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08. Juni 2012 12:04 Uhr

Abwicklung

Ausverkauf in 2800 Schlecker-Filialen – Beschäftigte sollen umschulen

Lange Schlangen und randvolle Einkaufswagen: Der Ausverkauf in den Schlecker-Filialen hat mit einem Ansturm der Kunden begonnen. Derweil schlägt Arbeitsministerin von der Leyen den gekündigten Mitarbeitern eine Umschulung vor.

In rund 2800 Schlecker-Filialen in Deutschland hat am Freitag der Ausverkauf begonnen. In den Märkten gab es Preisnachlässe zwischen 30 und 50 Prozent. Nach Auskunft eines Sprechers der insolventen Drogeriekette lief die Rabattaktion gut an. In den nächsten Tagen sollen dem Plan zufolge die Preise weiter reduziert werden - je nach Fortschritt des Abverkaufs.

In vielen Läden war der Kundenansturm groß. Schon vor Ladenöffnung um 9 Uhr hätten sich Menschen vor der Tür aufgereiht, berichtete eine Verkäuferin aus einer Filiale nahe der Berliner Friedrichstraße. Vor allem Rentner und junge Leute stapelten Putzmittel, Toilettenpapier, Duschgel, Deo und Windeln in ihren Körben. In einigen Filialen in der Hauptstadt waren bereits am Mittag Regale leer, die Schlangen reichten durch den gesamten Verkaufsraum. "Alles Gute für Ihre Zukunft" - das wünschten mehrere Kunden den Verkäuferinnen an der Kasse.
Die noch verbliebenen gut 13.000 Mitarbeiter der Kette sollen ihre Kündigung zum Monatsende erhalten. Schlecker veröffentlichte eine Liste im Internet, aus der alle Ausverkaufsadressen hervorgehen.

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Was passiert mit Ihr Platz und Schlecker XL?

Unklar blieb am Freitag zunächst, wie es für die etwa 5000 Beschäftigten bei Ihr Platz und Schlecker XL weitergeht. Sie haben - anders als die Mitarbeiter des Mutterunternehmens Schlecker - eine Zukunftschance. Der Münchner Investor Dubag will Ihr Platz und die XL-Märkte übernehmen und fortführen, doch die Verhandlungen darüber waren ins Stocken geraten.

Am Freitag hieß es aus mit der Sache vertrauten Kreisen, dass weiter mit dem Investor gesprochen werde. Aber wann die erwartete Einigung zustande komme, sei unklar. Zuletzt hatte der große Schlecker-Gläubiger Euler Hermes - ein Hamburger Kreditversicherer - noch offene Fragen geklärt haben wollen. Allein bei ihm steht Schlecker mit 300 Millionen Euro in der Kreide.

Umschulung für gekündigte Mitarbeiter

Derweil richtet die Agentur für Arbeit aus Ulm in der Schlecker-Zentrale in Ehingen ein spezielles Beratungs- und Vermittlungsbüro ein, das am 25. Juni seine Arbeit aufnehmen soll. Ein Sprecher der Regionaldirektion in Stuttgart sagte, von dem Aus für die Drogeriemarktkette seien allein in Ehingen mehr als 600 Menschen betroffen. Insgesamt verlieren wegen der Insolvenz rund 25.000 Schlecker-Mitarbeiter ihren Job.

Die gekündigten Beschäftigten, vor allem Frauen, sollen nach dem Willen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise Fachkräftelücken in anderen Branchen füllen. Besonders gesucht würden Erzieher und Altenpfleger. Die Arbeitsagenturen wollen ihnen vollwertige Umschulungen in diese Mangelberufe anbieten.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterstützte den Vorstoß, warnte aber, dass Sozialberufe nicht zum Auffangbecken werden dürften. "Qualifizierte und menschlich zugewandte Kinderbetreuung und Altenpflege - dass kann aber nicht jeder", teilte der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler mit.

