Comeback

Aus dem "Geisterhaus am Schauinsland" werden Ferienwohnungen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 05. Dezember 2018 um 20:56 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Jahrelang war das "Geisterhauses am Schauinsland" dem Verfall preisgegeben. Nun starten die ersten Bauarbeiten für eine Anlage mit Ferienwohnungen. Im Sommer 2020 soll alles fertig sein.

Durch den Umbau des Gebäudes sollen 38 Appartements mit Balkonen oder Terrassen, ein Wellnessbereich mit Sauna sowie eine Gaststätte entstehen. Aktuell habe man mit Erdarbeiten sowie mit dem Abriss nicht benötigter Anlagen begonnen, teilte Achim Hombach von der Berghaus-Geschäftsführung mit.

Auch nach dem erwarteten Wintereinbruch werde man im Gebäude selbst weitere vorbereitende Arbeiten vornehmen können. Der richtige Aus- und Umbau soll dann im Frühjahr 2019 starten. Bis zum Sommer 2020 sollen die Arbeiten fertig sein und das Gebäude genutzt werden können.

Das Berghaus soll mit Pellet-Heizung, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Photovoltaik, Grauwasserrückgewinnung sowie Dämmung auf einen hohen energiesparenden Standard ausgelegt werden. Federführend bei den Arbeiten ist die Kirchzartener Firma Sutter. Sie hat in den letzten Jahren andere große, alte Baukomplexe erneuert – die Talvogtei in Kirchzarten, Gutshofscheune in Umkirch, das Käppele in Schallstadt und die Bergstationsgaststätte am Schauinsland.

Das Berghaus soll als Anlage mit 38 Ferienwohnungen betrieben werden. Die bisher etwa zur Hälfte verkauften Wohnungen gehören Privateigentümern, die sie selbst wenige Wochen im Jahr nutzen können, für die übrige Zeit werden sie als Ferienwohnungen zentral vermietet. Die bisherigen Eigentümer sind Privatpersonen aus Freiburg und dem Umland.
Berghaus Freiburg

Das Berghaus am Schauinsland liegt auf der Gemarkung der Gemeinde Münstertal, direkt am Grenzdreieck zu Freiburg und Oberried-Hofsgrund in 1190 Metern Höhe. 1936 wurde es als Hotel von der Familie Burggraf errichtet, als großes kompaktes dreigeschossiges Fachwerkgebäude auf einem aus Steinen aufgesetzten Untergeschoss. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es als französische Kommandantur, später als Kindererholungsstätte und dann als Schullandheim der Stadt Pforzheim genutzt. Danach erwarb es die Stadt Freiburg und nutzte es Ende der 1980er Jahre als Flüchtlingswohnheim und später als Studentenwohnheim der Universität. In den Jahren 1999 bis 2001 erfolgte der Umbau zu einer Rehaklinik, der aber gestoppt wurde und in einer Insolvenz endete. Durch den anhaltenden Leerstand und durch Vandalismus drohte der Verfall des "Geisterhauses am Schauinsland". 2013 erwarb es die dafür gegründete Berghaus GmbH. Sie plante zunächst ein Seminar- und Gästehaus, was 2015 aber fallen gelassen wurde. Seit 2017 wird nun das Konzept eines Ferienwohnungskomplexes mit Gastronomie verfolgt.

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