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10. März 2010

Klagen über die deutsche Botschaft

CHILE I: Zu wenig Hilfe für Deutsche nach Erdbeben.

SANTIAGO DE CHILE. Während in Chile eine Woche nach dem schweren Erdbeben die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange sind und die Regierung eine dreitägige Staatstrauer verhängt hat, haben sich deutsche Reisende über die mangelnde Hilfe der Botschaft beklagt.

" Uns hat das Beben am Samstag voriger Woche in der Hauptstadt Santiago überrascht", schilderte die Lehrerin Birgit Bettin der Badischen Zeitung. Bettin arbeitet in Paraguay an der deutschen Schule und war mit Kollegen unterwegs in Chile. "Wir rannten auf die Straße und eine Kollegin bekam Herzrasen und Panikattacken, so dass wir beschlossen, sofort das Land zu verlassen." Doch der Flughafen war geschlossen, die chilenische Fluglinie LAN, mit der sie eigentlich den Rückflug gebucht hatten, konnte die gestrandeten Reisenden ebenfalls nur vage vertrösten. "Da wandten wir uns an die Botschaft in Santiago, weil es ja heißt, dass die sich in Notfällen für ihre Landsleute einsetzt", sagte Bettin.

Andere Länder sollen besser geholfen haben

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Doch die habe nur mitgeteilt, sie könne nichts weiter machen, und die Deutschen sollten sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen – solche Worte sind auch auf der Internetseite der Botschaft zu lesen. Eigenständig fanden die deutschen Urlauber dann heraus, dass es auch eine Busverbindung nach Paraguay gab und ergatterten Tickets.

An Bord trafen sie eine Gruppe Paraguayer, denen ihre Botschaft die Tickets gebucht und sie per Taxi zum Terminal gebracht hatte. Argentinien charterte gar drei Busse für gestrandete Landsleute; die mexikanische Regierung buchte für mehr als 100 Landsleute Flüge, als der Flughafen von Santiago wieder öffnete. Die mexikanischen Evakuierten wurden in Mexiko-Stadt mit großem Bahnhof von Diplomaten und der Presse empfangen. "Das sind alles Länder, die viel weniger Steuergelder zur Verfügung haben als Deutschland. Wir sind sehr betroffen, dass uns die Botschaft allein gelassen hat", so Bettin. Die Botschaft reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Badischen Zeitung.

Autor: Sandra Weiss