Verdi-Chef Frank Bsirske forderte unterdessen von den Bundesländern einen neuen Anlauf für regionale Qualifizierungs- und Vermittlungsgesellschaften. "Wir nehmen die von SPD und Grünen regierten Bundesländer in die Pflicht, regionale Transfergesellschaften zu schaffen", sagte Bsirske der "Schweriner Volkszeitung" (Freitag). Zusammen mit dem Arbeitslosengeld I würden die Betroffenen damit erst einmal auf 80 Prozent ihres bisherigen Einkommens kommen und hätten bessere Chancen auf Weitervermittlung.

Im Frühjahr waren bereits in einer ersten Welle 11.190 Schlecker-Beschäftigte entlassen worden, nachdem Ende März eine Rettungsaktion in letzter Minute am Widerstand der FDP gescheitert war. Bayern hatte sich nach wochenlangem Tauziehen geweigert, gemeinsam mit 13 anderen Ländern eine Bürgschaft für den Kredit von 70 Millionen Euro für eine Transfergesellschaft zu schultern. Mittlerweile haben rund 5000 der damals betroffenen Menschen entweder einen neuen Job oder werden weiterqualifiziert. Allerdings haben weniger als 2500 eine vollwertige neue Stelle angetreten.

Ein Datum für das endgültiges Ende der Schlecker-Läden gibt es noch nicht. Zuletzt war von Ende Juni die Rede gewesen. Die Abwicklung des Konzerns – der Ausverkauf der restlichen Ware sowie etwa der Verkauf von Immobilien und Auslandsgesellschaften – könnte laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zwischen 500 und 700 Millionen Euro bringen. Dem stehen bislang Forderungen in Höhe von 665 Millionen Euro entgegen.

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Autor: dpa


50 Kommentare

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 12:26 Uhr

Umschulung für den Einsatz in KITAS ?

Was für eine Geringschätzung des Erzieher/innenberufs.

Nichts gegen die Schleckermitarbeiter/Innen, aber Für meine Kinder möchte ich qualifiziertes Personal mit Fachschulausbildung und keine umgeschulten "Erzieher"-Hilfskräfte.

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Thomas Bender

Registriert seit: 04.02.2010

Kommentare: 2516

08. Juni 2012 - 12:28 Uhr

Hier zeigt sich schlicht der Opportunismus unserer Bundesregierung.

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Michael Riedle

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 573

08. Juni 2012 - 12:30 Uhr

im Gegenzug wüde ich Fr. Leyen eine Umschulung zur Frisöse vorschlagen, ohne dem Beruf die Wertschätzung abzusprechen, geh nachher auch hin :-)

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Michael Klug

Registriert seit: 10.11.2009

Kommentare: 440

08. Juni 2012 - 12:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Rau, was ist den daran verwerflich die Damen in Lohn und Brot zu bringen? Lieber eine hochmotivierte Ex-Schleckerverkäuferin die umgeschult wurde als eine demotivierte "gelernte" Ezieherin/Erzieher. Es ist schon erstaunlich, auf der einen Seite Kita-Plätze einfordern aber dann den Einsatz von Umgeschulten nicht wollen! Typisches verhalten eines bestimmten Stadtteil(e)-Klientels.

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

08. Juni 2012 - 12:37 Uhr

@Herr Rau: Bestimmen Sie wer "qualifiziert" genug ist? Sind in Ihren Augen alle Schlecker-Frauen zu doof für den Beruf Erzieherin? Ihre Aussage ist einfach nur beleidigend! In unseren Kita´s gibt es heute schon viele "umgeschulte" Kräfte, alle unfähig? Was für eine Geringschätzung Ihrerseits gegenüber ALLEN umgeschulten Kita-Erzieherinnen! Ich hoffe, Sie haben sich, im Interesse Ihrer Kinder, bei ihrer Kita die Abschlusszeugnisse der dort beschäftigten Erzieherinnen zeigen lassen........

