Aus alt mach anders – lautet die Devise im Kieswerk

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. Oktober 2018

Weil am Rhein

Die Weiler Künstlerin Rita Brucker zeigt, wie sich gebrauchte Gegenstände in ganz neue Zusammenhänge einbinden lassen.

WEIL AM RHEIN (BZ). Was die einen achtlos als Müll entsorgen, das ist für die Weiler Künstlerin Rita Brucker schon seit Jahren inspirierendes Grundmaterial für ihre Werke. Der Kunstraum Kieswerk mit seinem rustikal-nostalgischen Look bietet seit Mittwoch nun das perfekte Ambiente für eine Ausstellung ihrer neuesten Kreationen – die erste eigene Ausstellung der Weiler Künstlerin, die sich dem Upcycling verschrieben hat und für die sich damit ein lange gehegter Traum erfüllt.

Faszinierende Arrangements gab es denn auch für die Besucher der Vernissage am Mittwochabend zu entdecken. Die professionellen Wurzeln von Rita Brucker als gelernte Floristin sind dabei nicht zu übersehen. Immer wieder sind es Blumen, Gräser und Ranken, die in Verbindung mit Alltagsgegenständen von ihr regelrecht inszeniert werden.

Umrahmt wurde die Vernissage von Studenten des theologischen Seminars Sankt Chrischona. Eine Einführung in das Wirken von Rita Brucker gab Petra Heck. Wie Brucker ist sie Künstlerin aus Leidenschaft und so gelang es ihr in ihrer Laudatio, die Besucher feinfühlig auf den Abend voller abstrakter Entdeckungen einzustimmen. Rita Bruckers Produkte seien spekulativ und zusammenhanglos, ein wenig grotesk, könne man meinen, führte Heck aus. Sie lasse in den Kreationen verschiedene Komponenten miteinander verschmelzen, man sehe dabei keine gerade Linie, alles sei ein Fluss aus Kreativität und Fantasie. Brucker nehme das, was der Mensch im alltäglichen Leben in die Mülltonne wirft, und kreiere daraus raffinierte, zum Nachdenken animierende Kunstwerke, fasste Petra Heck ihre Eindrücke von der Ausstellung zusammen.

Brucker hat das gesamte Erdgeschoss mit ihren einfallsreichen Kunstwerken belegt. Auf die Frage, wie sie ihre Kunstwerke beschreibt, sagt sie humorvoll: "Ich mach aus alt anderes" und ergänzt: "Es gibt keine richtige, oder falsche Interpretation meiner Werke. Interpretation heißt Inspiration, und das will ich mit meiner Kunst erreichen."

Die Ausstellung, die täglich von 14.30 bis 19 Uhr geöffnet ist, trägt den Titel "Upcycling". Die Künstlerin steht für Fragen zur Verfügung. Sie freue sich über jeden Gast, der offen ist, sich auf die neuartige Kunst einzulassen, erzählte sie am Rande der Vernissage. Begleitend bietet die Künstlerin folgende Kurse an: am 12. Oktober "Ring Ding", in dem ein Frischblumenkranz auf einem nostalgischen Teller entsteht; am 15. Oktober "Eimergeschichten"; am 17. Oktober "Bullauge"; am 19. Oktober einen Kurs für Kinder; am 20. Oktober "Meditatives Papierfalten" und am 22. Oktober "Herbstliches Holztablett".

Anmeldemöglichkeiten und weitere Infos gibt es auf der Homepage cycleMe.de/kurse-im-kieswerk.