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03. Februar 2012

Die Ambivalenz als Programm

Die Städtische Galerie Offenburg zeigt Gift- und Heilpflanzen im Großformat von Adam Saks.

OFFENBURG. Mohnblume, Tollkirsche und Fingerhut haben zweierlei gemeinsam. Sie unterliegen wie alle Pflanzen dem Zyklus von Werden und Vergehen und sie enthalten Gifte, die in genau bemessenen Dosen Heilwirkung entfalten, in Übermengen aber zum Tod führen, auf den Zyklus von Werden und Vergehen bei Mensch und Tier daher einen Einfluss nehmen können.

Diese Wirkung des Tödlichen, des Gezielten im Kreislauf von Werden und Vergehen hat den dänischen Maler Adam Saks, der in Berlin lebt, zu großformatigen Acryl-Bildern inspiriert. Der Titel der Ausstellung in der Städtischen Galerie, die heute, Freitagabend, eröffnet wird, lautet denn auch "Ende Neu". Zu sehen sind neben den in Acryl gemalten Bildern Zeichnungen mit Ölstift auf Papier von Saks und einige Digitaldrucke, Schwarz-Grau-Weiß karierte Farbfelder, des amerikanischen Künstlers Christopher Wool, den sich Saks als Co-Künstler gewünscht hatte, so wie sich die Leiterin der Städtischen Galerie, Gerlinde Brandenburger-Eisele den Berliner Kunsthistoriker Christian Malycha als Co-Kurator an die Seite geholt hat. Der Kontakt rührt noch von der Ausstellung mit Axel Anklam vor drei Jahren her. Saks (Jahrgang 1974), der an der Königlich Dänischen Kunstakademie und in Ergänzung bei Bernd Koberling in Berlin studiert hat, setzt auf Gegensätze in seiner Malerei: Schwarz-Weiß, fester, klargeführter Strich gegen breiten wässrigen Pinselgrund, klargezeichnete Form gegen diffuse Fläche, Figur und Grund greifen ineinander, Räumlichkeit entsteht nicht durch Perspektive, sondern durch das Vorne und Hinten, das sichtbar gestaltete Über- und Untereinander der Farbschichten im Bild.

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Die Ausstellung zeigt brandneue Arbeiten, die Großenteils im vergangenen halben Jahr explizit für die Offenburger Ausstellung entstanden sind. Einige wenige Arbeiten zeigen die vorangegangene Arbeitsweise des Künstlers, die sich durch Schriftelemente im Bild, eine stärkere Flächigkeit und akzentuierende grafische Linien auszeichnet. Emblematische Formen, wie sie Tattoos bereitstellen und im Besonderen charakteristische Zeichen der Fremdenlegion wie Adler und Kobra, auch Totenkopf, Teufel und Tiergerippe finden Eingang in die Bilder.

Farbe verwendet der Künstler, der sich in der Tradition des dänischen Mitglieds der Künstlergruppe Cobra, Asger Jorn, sieht, in der Offenburger Ausstellung sehr reduziert: kräftiges Lila, ein paar Rot-Braun-Töne, alles sehr gezielt eingesetzt. Die Ausstellung wird vom dänischen Arts Council finanziell unterstützt, was die Publikation eines Kataloges möglich macht. Für Saks, der in den bedeutenden Kunstmuseen Dänemarks ausgestellt hat, ist es die erste Museumsausstellung in Deutschland.

Städtische Galerie, Amand-Goegg-Str. 2, 77654 Offenburg, Tel. 0781-822040, Di, Do, Fr, 13-17 Uhr, Mi 13-20 Uhr, Sa, So 11-17 Uhr, Vernissage heute 19 Uhr, bis 15. April.

Autor: rwb