Hunderte Migranten in Seenot

dpa

Von dpa

Mo, 21. Januar 2019

Ausland

170 Tote befürchtet.

ROM (dpa). Bei zwei Schiffsunglücken im Mittelmeer könnten bis zu 170 Migranten umgekommen sein. Ein Unglück mit vermutlich 117 Vermissten ereignete sich am Freitag vor der Küste Libyens. Ein weiteres soll auf der Spanienroute 53 Todesopfer gefordert haben. Das teilte das UN-Flüchtlingswerk UNHCR mit. Am Sonntag geriet vor Libyen laut Nichtregierungsorganisationen zudem ein weiteres Boot mit etwa 100 Menschen an Bord in Schwierigkeiten. Derweil rettete ein Schiff einer deutschen Hilfsorganisation erneut Migranten auf dem Meer. Es ist unklar, wo es nun hinfahren soll.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) berichtete von einem Schlauchboot, das am Freitag vor Libyen in Seenot geraten war und auf dem nach Angaben von drei Überlebenden insgesamt 120 Menschen gewesen sein sollen. Unter den Vermissten seien auch zehn Frauen und zwei Kinder, eines davon erst zwei Monate alt, erklärte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo. Die Überlebenden hatte die italienische Marine auf die Insel Lampedusa gebracht. "Nach zehn bis elf Stunden Fahrt begann dem Boot die Luft auszugehen und es fing an zu sinken. Die Menschen sind ins Meer gefallen und ertrunken", berichtete Di Giacomo der Nachrichtenagentur Adnkronos. An Bord seien vor allem Westafrikaner und etwa 40 Sudanesen gewesen. Dabei sei bereits ein Rettungsboot der libyschen Küstenwache auf dem Weg zur Unglücksstelle gewesen, sagte deren Sprecher Ajub Kasim. Unterwegs habe das Boot der Küstenwache jedoch eine Panne gehabt.

Seit die Regierung in Italien die Häfen des Landes für Migranten weitgehend geschlossen hat, sind die Schlepper nun auf andere Routen ausgewichen, vor allem in Richtung Spanien. Dort soll es nun im Alborán-Meer zwischen Marokko und Spanien 53 Tote geben, wie das UNHCR unter Berufung auf eine Hilfsorganisation mitteilte. Ein Überlebender habe das in Marokko angegeben, nachdem er 24 Stunden auf dem Meer getrieben und von einem Fischerboot gerettet worden war.