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 12:50 Uhr

Was ist denn daran beleidigend, wenn ich den Berufsstand der Erzieherinnen hochhalte, die eine mehrjährige Ausbildung mit entsprechendem Berufsabschluß absolviert haben.

Ich sage nicht, dass die Verkäuferinnen unfähig sind. Nein, sie haben nur nicht die richtuge Berufsausbildung. Ich verlange nur, dass die Leistung der Erzieherinnen (Voraussetzung: Fachhochshulreife ? ) gewürdigt wird und nicht inflationär behandelt wird. Motivation alleine ist noch nicht alles. Ich möchte auch nicht die Abscchlusszeugnisse sehen, ich möchte lediglich fachliche Qualifikation. Es kann doch nicht sein, dass die komplexe Erzieherinnenausbildung durch eine Umschulung ersetzt wird.
Leider herrscht noch immer die Meinung, im Kondergarten werde nur gespielt. Der Beruf einer Kindergärtnerin ist aber sehr anspruchsvoll. Da reicht Motivation und "Umschulung" nicht aus.

Es gibt auch ein starkes Defizit bei Landärzten und Krankenschwestern . Weshalb schult man die Schlecker-Mitarbeiter nicht in Ärzte/Krankenschwestern um ?

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 13:05 Uhr

@ Herr Rau:
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass bei Umschulungen die gleichen Inhalte vermittelt werden, wie bei einer Ausbildung. Ebenso ist die gleiche Prüfung abzulegen.
Weiterhin gelten für Umschulungen die gleichen Zugangsvoraussetzungen wie für eine Ausbildung...genau genommen sogar höhere: eine Zulassung zu einer Umschulung setzt bereits erfolgte Berufstätigkeit voraus - nur deshalb ist die Ausbildungs-/Umschulungsdauer kürzer.
Die Zugangsvoraussetzungen zu einer Ausbildung zum/zur Erzieher/in sind in der Regel der mittlere Schulabschluss (Realschule). In bestimmten Fällen (Praktikum, Berufstätigkeit...) reicht sogar ein Hauptschulabschluss.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

08. Juni 2012 - 13:09 Uhr

@Moritz Rau
Sie möchten also lieber von einem umgeschulten Arzt an Leib und Leben behandelt werden als Ihre Kinder in die Obhut ehemaliger Verkäufer zu geben?
Oder beziehen Sie sich ausdrücklich auf Landärzte, weil Sie als Stadtbewohner sich sowieso nie in die Behandlung solcher Quacksalber begeben würden? Ist das jetzt noch Geringschätzung und Herabsetzung von Ärzten und Landbevölkerung? So langsam begeben Sie sich aber auf sehr dünnes Eis...

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 13:10 Uhr

Herr Jung,

ich gehe davon aus, dass Sie vom Fach sind. Dann fasse ich zusammen:
Eine mehrjährige Tätigkeit in einem Einzelhandel reduziert somit die zeitliche Ausbildungsdauer eine Erzieherfachausbildung (damit auch die vermittelten Inhalte) und sorgt auch für geringere Eingangsvoraussetzungen (Schulabschluß).

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 13:14 Uhr

Herr Mayer,

Sie drehen mir die Argumentation herum und unterstellen mir weit hergeholte Interpretationen. Auf diesem Niveau diskutiere ich nicht. Ich möchte beides nicht und habe den Arzt nur als Beispiel genannt. Sie scheinen dagegen die Leistung verschiedener Berufsgruppen unterschiedlich zu bewerten. Wenn, wie in diesem Forum beschrieben, bei einer Umschulung dieselben Inhalte vermittelt werden, wie bei einer Ausbildung, dann dürfte (rein theoretisch) auch die Umschulung in einen Arzt oder eine Krankenschwester kein Problem sein. Aber hier gibt es wohl anscheinend eine Schmerzgrenze.

