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22. Januar 2010

Zentraler Text der Weltliteratur

Badische Landesbibliothek zeigt Nibelungen-Handschrift.

Heldengesang und Drachentöter, mutige Frauen und blutige Schlachten stehen in der kommenden Woche in Karlsruhe im Mittelpunkt. Eine der drei vollständig erhaltenen Handschriften des "Nibelungenliedes", die kostbare Handschrift C, soll aus Anlass der Unesco-Auszeichnung zum Weltdokumentenerbe für wenige Tage in der Badischen Landesbibliothek ausgestellt werden. Sie wird am nächsten Donnerstag ebenso mit dem Unesco-Titel ausgezeichnet wie die beiden anderen Exemplare aus dem 13. Jahrhundert, die derzeit in der Bayerischen Staatsbibliothek München und in der Stiftsbibliothek St. Gallen aufbewahrt werden.

"Das Lied ist einer der zentralen Texte der Weltliteratur", sagte Bibliotheksleiterin Julia Hiller von Gaertringen am Donnerstag. Der Codex in Karlsruhe sei die älteste und für die Überlieferungsgeschichte des Liedes bedeutendste Handschrift. Er stammt aus der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen, seit 2001 gehört er der Landesbank Baden-Württemberg und dem Staat.

Die Nibelungen-Geschichte um den Drachentöter Siegfried und seine Liebe zur Königstochter Kriemhild soll zum ersten Mal um das Jahr 1200 von einem unbekannten Dichter in mittelhochdeutscher Sprache auf Pergament gebannt worden sein. Das Lied besteht aus etwa 2400 Strophen und ist als Zweiteiler angelegt: In der ersten Folge geht es um Siegfrieds Tod, die zweite erzählt von Kriemhilds Rache.

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Das Nibelungenlied ist der elfte deutsche Beitrag im Unesco-Dokumentenerbe, das als "Schatzkammer" der Geistesgeschichte der Menschheit gilt und die wichtigsten Dokumente der Weltkultur enthalten soll. Kern des Programms ist es, die Dokumente digital aufzubereiten und sie über das Internet öffentlich zu machen. Dafür kooperieren Museen, Bibliotheken und Archive weltweit.

Die Handschrift C ist, neben etwa einem Dutzend weiterer mittelalterlicher Werke aus der Sammlung der Badischen Landesbibliothek, die sich auf das Nibelungenlied beziehen, vom 28. bis 31. Januar zwischen 10 und 22 Uhr in Karlsruhe zu sehen.

Autor: dpa