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09. Februar 2012
In Syrien eskaliert der Kampf um Homs
Aufklärungsfotos aus Moskau?.
LIMASSOL. Nach dem Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Damaskus hat die Gewalt in der syrischen Revolutionshochburg Homs einen neuen Höhepunkt erreicht. Der seit fünf Tagen anhaltende Beschuss des noch von Rebellen gehaltenen Stadtviertels Baba Amr und angrenzender Bezirke sei inzwischen derart intensiv, dass sich die Menschen nicht mehr auf die Straßen wagten, berichtet BBC-Reporter Paul Wood. Dem einzigen westlichen Korrespondenten in der Stadt gelang in der Nacht zum Mittwoch offenbar die Flucht aus den umkämpften Gebieten. Dort sei die Lage hoffnungslos. Trotz Assads Versprechen, die Gewalt zu stoppen, versuche das Regime vollendete Tatsachen zu schaffen.
Ziel ist offenbar die Vernichtung der Freien Syrischen Armee in ihrer seit gut drei Monaten gehaltenen Hochburg Baba Amr. Dabei scheint das Assad-Regime äußerst brutal vorzugehen: Nach kaum überprüfbaren Angaben von Einwohnern sollen Milizionäre der syrischen Baath-Partei drei Familien in ihren Häusern mit Messern massakriert haben. Bis zu 70 Zivilisten seien von Mörsergeschossen und Panzergranaten zerfetzt worden.
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Oppositionsberichte über den Tod von 18 Frühchen in ihren Brutkästen wegen einer gezielten Stromabschaltung in zwei Krankenhäusern von Homs müssten laut BBC-Reporter Wood jedoch mit einem Fragezeichen versehen werden. Kein Hospital von Homs verfüge über so viele Brutkästen. Für Aufregung in syrischen Oppositionskreisen sorgte am Mittwoch ein Bericht der saudischen Zeitung al-Schark al- Aussat. Danach soll der mit Außenminister Lawrow nach Damaskus gereiste Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Michail Fradkow, den syrischen Behörden Satellitenfotos mit Stützpunkten der Freien Syrischen Armee übergeben haben. Große Teile der syrischen Opposition misstrauen den Absichten der russischen Vermittler, die sie in einem Boot mit dem verhassten Assad-Regime sehen. Wie vor diesem Hintergrund der angestrebte Dialog zwischen Regierung und Opposition zu Stande kommen soll, ist derzeit nicht erkennbar. Assad könnte indes versuchen, die Opposition zu spalten und einigen Gruppen die Mitwirkung in einer Regierung der nationalen Einheit anzubieten.
Autor: Michael Wrase
