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17. September 2011
"Wer einmal gekostet hat, will mehr davon"
Mit einer festlichen Weinprobe eröffnete der Winzerkeller Auggener Schäf am Donnerstag das fünftägige Winzerfest.
AUGGEN. Wenn 1000 Leute gemeinsam schunkeln – wie am Donnerstag im Festzelt des Winzerkellers – liegt das nicht nur an der guten Musik. Schon gar nicht in Auggen. Bei der festlichen Weinprobe standen zwölf Erzeugnisse der Genossenschaft im Mittelpunkt, präsentiert von Sommelier Reinhard Danner.
Auf ihre erste Weinhoheit habe die Gemeinde Auggen lange warten müssen, sagte Winzerkeller-Geschäftsführer Thomas Basler und stellte sie voller Stolz vor: die Markgräfler Weinprinzessin Laura Kiefer. Sie eröffnete das 56. Winzerfest. Bereits im 8. Jahrhundert sei der Grundstein des Auggener Weinbaus in Hach und Zizingen gelegt worden, erklärte sie und sagte, beim Gutedel sei es wie bei der Liebe: "Wer einmal gekostet hat, will mehr davon."
Dem Genuss stand bei der Weinprobe nichts im Wege. 34 Trachtenträger des Auggener Heimatvereins waren wieder unter der Regie von Friedrich Kuhn als Mundschenke im Einsatz. Die Weine hatte Kellermeister Andreas Philipp gemeinsam mit dem Durbacher Sommelier Reinhard Danner ausgesucht – und allesamt nur vom Feinsten, darunter neun mit Goldmedaillen und einer mit Silber prämiert. Seine vierte Moderation in Auggen startete der Sommelier mit "roten Persönlichkeiten", wie dem Hubertus, einem Cuveé aus Spätburgunder, Cabernet und Regent. Nach den spätsommerlichen Erfrischungen – Roter Gutedel und Weißherbst – ging es über Gutedel und Müller-Thurgau zu Sauvignon Blanc und Weißburgunder Kabinett, der dank des Lösbodens in Auggen ein "ausladendender Gaumenschmeichler" sei. Passend zur fortgeschrittenen Zeit präsentierte der Experte zwei Spätlesen, die eine ein im Barrique gereifter Chardonnay, die andere ein Gewürztraminer. Den süßen Abschluss machte als Dessertwein ein Gutedel Eiswein aus dem Barrique-Fass, dessen Trauben 2008 gelesen wurden.
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Wer gut trinkt, soll auch gut essen: Eine große Auswahl bot der Fallerhof, der an allen fünf Winzerfesttagen wirtet, und neben dem Bierbrunnen vor dem Zelt gab es frisch gebackene Flammkuchen. Auch das musikalische Menü war ein Genuss. Die Hauskapelle Atlantis begann mit sanftem Dinner-Jazz, vor den Evergreens zum Mitsingen, Schunkeln und Tanzen.
Bürgermeister Fritz Deutschmann überbrachte Grüße aus der französischen Partnergemeinde Château-neuf-du-Pape, deren Winzer zurzeit auch mitten in der Weinlese stehen. Wegen der frühen Rebblüte – sie beginnt immer 100 Tage vor der Reife – sei in Auggen der Fädrewieße bereits Ende August geherbstet worden. "so früh wie noch nie", sagte Thomas Basler, der unter den Gästen auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster begrüßte.
Viele Gäste seien wegen der schönen Laura Kiefer gekommen, mutmaßte das Auggener Trachtenpärchen Lisa Schmidt und Louis Müller, beide zehn Jahre alt. "Sie isch clever un sehr schlau und unter uns Männer, schön isch sie au", reimte Louis. Lisa fügte an, dass sie die nächste sein wolle, die das Krönchen trägt.
Autor: Sigrid Umiger