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Peter Ginter

Registriert seit: 24.12.2010

Kommentare: 40

08. Juni 2012 - 13:28 Uhr

Schade, dass eine eigentlich tolle Kommunikationsmöglichkeit zur Diskussion wie dieses BZ-Forum bei fast jedem Thema sofort in Hahnenkämpfe, persönliche Angriffe und Beleidigungen abgleitet. Dem ernsthaften Dikussionsteilnehmer vergeht da jede Lust.

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Phillip Bregner

Registriert seit: 23.11.2009

Kommentare: 83

08. Juni 2012 - 13:32 Uhr

Herr Ginter, herzlich willkommen im Internet.

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Peter Ginter

Registriert seit: 24.12.2010

Kommentare: 40

08. Juni 2012 - 13:38 Uhr

Und zum Thema: Erziehungs-, Pflege- und Altenpflegeberufe sind oftmals mehr Berufung als Beruf. Es ist nicht JedeR für diese Berufe geboren oder geeignet. Daran ändert auch eine solch sinnfreie Umschulung nach von der Leyen nichts, deren Weltbild ohnehin aus ganz anderen gesellschaftlichen Schichten herrührt ubd deshalb oftmals mehr als daneben ist. Ich könnte vor allem in den Pflegeberufen nicht tätig sein und ziehe vor allen Arbeitskräften in diesen Bereichen meinen Hut.

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Peter Ginter

Registriert seit: 24.12.2010

Kommentare: 40

08. Juni 2012 - 13:42 Uhr

@ Bregner: Der Herr Ginter ist schon ewig im Internet zugange. Auch in anderen Foren. Deshalb muss man trotzdem nicht alle der Anonymität geschuldeten Rüpeleien stillschweigend akzeptieren.

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

08. Juni 2012 - 13:45 Uhr

@ Herr Ginter: Klasse was Sie zum Thema beitragen*Kickerikie* Zum Thema: Mir sind umgeschulte Erzieher/innen allemal lieber, als die teilweise vorhandenen "Fachidioten" mit Fachhochschulreife!

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 13:53 Uhr

Herr Basket,

darin unterscheiden wir uns.

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Gelöschter Nutzer #804452

Registriert seit: 14.03.2011

Kommentare: 866

08. Juni 2012 - 14:01 Uhr

@Herr Rau
>>"Umschulung für den Einsatz in KITAS ?

Was für eine Geringschätzung des Erzieher/innenberufs. "...

sprechen Sie damit den Umschulungsmassnahmen die Qualifikation ab?
Ich denke solche Umschulungen enden immer mit einer staatlichen Prüfung, oder ?

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Michael Basket  

Michael Basket

Registriert seit: 30.07.2009

Kommentare: 1207

08. Juni 2012 - 14:02 Uhr

Herr Rau: ...und das ist gut so. Aber ich würde an ihrer Stelle mal bei Ihrer Kita nachfragen was denn dort arbeitet. Nicht das Sie dann desillisioniert sind..

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 14:03 Uhr

@ Herr Rau:
Zitat:
"Herr Jung,
ich gehe davon aus, dass Sie vom Fach sind."

Weitestgehend..

Zitat:
"Eine mehrjährige Tätigkeit in einem Einzelhandel reduziert somit die zeitliche Ausbildungsdauer eine Erzieherfachausbildung (damit auch die vermittelten Inhalte) und sorgt auch für geringere Eingangsvoraussetzungen (Schulabschluß)."

