Aufruf zum Protest

Nationalgardisten verweigern Venezuelas Präsident Maduro die Gefolgschaft

dpa

Von dpa

Mo, 21. Januar 2019 um 14:28 Uhr

Ausland

"Geht auf die Straße und protestiert, fordert eure Rechte ein." – Zu Protesten gegen die Regierung haben Armeeangehörige in Venezuela die Bevölkerung aufgerufen.

Nach dem Beginn der umstrittenen zweiten Amtszeit von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro haben mehrere Nationalgardisten dem Staatschef die Gefolgschaft verweigert. "Geht auf die Straße und protestiert, fordert eure Rechte ein. Hier sind wir, um für euch zu kämpfen, für Venezuela", sagte ein Nationalgardist in einem am Montag veröffentlichten Video.

Spezialeinsatzkräfte umstellten daraufhin die Kaserne im Viertel Cotiza in der Hauptstadt Caracas, wie das Nachrichtenportal "El Nacional" berichtete. Kurz darauf stellten sich die Aufständischen einem Militärstaatsanwalt.

Amnestiegesetz für Soldaten verabschiedet

Trotz massiver Proteste hatte sich Maduro zuletzt für eine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die venezolanische Opposition bezeichnen seine Wiederwahl im vergangenen Jahr als undemokratisch. Deshalb erkennen sie ihn nicht als legitimen Präsidenten an. Bislang wird er allerdings von den mächtigen Militärs noch gestützt.

"Unsere Soldaten wissen, dass die Befehlskette zerrissen ist, wegen der illegalen Machtübernahme im Präsidentenamt", schrieb der Präsident der entmachteten Nationalversammlung, Juan Guaidó, auf Twitter. Das von der Opposition kontrollierte Parlament verabschiedete vor Kurzem ein Amnestiegesetz für Soldaten, die sich an der Wiederherstellung der demokratischen Ordnung beteiligen.