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12. Oktober 2017 18:47 Uhr

Akw Fessenheim

Frankreichs Atomaufsicht genehmigt Reaktorbehälter für Flamanville

Die französische Atomaufsicht (ASN) hat grünes Licht für den Reaktor am Ärmelkanal gegeben. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die geplante Stilllegung des Akw Fessenheim erfüllt.

  1. Das Akw in Flamanville Foto: dpa

Die französische Atomaufsicht (ASN) hat den Deckel des Reaktordruckbehälters für den neuen Akw-Standort im nordfranzösischen Flamanville für sicher erklärt. Dessen Betreiber Electricité de France (EdF) kann dort nun die Arbeiten am sogenannten EPR zu Ende führen. Die Entscheidung hat auch Konsequenzen für die Zukunft des umstrittenen Akw Fessenheim.

Gemäß einer Vereinbarung mit der im Frühsommer abgewählten alten französischen Regierung dürfte EdF vor dem erstmaligen Betrieb des EPR die Stilllegung des Akw Fessenheim beantragen. Für den BUND Südlicher Oberrhein ist diese Entwicklung dennoch kein Grund zu uneingeschränkter Freude. Einerseits rücke zwar "die geforderte Abschaltung der altersschwachen Reaktoren im elsässischen Fessenheim näher", so BUND-Geschäftsführer Axel Mayer.

Entscheidende Hürde genommen

"Andererseits geht ein neues, jetzt schon baufälliges Akw ans Netz, das von vielen Experten für sehr gefährlichgehalten wird." Eine definitive Betriebsgenehmigung für den EPR ist mit diesem Schritt allerdings noch nicht erteilt. Dennoch nimmt EdF eine entscheidende Hürde: Bei einem negativen Bescheid wäre der Bau des Reaktors der jüngeren Generation erneut verzögert worden – und damit auch die Abschaltung des Akw Fessenheim.

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Ursprünglich hatte der EPR 2012 in Betrieb gehen sollen. Nach dem aktuellen Zeitplan soll dies nun Anfang 2019 geschehen. Noch bevor die Atomaufsicht ihre Entscheidung veröffentlicht hatte, versandte EdF zu Wochenbeginn eine Mitteilung mit dem Zeitplan bis zur Inbetriebnahme. Wichtige vorbereitende Tests zur Druckbelastung des Primärkreislaufs sollen bereits ab Dezember 2017 anlaufen. Ende 2018 werde der Reaktor mit Brennmaterial befüllt und dann erstmals hochgefahren.

Zu hohe Karbonkonzentration

Ende 2014 hatte die Atomaufsicht bei Kontrollen am EPR eine zu hohe Karbonkonzentration im Material des Deckels am Reaktordruckbehälter festgestellt, dem zentralen Bauteil des Akw – ein Herstellungsfehler, der keineswegs ein Einzelfall ist. Auch ein Dampferzeuger im Block Fessenheim 2 weist einen solchen Fehler auf. Bislang prüft die Atomaufsicht noch, ob er den hohen Belastungen beim Betrieb auf Dauer standhält. Im Falle des EPR knüpfte die ASN ihre Zustimmung nun an Auflagen. Zum einen fordert sie von EdF eine engmaschige Überwachung. Zum anderen hat sie jetzt schon festgelegt, dass der Deckel bis 2024 ausgetauscht werden muss.

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Autor: Bärbel Nückles