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03. Januar 2012
Weichen sind neu gestellt
Der WK Auggen und die WG Schliengen haben ihre Betriebe 2011 mit Fusionspartnern erweitert.
AUGGEN/SCHLIENGEN. Das Jahr 2011 brachte den Weinerzeugern des Markgräflerlandes beste Qualitäten und ausreichende Mengen. Für den Winzerkeller Auggener Schäf und die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim war das Jahr aber besonders prägend. Beide Genossenschaften haben mit Partnern fusioniert und somit ihre Betriebe erweitert. Das Resümee ziehen die Geschäftsführer Thomas Basler für den Winzerkeller Auggen und Wolfgang Grether für die Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim.
Thomas Basler: Der Winzerkeller Auggener Schäf feiert 2012 sein 90-jähriges Bestehen, und das Jahr 2011 war für uns ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Genossenschaft. Die im September vollzogene Zusammenführung mit der Winzergenossenschaft Laufen hat in beiden Betrieben bestens geklappt. Unser Partner hat 150 Hektar Reben und 70 Mitgliedswinzer eingebracht, so dass der Winzerkeller Auggen mit heute 480 Hektar Flächen und 370 Mitgliedern die zweitgrößte Winzergenossenschaft des Markgräflerlandes ist. Die erste gemeinsame Lese verlief hervorragend. Der 2011er brachte optimale Qualitäten und nach zwei kleineren Jahrgängen eine gute Menge, die wir dringend brauchen. Nach wie vor geben die Winzer aus Laufen ihre Trauben in Laufen ab, was ihnen lange Anfahrtswege nach Auggen erspart. Eigenständig bleiben beim Partner Laufen auch der Weinausbau, der Barverkauf und das örtliche Weinsortiment. Ändern wird sich ab Januar 2012, dass das Büro und die Verwaltung nach Auggen verlegt werden. Diese Zentralisierung ist als weiterer Schritt notwendig, um die Vermarktung und den Vertrieb effektiv zu organisieren und um die Kosten zu senken, damit wir die sehr guten Auszahlungspreise für die Winzer auch in Zukunft sichern können. Dazu trägt auch unsere neue Abfüllanlage mit einer Kapazität von rund 10 000 Flaschen in der Stunde bei, die Mitte November in Betrieb ging und optimal ausgelastet wurde. Künftig werden rund fünf Millionen Weinflaschen gefüllt, davon 1,5 Millionen mit Laufener Wein. Im Oktober haben wir das Laufener Weinsortiment in die Vertriebsgesellschaft Weinland Baden, deren Mitgesellschafter wir sind, überführt. Damit haben wir bundesweit eine ideale Ergänzung zu unserem Sortiment. Auggen und Laufen produzieren beide hervorragende Qualitäten, was die Auszeichnungen in 2011 bestätigt haben. Wir sind auf einem guten Weg, und die Winzer aus Auggen und Laufen können in Zukunft von dieser Fusion profitieren.Werbung
Wolfgang Grether: 2011 gehört sicher zu den erfolgreichsten und bewegtesten Jahren der WG. Nachdem zu Jahresbeginn die Umsatz- und Ertragslagen angespannt bis schwierig waren, konnten wir das in den ersten sechs Monaten wieder aufholen, so dass Ende Juni alle Eckdaten wieder stabil waren. Parallel zu der sehr straffen Umsatz- und Geschäftsentwicklung, die im Frühjahr 2011 geradezu als Aufholjagd begonnen hatte, wurden auch die ersten Gespräche mit der Kaiserstühler Winzergenossenschaft Bahlingen "Die Winzer vom Silberberg eG" geführt. In einer sehr kurzen Zeit der Verhandlung und Konzeptentwicklung und einer schnellen Zusammenarbeit aller beteiligten Gremien sowie dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, wurde am 22. November die Fusion rückwirkend zum 1. Juli 2011 besiegelt. Die Vergrößerung unserer Rebfläche auf 324 Hektar – davon 205 Hektar aus Schliengen und 119 Hektar aus Bahlingen – sowie einem weiteren Zugang von 25 Hektar von Tuniberg stellt für unsere Genossenschaft eine große Herausforderung dar. Alles in allem sind wir mit der Ernteentwicklung 2011 zufrieden. Der qualitativ und quantitativ gute Weinjahrgang trägt zum Optimismus für das kommenden Jahr bei. Der 2011er ist mit Sicherheit ein bemerkenswerter Jahrgang. Mit besten Weinqualitäten und dank einer sehr positiven Umsatz- und Absatzentwicklung blicken die Winzerinnen und Winzer sowie Vorstand, Aufsichtsrat und die Geschäftsführung hoffnungsvoll ins Jahr 2012, mit der Erkenntnis, dass die gesteckten Ziele erneut erreicht werden können. Dies auch vor dem Hintergrund, dass zum Glück immer mehr Verbraucher die gute Qualität der deutschen Weine schätzen und dass sich diese einer guten Nachfrage erfreuen.
Autor: Sigrid Umiger
