Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
10. Februar 2012
Homs
Ausländische Agenten schon in Syrien?
Gerüchte um Militärhilfe.
DAMASKUS/LIMASSOL. Die Gewalt in Syrien nimmt keine Ende. Vor allem die Fernsehsender auf der arabischen Halbinsel strahlen halbstündlich die verzweifelten Appelle syrischer Aktivisten in der Stadt Homs aus. Meist stehen sie vor wackligen Handkameras und bitten um ausländische Militärinterventionen.
Glaubt man der auf Geheimdienstberichte spezialisierten israelischen Webseite Debka File, dann wurde das Flehen der Aktivisten inzwischen gehört. Sie berichtete gestern unter Berufung auf exklusive Quellen, dass sich Spezialeinheiten aus Großbritannien und Katar in Homs aufhalten sollen. In direkte Kampfhandlungen seien sie noch nicht involviert. Es handele sich um "taktische Berater, die Anforderungen bezüglich Waffen, Munition, Kämpfer und logistischer Unterstützung an ausländische Versorger in der Türkei weiterleiten" würden.
Auch türkische Geheimdienstoffiziere sollen in Syrien aktiv sein. 49 von ihnen, berichtet die türkische Zeitung Aydinlik, soll das syrische Militär festgenommen haben. Verhandlungen über ihre Freilassung würden geführt. Ebenfalls aus "verlässlicher Quelle" berichtet die saudische Zeitung Schark al-A Aussat, der Iraner Kassam Salimani sei beim syrischen Oberkommando eingetroffen. Der Kommandant der gefürchteten Jerusalem-Brigaden innerhalb der iranischen Revolutionsgardisten soll in den vergangenen Monaten 15 000 seiner Elitesoldaten nach Syrien geschickt haben. Diese würden sich an der Niederschlagung der Revolte beteiligen.
Werbung
Die Präsenz ausländischer Truppen und Agenten auf Seiten der Rebellen und der Regierung wurde von keinen glaubwürdigen Augenzeugen bestätigt. Völlig ausgeschlossen werden kann dies aber nicht. Die Golfstaaten hatten während der libyschen Revolution islamistische Kräfte aktiv unterstützt. Eine Intervention in Syrien wäre aber weitaus schwieriger, weil größere befreite Gebiete noch nicht zur Verfügung stehen. Sollte sich dies ändern, dürften Staaten wie Katar und Saudi-Arabien ihre heimliche Hilfe massiv ausweiten. Dass wiederum iranische Revolutionsgardisten im benachbarten Libanon ein Truppenkontingent stationiert haben, ist ein offenes Geheimnis.
Autor: Michael Wrase
