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15. Mai 2014

"Rote Karte" schon gehisst

Info im Gemeinderat Auggen: Auch Schliengen und Bad Bellingen sind dabei, um Druck zu machen.

  1. So hoch wie eine Lärmschutzwand der Bahn, 6,50 Meter, ist die Tafel, die von der Gemeinde im Gewerbegebiet Auggen platziert wurde. Foto: Umiger

AUGGEN. Die Gemeinde Auggen ist für die große Bahndemo am Sonntag gerüstet. Vor der Sonnberghalle ist die "Rote Karte" geflaggt, auf dem Kreisel stehen zwei Einladungsplakate und davor eine 6,50 Meter hohe Tafel als Symbol für die Lärmschutzwand, die keiner will. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat 27 370 Euro für die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie.

Mit der Studie bereits beauftragt wurde das Büro Biechele Infra Consult Freiburg. Sie soll die Machbarkeit der sogenannten "Besten Lösung" – der Tieflage der Güterzuggleise von Buggingen bis Auggen – nachweisen, die vom Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland (BBM) als Alternative zur Antragstrasse entwickelt wurde. Die Kosten von 91 214 Euro werden zu 60 Prozent von der Stadt Müllheim, zu zehn Prozent von der Bürgerinitiative MUT/IG Bohr und zu 30 Prozent von Auggen getragen.

Der Durchbruch bei den Behörden sei erst mit dem Einsatz der IG Bohr – ab dem 10. April 2014 – erfolgt, betonte Bürgermeister Fritz Deutschmann. Inzwischen habe Gerhard Kaiser (BBM) auch die Politik davon überzeugt, dass die "Beste Lösung" eine kostenneutrale Optimierung der Kernforderung 6 ist, so Deutschmann. Jetzt müsse man beweisen, dass diese Lösung für die Bürger, die Raumschaft und die Bahn wesentliche Vorteile bringt, so BBM-Sprecher Peter Pilger.

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Die Wunschtrasse ermögliche, dass alle Güterzüge, wie in der Kernforderung 6 gefordert, durch den Katzenbergtunnel fahren können. Das bringe der Bahn mächtige Gewinne und sei auch die Voraussetzung für eine bessere Taktung des Nahverkehrs, mit dem Ziel eines Halbstundentakts, sagte Deutschmann. Dadurch könne auch die Stadt Müllheim ihrer Stellung als Verkehrsknotenpunkt Rechnung tragen. Für Auggen bedeute die "Beste Lösung" zwar einen Flächenverbrauch von rund 15 Hektar, was aber vertretbar sei, weil kein Wohnhaus Passivlärmschutz brauche. Der wäre bei der Antragstrasse der Bahn bei etwa der Hälfte aller Häuser in Auggen – als bei 480 – notwendig, so der Bürgermeister.

Nach jüngsten Gesprächen seien auch die Gemeinden Bad Bellingen und Schliengen mit im Boot. Das hätten die Bürgermeister Christoph Hoffmann und Werner Bundschuh zugesagt, informierte Peter Pilger. Beide hätten zugesichert, ebenfalls Druck zu machen, da es auch in ihrem Interesse sei, den gesamten Güterverkehr durch den Katzenbergtunnel abzuwickeln, sagte Peter Pilger.

Bei der Bahndemo am Sonntag werde der Auggener Pfarrer Gernot Schulze-Wegner eine politische Predigt halten, kündigte Deutschmann an und meinte: "Darauf dürfen wir gespannt sein."

Bahn-Demo in Auggen: Sonntag, 18. Mai, in und vor der Sonnberghalle Auggen, ab 11 Uhr Gottesdienst, ab 12.30 Uhr Infos von Gerhard Kaiser und von Gastrednern.

Autor: Sigrid Umiger