Die Beziehungen der Dinge

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Sa, 22. September 2018

Basel

Basler Museum der Kulturen zeigt zu seinem Jubiläum 125 Lieblingstücke der Bevölkerung.

BASEL. Zum 125. Geburtstag zeigt das Basler Museum der Kulturen in seiner Jubiläumsschau 125 ausgewählte Exponate aus seinem Fundus von mehr als über 20 000 Objekten. 300 Personen aus Basel und Umgebung trafen eine Vorauswahl, suchten ihr Lieblingsstück aus, daraufhin fand eine Abstimmung im Internet statt. Diese Herzensstücke sind nur bis 6. Januar unter dem Titel "Wünsch Dir was" zu sehen.

Gewöhnlich wünscht der Gratulant dem Jubilar das Beste und das Schönste. Nun ist das Museum der Kulturen alles andere als gewöhnlich. Das Museum ist in diesem Jahr auch Wunscherfüller. Der Jubilar zeigt Lieblingsstücke der Bevölkerung in einer Sonderschau in der ersten Etage.

Man hätte die Objekte einfach nach ihrer Stimmenzahl ausstellen können, von Platz 125 bis Platz 1. So einfach machte es sich das Museum nicht. Das Konzept von Kuratorin Karin Kaufmann stellt die Beziehung der Dinge zu den Menschen in den Fokus. Was verbindet die Dinge, was sagen sie über die Menschen aus und was sagen sie über die Menschen aus, die sie ausgewählt haben? Das ist der besondere Reiz an dieser Ausstellung.

Während die anderen um große Themen kreisen, ist es hier die besondere Beziehung, die ein Mitglied der Museumskommission, Studierende der Universität Basel, Geflüchtete oder Angestellte der Bank für internationalen Zahlungsausgleich, Basler Fasnächtler oder Großrätinnen und Großräte zu den Dingen haben. Warum etwa steht ein altes, nicht einmal sonderlich abgeliebtes Spielzeugkamel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Ausstellung? Es sei so hässlich, es hätte keine Chance, jemals ausgestellt zu werden. Auch das kann ein Grund sein, sich für ein Objekt zu entscheiden. Ob die Dinge in Verbindung zu Basel stehen, einfach toll sind oder gut gemacht – Karin Kaufmann hat Gemeinsamkeiten entdeckt, die diese Dinge in den Augen der Betrachter verbinden. So ist der Grund, weshalb ein Objekt gewählt wurde, für den Museumsbesucher so spannend wie das Objekt selbst. Der Betrachter schaut zurück in die Vergangenheit, interessiert sich für Kulturtechniken in anderen Regionen der Welt. Doch immer geht es um den Menschen hier und jetzt, der seinen Reise- oder Kindheitserinnerungen in den Objekten des Museums begegnet.

Wer neben sich schaut, wer zurückschaut, kommt nicht umhin auch nach vorne zu schauen. Da stellt sich für das Museum die Frage nach seiner Berechtigung in einer digitalisierten Welt der Moderne. Es ist eine kleine Ausstellung, die nicht nur von den Geschichten der Objekte lebt, sondern auch von den Geschichten, die sich zwischen den Besuchern und den Objekten entwickeln. Das Museum will die Beteiligung der Besucher am Programm übrigens grundsätzlich weiterführen, wenn auch nicht gerade 2019.

Info: Bis 6. Januar, Di -So 10 -17 Uhr, Museum der Kulturen, Münsterplatz 20, http://www.mkb.ch