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15. Dezember 2011 20:47 Uhr
Strampeln gegen die Pfunde
Aus Dick mach Dünn
Michaela Schmitz hat viel versucht um abzunehmen. Doch erst als sie begann, Aquacycling zu betreiben, purzelten die Pfunde. Inzwischen wiegt sie über 60 Kilogramm weniger – und macht weiter.
Sich selbst die Schuhe zubinden, in Caféhausstühlen platznehmen, sich in jedem Auto anschnallen können – das war bis vor kurzem alles andere als normal für Michaela Schmitz. Normal war, dass ihr die Leute auf der Straße wegen ihrer Leibesfülle hinterherschauten oder dass ihr Fahrradreifen platt wurde beim Draufsetzen. 167 Kilogramm brachte die dreifache Mutter damals auf die Waage. Doch diese Zeiten sind vorbei.
Im September 2008 begann sie ihren Dreijahresplan. Der eigentliche Auslöser dafür war eine schwere Erkrankung ihrer Tochter, erzählt sie. Als die wieder gesund war, sagte sie sich: "So, jetzt bin ich dran. Es kann nicht sein, dass meine Tochter gesund ist und ich einem Herzinfarkt entgegengehe." Hier machte es das erste Mal ›Klick‹ in ihrem Kopf. Dreimal pro Woche geht sie seitdem für je eine Stunde zum Aquacycling in die Vita Classica in Bad Krozingen.
Bis jetzt hat sie 67 Kilo verloren, 20 weitere sollen noch runterkommen. Bei diesem Programm gab es keinen Jojo-Effekt, im Gegensatz zu allen anderen Abnehmversuchen, die sie vorher unternommen hatte. Es gab nur einmal fünf Monate, in denen sie nur zwei Kilo abnahm. "Dafür gingen im Juni und Juli darauf über 10 kg weg", sagt sie. Inzwischen hat sie es natürlich schwerer, die Pfunde zu verlieren als zu Beginn des Programms.
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Unter Wasser Rad zu fahren schont im Gegensatz zu anderen Sportarten die Gelenke, da das Wasser den schweren Körper trägt. Und man muss keine besondere Technik erlernen, wie etwa beim Kraul-Schwimmen. Dennoch hatte Michaela Schmitz fast von Anfang an eine angehenden Sportwissenschaftler, Tobias Gary, an ihrer Seite. Dieser schrieb über den Zusammenhang von Aquacycling und Gewichtsreduktion seine Diplomarbeit: Mit 30 anderen Leuten, jeder mit einem Body-Mass-Index (BMI)von über 35 (ihrer lag zu Anfang bei 56), nahm sie an seiner Studie teil, die nachwies, dass man innerhalb von acht Wochen erheblich an Gewicht verlieren kann – bei regelmäßigem betreuten Training. Das ist Michaela Schmitz auch wichtig zu betonen: Niemand sollte einfach so ins Wasser gehen und anfangen zu strampeln, eine Betreuung durch einen erfahrenen Trainer ist unerlässlich: So ist es gerade für Übergewichtige eher gefährlich z. B. ohne Pulsuhr mit dem Sport anzufangen; auch über Vorerkrankungen sollte der Trainer Bescheid wissen oder ob Medikamente eingenommen werden.
Das größte Problem bei langfristigen Abnehmaktionen ist die Motivation, dabeizubleiben. Das fiel der 46-Jährigen nicht sehr schwer: "Als die ersten 20 Kilo nach kurzer Zeit gepurzelt sind, war ich wie in einem Rausch: Das ist etwas, womit ich es schaffen kann. Es hat ganz laut in meinem Kopf ›Klick‹ gemacht." Und sie bekam gute Rückmeldungen und Komplimente von ihrem Umfeld, von ihrer Familie.
Heute liegt ihr BMI bei 32. Auch ihre Kleidergröße ist extrem zurückgegangen, von Größe 60 auf 46. Und ihre Tochter kommt beim Umarmen um sie herum."Ich bin nicht wenig stolz", sagt sie.
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Autor: Lorenz Bockisch


