Beleuchtung

Warum das Münster schon wieder neue LED-Strahler bekommt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 20. Februar 2017 um 11:44 Uhr

Freiburg

Bis Anfang April wird das Freiburger Münster dunkel bleiben: Alle 119 LED-Strahler müssen ausgetauscht werden. Erst 2011 wurde die Beleuchtungsanlage eingerichtet – die Technik hat nicht lange gehalten.

Heute beginnt das städtische Garten- und Tiefbauamt damit, alle 119 Strahler, die das Münster beleuchten, auszutauschen. Dafür müssen von heute an alle Leuchten auf dem Münster abgeschaltet werden, ab kommendem Montag, 27. Februar, dann auch die Bodenstrahler, die es beleuchten. Bis Anfang April bleibt das Münster deshalb dunkel. Die Neuinstallation kostet 330 000 Euro.

Die neue Beleuchtung kann reguliert werden

Seit der Umstellung der Beleuchtung auf die damals neueste LED-Technik im Dezember 2011 – das Münster war seinerzeit die erste deutsche Großkirche, die im Licht von LED erstrahlte – kam die Kathedrale von außen in der Dunkelheit nicht mehr so recht zur Geltung. Deshalb werden nun alle LED-Strahler durch neuere ersetzt. Die bereits vorhandene Infrastruktur kann dabei genutzt werden. Der Vorteil der neuen Strahler: Die Helligkeit kann künftig auch variabel eingestellt werden. Um die gewünschte Helligkeitsstufe festzulegen, fand vergangene Woche extra eine Probeanstrahlung statt.

Realisiert werden konnte die LED-Beleuchtung 2012, weil das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen eines Wettbewerbs die Finanzierung übernahm. Den Zuschlag hatte die Stadt Freiburg als eine von zehn Modellstädten bekommen, beworben hatten sich 141 Kommunen. Hintergrund des Wettbewerbs war es, die LED-Technik in der öffentlichen Beleuchtung voranzutreiben.

LED-Strahler am Münster gingen schnell kaputt

Da zu dieser Zeit für das Münster noch keine Standardstrahler mit LED lieferbar waren, wurden spezielle Prototypen gefertigt. Allein die Münsterbeleuchtung kostete 750 000 Euro. Es stellte sich jedoch heraus, dass die LED-Technik für diese Anwendung noch nicht ausgereift war. So fielen einige Strahler bereits nach kurzer Zeit durch Kondenswasser aus. Vor allem aber konnte der Münsterturm wegen der geringen Lichtstärke aus größerer Entfernung nicht mehr erkannt werden. Als auch noch die Fachfirma insolvent ging, konnten keine Gewährleistungsansprüche mehr geltend machen.

Andere Projekte, die mit dem Wettbewerb realisiert werden konnten, haben sich dagegen bewährt. Dazu gehören die Beleuchtung des Brunnens auf dem Rathausplatz, die neuen LED-Leuchten in der Schiff-, Herren- und Merianstraße sowie im Stadtgarten und der Austausch von Innenteilen in historischen Leuchten, etwa in der Kaiser-Joseph-Straße.

Die neuen LED-Strahler werden mit weniger Energie betrieben, dadurch wird die Leistung nicht voll in Anspruch genommen. Daraus ergibt sich eine Reserve, die sich günstig auf die Wärmeentwicklung und damit auch auf die Lebensdauer auswirkt. Während die bisherigen LED-Strahler 230 Volt benötigten, werden die neuen mit Sicherheitskleinspannung betrieben. Die neuen Strahler bestehen aus einer Reflektor-Technik mit hochverspiegeltem Metall, womit das Licht zielgerichtet eingesetzt wird und die zudem die Blendwirkung gering hält.

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