Falsch!
Nicht eine Tätigkeit im Einzelhandel reduziert die Ausbildungsdauer einer Erzieherin, sondern eine mehrjährige berufliche Tätigkeit, bzw. eine andere Ausbildung reduziert die Ausbildungsdauer einer Umschulung ganz allgemein.
Ebenso werden nicht die Inhalte reduziert (wie bereits beschrieben), sondern lediglich Teile der allgemeinen Inhalte (Tarifrecht, Sozialsystem, Wirtschafts- und Sozialkunde...) mit weniger Zeiteinheiten angesetzt, da hier im Vergleich zu einer Ausbildung von Schulabgängern bereits von einem höheren Grundwissen ausgegangen werden kann.
Die fachlichen Inhalte sind und bleiben identisch.
Eine Verkäuferin lernt somit während ihrer Umschulung nicht weniger, als eine angehende Erzieherin während ihrer Ausbildung. Hinzu kommt, dass Umschüler/innen bereits aufgrund des höheren Alters über eine höhere Lebenserfahrung verfügen und der Anteil derer, die bereits eigene Kinder erziehen durften (Praxiserfahrung, Belastbarkeit...) ebenfalls höher ist.
Somit kann bei umgeschulten Verkäuferinnen keinesfalls grundsätzlich von einer geringeren Qualifikation ausgegangen werden.
Die Eingangsvoraussetzungen sind (wie ebenfalls weiter oben geschrieben) bei Ausbildung und Umschulung gleich. Auch eine "normale" Ausbildung ist je nach Bundesland bereits mit Hauptschulabschluss (+ Berufserfahrung/Praktikum...)möglich.

Sarkastische Zusatzbemerkung:
Umgeschulte Schleckerverkäuferinnen haben auch bereits Erfahrung bezüglich des Leidensdrucks hinsichtlich der zu erwartenden Entlohnung...

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Jürgen Arnemann  

Jürgen Arnemann

Registriert seit: 05.11.2009

Kommentare: 327

08. Juni 2012 - 14:16 Uhr

@Herr Ginter, Ihr erster Kommentar ist in der Sache genau richtig.
Ich würde hier auch lieber pro und kontra Kommentare lesen,
aber schnell werden die Schreiberlinge persönlich und oftmals
auch beleidigend und die Sache wird zur Nebensache...schade.

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 14:29 Uhr

Herr Jung,

vielen Dank für die Hinweise. Allerdings kann ich für mich nicht erkennen, wo sich im konkreten Fall eine Verkäuferin in ihrem (egal wie langen) Berufsleben eine für den Beruf der Erzieherin erforderliche Qualifikation angeeignet hat, die eine Reduzierung der Ausbildungzeit und der Berufseinstiegsqualifikation rechtfertigt. Unter Erziehung in der Kita verstehe ich vorschulisches Lernen, kindgerechte Anleitung und gezielte Förderung unter vorheriger Identifizierung des Förderungsbedarfs und damit optimale Vorbereitung auf die Schule... nicht nur Aufbewahrung während die Eltern arbeiten.

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 14:46 Uhr

@ Herr Rau:
Zitat:
"Allerdings kann ich für mich nicht erkennen, wo sich im konkreten Fall eine Verkäuferin in ihrem (egal wie langen) Berufsleben eine für den Beruf der Erzieherin erforderliche Qualifikation angeeignet hat, die eine Reduzierung der Ausbildungzeit und der Berufseinstiegsqualifikation rechtfertigt."

*seufz*
Weder das eine noch das andere ist der Fall...und wurde von mir auch nirgends behauptet. Vielleicht sollten Sie meine Beiträge nochmals lesen und anschließend nochmals darüber nachdenken.

Zitat weiter:
"Unter Erziehung in der Kita verstehe ich vorschulisches Lernen, kindgerechte Anleitung und gezielte Förderung unter vorheriger Identifizierung des Förderungsbedarfs und damit optimale Vorbereitung auf die Schule..."

Genau das können die Damen und Herren im Rahmen ihrer Umschulung lernen. So wie es auch "normale Auszubildende" im Rahmen ihrer Ausbildung erst lernen müssen. Einziger Unterschied: Bereiche wie Allgemeinwissen, Wirtschaft und Soziales werden im Rahmen einer Umschulung knapper bemessen...fachrelevante Themen unterscheiden sich nicht von der regulären Ausbildung.

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 15:07 Uhr

Herr Jung, Sie haben mich überzeugt. Ich hoffe nur, dass Frau Leyen das genauso sieht, wie Sie es beschrieben haben.

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 15:33 Uhr

@ Herr Rau:
DAS allerdings hoffen wir wohl alle.
:-)

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Ralph Walchner

Registriert seit: 26.06.2009

Kommentare: 812

08. Juni 2012 - 15:56 Uhr

Umschulungen sehe ich im Grunde eigentlich auch positiv. Warum unsere Frau von Arbeitsministerin gerade die Schlecker-Frauen in Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umschulen lassen will (Haben Schlecker-Frauen eigentlich alle eine Ausbildung oder arbeiteten sie deshalb bei Schlecker weil sie eben keine haben?), erschließt sich mir nicht ohne der Dame böse Hintergedanken zu unterstellen.
Wenn das alles so einfach ist und nur die richtigen Kenntnisse vermittelt werden müssen, warum werden dann nicht alle Arbeitslosen und Arbeitssuchenden flugs zu Erziehern ausgebildet? Wieso kann man die Schlecker-Frauen dann nicht auch schnell mal zu Schweißerinnen oder Mechanikerinnen umschulen? Fachkräftemangel scheint es doch dort auch zu geben?

Die Antwort scheint mir eher darin zu liegen, dass die Erzieher- und Pflegeberufe immer noch abschätzig angesehen werden und darüber hinaus verdammt schlecht bezahlt sind. Da trifft es sich gut, wenn plötzlich tausende Frauen in einer gewissen Notlage sind und leicht in die "richtige" Richtung gedrängt werden können. So spart sich der Staat höhere Löhne um die betreffenden Berufe attraktiver zu machen und die Schlecker-Frauen liegen ihm nicht lange auf der Tasche.
Ob die quasi Druck-umgeschulten Damen ihre Arbeit mit den Kindern und Pflegebefürftigen dann wirklich gerne und damit auch gut machen, ist der Politik und offensichtlich auch großen Teilen des Volkes -Entschuldigung- scheißegal! Hauptsache die Zahlen stimmen und die Bedürfnisse von Kindern und Pflegebedürftigen sind nun mal gegenüber Wählerstimmen und Arbeitslosenzahlen absolut nichtig.

Bitte nicht falsch verstehen. Wenn Schleckerfrauen die von Frau von der Leyen aufgedrängten Berufe wirklich ergreifen wollen, dann finde ich die Umschulung eine super Alternative. Falls die Frauen diese Umschulungen aber nur auf Drängen der Arbeitsministerin absolvieren, ohne große Lust auf den neuen Beruf, dann wären sie als Schweißerinnen doch besser aufgehoben. Da handeln sie nämlich nicht an Menschen.

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Moritz Rau

Registriert seit: 26.07.2011

Kommentare: 294

08. Juni 2012 - 16:10 Uhr

Herr Walchner,

danke, Sie haben zur gleichen Meinung die besseren Worte gefunden.

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Peter Schneiderhahn  

Peter Schneiderhahn

Registriert seit: 25.11.2011

Kommentare: 503

08. Juni 2012 - 16:15 Uhr

Fassen wir mal zusammen:

Es gibt zu wenige Erzieherinen für Kitas und durch die Schlecker-Insolvenz gibt es viele Verkäuferinnen, die nun eine Stelle suchen. Also werden einige tausend von Ihnen umgeschult.

Aber ist es nicht auch so, dass es insgesamt zu wenig Kita-Plätze gibt?

Wenn nun also nicht nur die Verkäuferinnen umgeschult werden, sondern die in jedem Dorf vorhandenen Schleckerfilialen umgewandelt werden in Kitas, dann hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! ;-)

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Salvatore gracia

Registriert seit: 28.02.2010

Kommentare: 550

08. Juni 2012 - 16:51 Uhr

der bundeswehr gehen auch die leute aus, soll sogar besser bezahlt werden wie bei schlecker. Ironie ende.

