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06. September 2010

Herzschlag auf der Spitze des Pinsels

"Dialog der Linien… in Bild und Ton" in Efringen Kirchen.

In der Ausstellung "Dialog der Linien… in Bild und Ton" im Museum "Alte Schule" haben sich zwei Künstlerinnen getroffen, deren Werke sich kongenial ergänzen. Bilder in Acryl und Aquarell präsentiert die aus der Türkei stammende und auf der Schwäbischen Alb praktizierende Zahnärztin Nurhan Sidal. Gerda Mazzi-Manger aus Efringen-Kirchen zeigt Keramiken, vielfach ergänzt von kunstvollem Ohara-Ikebana.

Nurhan Sidal begann 1981 mit verschiedenen Techniken künstlerisch zu arbeiten. Sie engagierte sich für andere Künstler und stellte ihnen ihre Praxisräume als Ausstellungsforum zur Verfügung. Seit zwei Jahren präsentiert sie ihre eigenen Werke.

Nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule Basel lernte Gerda Mazzi-Manger bei dem bekannten Keramiker Richard Bampi. Seit 1978 zeigt sie ihre Arbeiten auf zahlreichen Ausstellungen.

Der Begrüßung durch die Hausherrin des Museums, Maren Siegmann, folgte vor dicht gedrängt stehenden Besuchern eine umfangreiche Einführung in Werdegang und Schaffen der beiden Künstlerinnen durch Hanne Tächl, der ehemaligen Intendantin des "Kommunalen Kontaktteaters" in Stuttgart. Sie würdigte die Zusammenstellung von Keramik, Pflanzen und Bildern als eine Einheit, in der sich gleiche Schwingungen widerspiegelten. Von Nurhan Sidal ist der Satz überliefert: "Mein Herz schlägt auf der Spitze des Pinsels." Und dass nicht nur im übertragenen Sinne, malt sie, die von ständigen Bluttransfusionen abhängig ist, doch mitunter auch mit ihrem eigenen Blut.

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Den Besuchern der Ausstellung präsentiert sich ein aus der Zusammenarbeit zwischen den Künstlerinnen und Rosemarie Lange hervorgegangenes äußerst gelungenes Arrangement von "Bild und Ton", Gemaltem und Geformten. Aus teilweise wie zu den Gemälden geschaffenen Keramiken ranken Blumenarrangements im Stile der Ohara-Schule teils aus Schalen, teils aus hohen Vasen zu den Bildern empor und bilden so – farbig vor weißen Wänden – sehr eindrucksvolle Kompositionen. Dadurch besticht die Keramik mit Leichtigkeit und scheinbarer Transparenz.

Umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Hang-Musik Tilo Wachters. Die Sphärenklänge, die der Percussionist seinen aus Steeldrums weiterentwickelten Instrumenten entlockte, verbanden sehr gelungen das Akustische mit dem Optischen.

Ein Manko der Ausstellung, und auch das muss erwähnt werden, ist die, wie Maren Siegmann bestätigte, aufgrund der veralteten Lichtanlage fast mangelhaft zu nennende Ausleuchtung der Kunstwerke. Kurz nach der Eröffnung der Vernissage prangten auf zahlreichen Objekten bereits rote Punkte: verkauft. Sie werden nach der Ausstellung private Heime und Büros auch in der Schweiz und in Frankreich schmücken.

– "Dialog der Linien… in Bild und Ton" noch bis zum 19. September. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch, Samstag und Sonntag, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Autor: Reinhard Cremer