Hohe Haftstrafe für Deutschen

dpa

Von dpa

Mi, 12. September 2018

Ausland

Urteil in der Türkei.

ANKARA/BERLIN (AFP/dpa). Seit mehr als einem Jahr sitzt ein deutscher Staatsbürger in der Türkei nach einem Medienbericht wegen Terrorvorwürfen mit einer langjährigen Haftstrafe im Gefängnis. Der 55-Jährige sei bereits im Juli 2017 zu neun Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, berichteten WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf das ihnen vorliegende Urteil. Ihm werde vorgeworfen, aktives Mitglied in einem Unternehmerverein gewesen zu sein, der der Bewegung des türkischen Predigers Fethullah Gülen nahesteht. Die Türkei sieht den im Exil in den USA lebenden Prediger als Drahtzieher des gescheiterten Putsches von 2016. Dem Bericht zufolge war der 55-jährige Nejat U. aus der Türkei zum Studium nach Deutschland gekommen und hatte viele Jahre in Aachen gelebt. In der Türkei habe er später in seinem Geburtsort eine Firma gegründet, die er bis zur Verhaftung im April 2017 geleitet habe. Das Auswärtige Amt habe sich auf Nachfrage nicht zu der Rechtmäßigkeit des Urteils äußern wollen, heißt es. Im Verfahren habe der Mann darauf hingewiesen, dass er nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitze.