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07. März 2017

Berufswahl

Ausbildungsmesse für drei Länder in St. Louis

Die Trinationale Job- und Ausbildungsbörse „Trinat’emploi“ feierte in Saint-Louis Premiere. An den 93 Ständen bildeten sich lange Schlangen.

  1. Auch Organisationen aus dem Kreis präsentierten sich in Saint-Louis. Foto: Annette Mahro

SAINT-LOUIS (ama). Der Publikumsandrang war groß bei der ersten trinationalen Job- und Ausbildungsbörse "Trinat’emploi" in Saint-Louis, zu der die regionale Unternehmervereinigung Acteco 3F am Wochenende eingeladen hatte. Mehr als 300 Stellen bei in der Region ansässigen Arbeitgebern waren angeboten, rund 600 Schülerinnen und Schüler nahmen an Informationsvorträgen zur Berufswahl teil. Neben der starken französischen Auswahl, waren deutsche Unternehmen noch rar; auch aus der Schweiz kamen nur Personaldienstleister.

Angesichts einer Arbeitslosenquote von derzeit zehn Prozent im Südelsass rieb man sich die Augen, ob des großen Angebots. Indes liegt die Quote im Kanton Saint-Louis aufgrund der Nähe zu Basel um mehr als zwei Prozent niedriger als im Département du Haut-Rhin. Andererseits passen die Qualifikationen der Stellensuchenden und die Anforderungen der Anbieter oft nicht zusammen und nicht jeder konnte den an der Messe nach Möglichkeit geforderten Lebenslauf in Französisch und Deutsch vorweisen. Gleichwohl wurden schon in den ersten zwei Stunden der Veranstaltung rund 1500 Besucher gezählt. An einigen der 93 Stände in der Fest- und Eventhalle Forum bildeten sich Schlangen. Das galt etwa beim Euroairport, aber auch bei DSM oder Novartis. Tatsächlich reichte die Auswahl vom sprichwörtlichen Tellerwäscher in einem Saint-Louiser Hotel bis zu Projekt- und Teamleiter-Posten.

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Neben Ständen der Lörracher Job- und Bildungsmesse Cult, dem Schülerforschungszentrum Phaenovum und der Fachkräfteallianz Südwest waren aus Südbaden die Hieber-Märkte und der Freiburger Personaldienstleister 4U vor Ort. Zufrieden mit der Resonanz äußerte sich Hieber-Geschäftsführer Karsten Pabst, der bis zum Mittag, wie er sagt, schon mehr Bewerber und Gespräche hatte als bei der zuletzt ebenfalls besuchten Stellen- und Ausbildungsmesse in Colmar. Zwar beschäftigt der Einzelhändler nach wie vor nur wenige Franzosen, steter Tropfen könnte aber den Stein höhlen, arbeitet Hieber doch seit drei Jahren auch mit dem Saint-Louiser Lycée Mermoz zusammen, das 2200 Schüler und Studenten unterrichtet. Zwar gelte es, beim Blick über die Grenze immer, die Lebens- und Unternehmenskulturen unter einen Hut zu bringen. Aber, so Pabst: "Wir müssen die Chance nutzen."

Die Veranstalter sind sich sicher, dass die aus dem "Leader"-Programm der Europäischen Union geförderte Messe fortgesetzt werden soll. Beidseits der Grenzen würden schließlich Fachkräfte gesucht, betonte Saint-Louis’ Bürgermeister Jean-Marie Zoellé schon im Vorfeld. Zudem erhielten die Firmen eine Präsentationsplattform am Ort ihrer Aktivitäten. Die Stadt zählt mit Saint-Louis Agglomération, dem seit Januar bestehenden Kommunalverbund, in dem die Communauté de Communes de Trois Frontières aufgegangen ist, sowie der Handwerks- und der Industrie- und Handelskammer CCI zu den "Trinat’emploi"-Partnern. Zumal die Jüngeren sollen den Blick wieder vermehrt über die Grenzen richten, so das Messe-Credo. "Unser Alltag ist grenzüberschreitend, für viele ist es auch der Arbeitsmarkt. Dasselbe soll für die Ausbildung gelten", so Alain Girny, Präsident von Saint-Louis Agglomération in der Begrüßung.

Autor: ama