht darum, dass man sich bei Auseinandersetzungen mutig zeigt und den Schwachen beisteht.

Geheimsache Igel gibt es bislang noch nicht in Frankreich. Das soll sich ändern. Irma Barry-Schmitt, die international bekannte Schauspielerin und Sängerin – sie war Pipi Langstrumpf im gleichnamigen Musical – stellte sich vor. Die deutsche Künstlerin lebt in Paris und ist nach Auggen gekommen, weil sie das Präventionstheater in französischer Sprache in ihrer Wahlheimat Frankreich etablieren will, mit Hilfe von Kiwanis, wie sie betonte. Vor einem Jahr wurde Olaf Krätke der Kiwanis-Preis verliehen. Die Kiwanis-Clubs Badenweiler-Müllheim, Neuenburg und Minerva Markgräflerland haben die Aufführung des Theaters in Auggen finanziell unterstützt, gemeinsam mit den Organisatoren, Rosemarie Bader und Hartmut Krone vom Seniorenbüro Auggen. Den Sponsoren, Organisatoren und der Gemeinde Auggen, die ihre Sonnberghalle kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, dankte als Schirmherr der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster. Er kündigte den Kindern an: "Geheimsache Igel ist so gut wie Harry Potter."

Für die anwesenden Kinder war es vielleicht noch besser, denn sie durften ihren Stars nicht nur auf der Bühne, sondern auch nach der Vorstellung ganz nahe kommen und standen Schlange für Autogramme. Zusätzliches Vergnügen bereitete Sara Weltle von der Villa Kunterbunt, die Kinder nach deren Wünschen schminkte. Dazu haben die Neinsager gerne Ja gesagt.

Autor: Sigrid Umiger