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Elly Brodhag

Registriert seit: 18.11.2010

Kommentare: 325

08. Juni 2012 - 17:11 Uhr

Eine Umschulung zu Erzieher/Pflegerinnen benötigt eine mehrjährige Umschulung/Ausbildung. Das was v.d.L. vorschlägt könnte allenfalls das Berufsbild Erzieher-/PflegeHelferinnen sein. Oder will die Bundesregierung wirklich eine mehrjährige Ausbildung bezahlen? Und wie? Trägt die Fam. Schlecker wenigstens die Hälfte der Kosten?
Wie wärs wenn sich hier die Herren Kommentatoren mal darüber auslassen würden, wie mit den Frauen hier umgesprungen wird - gerade bei Schlecker. Erst werden sie ausgenutzt als "Verkäuferinnen" mit Minilohn, dann wird Insolvenz gemacht - die Frauen sind wieder die "Deppen" und jetzt will man sie umschulen, ohne ihnen die Möglichkeit einer Berufswahl zur Umschulung zu geben. Ich dachte die DDR ist seit mehr als 20 Jahren nicht mehr existent.
Btw.: Diese Umschulungsvorschläge kommen nicht von den Linken oder den Grünen ;-).

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 17:14 Uhr

@ Herren Rau/Walchner
Edit: + Frau Brodhag
Ich kann Ihre Bedenken/Sorgen gut nachvollziehen...
Ganz sicher sind nicht alle Menschen dafür geeignet, in pädagogischen Berufen zu arbeiten. Ich bitte aber folgendes zu bedenken:
Die Verkäufererinnen sollen nicht "umgeschult werden", sondern ihnen wurde eine Umschulung "angeboten". Der weitere Gang bei geförderten Maßnahmen ist nun der, dass interessierte Personen weiter beraten werden und eine Umschulung in verschiedenen Berufen beispielsweise auch aufgrund ihres bisherigen Werdegangs durchaus abgelehnt werden kann.
Neben den Kostenträgern (hier dann wohl die Arbeitsagenturen) sind als nächstes die Maßnahmenträger gefragt: bei diesen werden Einstiegsuntersuchungen gefordert um die Wahrscheinlichkeit eines positiven Maßnahmeabschlusses zu erhöhen.
Kurz und knapp:
Wer nicht will, der muss auch nicht.
Wer nicht kann, der darf auch nicht.

Soviel zur Theorie...
Was die Praxis daraus macht (wirtschaftsorientierte Bildungsträger die jeden nehmen...Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt oder Politik: Hauptsache aus der Statistik raus...) wird sich zeigen.
Ich finde, auch in diesem Unglück stecken Chancen...diese gleich in Grund und Boden zu reden hat niemand verdient. Die Beteiligten Verkäufer/innen schon gar nicht.
Offene Augen, sachliche Kritik und ein gesundes Maß an Mißtrauen hingegen wirkt oftmals "motivierend" bei Staat und Wirtschaft!

Von daher: dran bleiben, weiter kritisch beleuchten und sachlich bleiben!

Vielen Dank für die bisher weitestgehend sachliche Diskussion...bin ich hier gar nicht gewöhnt!
:-)

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Johannes Wirk  

Johannes Wirk

Registriert seit: 08.06.2012

Kommentare: 21

08. Juni 2012 - 17:24 Uhr

Allerdings zeigt es, was von der Leyen von unseren Kindern hält. Zweierlei: Erzieherinnen sollen geringverdienend bleiben, wie die Schleckerangestellten. Und "Erziehen" als Beruf kann doch jeder, eine kurze Umschulung, schwupps ist man qualifiziert. - Sind doch nur Kinder.

Danke, Fr. von der Leyen!

