Mit Feuer und Flamme gegen Bahnpläne im Markgräflerland

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Sa, 06. Dezember 2014 um 15:15 Uhr

Auggen

Hunderte Menschen haben am Freitagabend in Auggen bei ungemütlichem, nasskalten Wetter gegen die Pläne der Deutschen Bahn zum Ausbau der Rheintalbahn im Abschnitt zwischen Hügelheim und Auggen demonstriert. Unter dem Motto "Wir brennen für die Tieflage" zogen sie mit Fackeln zu einem Mahnfeuer auf dem Gewerbegebiet Brauetsmatten unweit der Bahntrasse, um gegenüber Bahn und Politik ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen – und zwar nach einem Ausbau des dritten und vierten Gleises, der die Interessen der Region beim Lärmschutz, beim Flächenverbrauch, bei der Sicherheit und einem zukunftssicheren ÖPNV-Angebot berücksichtigt.

Zuvor hatten etwa 300 Zuhörer in der Auggener Sonnberghalle einen langen Reigen an Grußworten und Reden von Bürgermeistern, regionalen Abgeordneten sowie Vertretern der Bürgerinitiativen verfolgt. Einhelliger Tenor: Die auf Betreiben der Gemeinden im Planfeststellungsabschnitt 9.0 und der Bürgerinitiativen Bürger-Bündnis Bahn, MUT und IG Bohr entwickelte Alternativplanung, die sogenannten "Beste Lösung/Optimierte Kernforderung 6", sei letztlich nicht nur im Interesse der Region, sondern auch der Bahn, da sie sowohl für den Güterverkehr als auch für den Fern- und Regionalverkehr bessere Betriebsabläufe mitbrächte als die DB-Pläne für die Antragstrasse. Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich bezeichnete die "Optimierte Kernforderung 6" als "Win-Win-Win-Situation" für Region, Land und Bahn.

Mehrfach wurden Forderungen in Richtung des Landesverkehrsministers Winfried Hermann laut, Stuttgart solle durch eine prinzipielle Zusage, sich an der Übernahme von Mehrkosten zu beteiligen, den Prozess weiter voranbringen, der auf die von der Region gewünschte Lösung zulaufe – ähnlich den Einigungen, die bereits an anderen Stellen beim Ausbau der Rheintalbahn erzielt wurden, wie etwa mit Blick auf die Bürgertrasse im nördlichen Markgräflerland.

Gerhard Kaiser von der Bürgerinitiative MUT, der mit ausführlichem Anschauungsmaterial die Details der "Optimierten Kernforderung 6" erläuterte, gab in deutlichen Worten seinem Unmut über die Deutsche Bahn Ausdruck, die sich seit Jahren gegenüber den Wünschen und Argumenten der Region "bockig" zeige. "Warum schafft ihr Politiker es eigentlich nicht, diese Herrschaften von der Bahn endlich mal auf die richtige Spur zu bringen?", rief Kaiser aus.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster wiederum erklärte, es bringe wenig, immer auf die Bahn zu schimpfen. Wenn sich die Politik einig sei, bliebe der Bahn gar nichts anderes übrig, als auf die Forderungen der Region einzugehen, zeigte sich Schuster überzeugt. Worum es letztlich gehe: Eine große, parteiübergreifende Mehrheit und damit eben auch Abgeordnete aus weit entfernten Regionen im Bundestag davon zu überzeugen, dass es sinnvoll sei, für eine verbesserte Bahnplanung in Südbaden Steuergelder in die Hand zu nehmen. "Die Bahn baut nur das, was sie muss", so Schuster. Nun gehe es darum, über Parteigrenzen hinweg noch einmal einen solchen Schulterschluss in Land und Bund hinzubekommen, wie bereits bei anderen Kernforderungen von Baden 21 geschehen. "Dann haben wir eine Chance", sagte Schuster.