Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
28. Januar 2012 00:02 Uhr
Präsidentschaftswahl
Sjuganow kann Putin Schmach zufügen
Bei der Präsidentschaftswahl in Russland ist Gennadi Sjuganow der einzige Bewerber, der Wladimir Putins gefährlich werden kann. Meinungsforscher schließen eine Stichwahl nicht aus.
Gennadi Sjuganow, Chef der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF) seit deren Gründung 1993, hat von den vier Präsidentenwahlen, die nach dem Ende der Sowjetunion stattfanden, nur eine ausgelassen: 2004, bei der Wiederwahl des damaligen Präsidenten Wladimir Putin. Weil Meinungsforscher diesem Zustimmungsraten von 70 Prozent voraussagten, schickte Sjuganow den Führer der mit ihm verbündeten Bauernpartei ins Rennen. 1996 dagegen errang er im ersten Wahlgang über 32 Prozent und zwang Boris Jelzin eine Stichwahl auf. Sjuganow ist auch jetzt der einzige der Herausforderer Putins, der diesem eine ähnliche Schmach zufügen könnte. Meinungsforscher schließen eine Stichwahl nicht aus.
Doch Sjuganows Potenzial hat Grenzen. Die Protestbewegung konnte sich nicht dazu durchhingen einen Mann zu unterstützen, der vom Alter wie von der Weltanschauung her nicht zu ihnen passt. Junge Besserverdiener, die tonangebend sind, stört an Sjuganows Programm, dass dieser dem gleichmacherischen Gesellschaftsmodell der Sowjetära zurückkehren will.
Potenzielle Sympathisanten verprellt die KPFR mit ihrer unkritische Aufarbeitung der Geschichte – vor allem der Stalin Ära – und mit gelegentlichen großrussischen Machtphantasien. Auch hat der Machtmensch Sjuganow dafür gesorgt, dass reformwilliger Nachwuchs nicht zum Zuge kommt. Viele kritisieren auch, dass die KPRF zu angepasst und längst Teil des Systems ist, das sie eigentlich bekämpfen will.
Werbung
Autor: Elke Windisch