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

08. Juni 2012 - 17:32 Uhr

@Moritz Rau
Sie haben mich ertappt! Ich habe Ihren Beitrag absichtlich überinterpretiert.
Aber Herr Jung hat je bereits ausführlich dargelegt, dass mit der Umschulung keinerlei Abwertung des Erzieherinnen-Berufs zu sehen ist.
Noch eine Bemerkung: Ein Arzt studiert i.d.R. mehrere Jahre, hat also ein intensive fachliche Ausbilung. Es spricht nichts dagegen, dass eine Schleckerfrau sich ebenfalls zum Arzt ausbilden/umschulen läßt, wenn die entsprechenden Voraussetzungen (Abitur, Zulassung zur Hochschule) gegeben sind. Und die Agentur das bezahlt (was wohl eher zweifelhaft ist). Ansonsten spricht nichts dagegen, sich auch von einer Ärztin/Ex-Schleckerfrau behandeln zu lassen. Krankenschwester analog.

@Elly Brodhag (+Johannes Wink)
Die meisten Ausbildungsberufe in Deutschland sind zweistufig. Als Beispiel: Nach einer zweijährigen Ausbildung kann bei der IHK eine Prüfung zum/zur Verkäufer/-in im Einzelhandel abgelegt werden. Nach einem weiteren Ausbildungsjahr wird dann der/die Kaufmann/-frau im Einzelhandel obendrauf gesetzt.

Die Ausbildung zur Erzieherin erfolgt in Baden-Württemberg dagegen dreistufig:
1. Stufe: BK I (Besonderheit Ba-Wü)
2. Stufe: 2 Jahre schulische Ausbildung
3. Stufe: 1 Jahr Anerkennungspraktikum (das übrigens in Niedersachsen entfällt)

Man kann sich jetzt leicht vorstellen, dass einige dieser Bausteine für die Schleckerfrauen entfallen oder gekürzt werden können. Zum Beispiel können viele Schulfächer wegfallen, die ein Azubi im Teenageralter noch hat und die fachlich gesehen mit der Ausbildung nichts zu tun haben (Beispiel: Deutsch, Englisch, Mathematik). Diese haben die Umschüler in der Regel bereits durch ihre Schulbildung oder ihre erste Ausbildung abgedeckt und in der Umschulung werden nur noch die fachlichen Themen intensiv, d.h. theoretisch und praktisch, geschult.

Sie können sich ja selbst einmal im Internet informieren, welche Ausbildungsbestandteile bei einer Umschulung wegfallen und damit die Zeit verkürzen können.

Am Ende steht die gleiche Abschlussprüfung wie bei "normalen" Azubis auch. Von Abwertung kann also keine Rede sein.

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Elly Brodhag

Registriert seit: 18.11.2010

Kommentare: 325

08. Juni 2012 - 17:53 Uhr

@Egon Mayer
Ich habe nichts von "Abwertung" geschrieben, so etwas liegt mir nicht und werfen Sie mich nicht in einen Topf mit Herrn Wirk. Mir geht es alleine darum, wie man mit den Frauen bei Schlecker umgeht/umgegangen ist und jetzt geht es gerade so weiter in Sachen Umschulung.

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Bodo Weis  

Bodo Weis

Registriert seit: 26.05.2009

Kommentare: 869

08. Juni 2012 - 18:34 Uhr

Daher weht also der Wind. Eine Transfergesellschaft wollte man nicht eröffnen, alles zu teuer, aber eine Kurzumschulung zur Kindergärtnerin will man sich kosten lassen.
Der Bedarf an Fachkräften in den Mangelberufen will man nun ausgleichen „Entweder Hartz IV oder billige Erzieherin / Altenpflegerin“.
Sauber durchdacht Frau Ursula von der Leyen.

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Tina Spitz

Registriert seit: 25.07.2011

Kommentare: 705

08. Juni 2012 - 19:16 Uhr

Bei dem hier intensiv diskutierten Vorschlag handelt es sich - wieder einmal mehr - bloß um eine in vorlauter, neodynamischer Politikermanier aus der Hüfte heraus geschossene - leider völlig undurchdachte - Idee zur "pragmatischen Problemlösung".
Analysiert man das "Politikergeschwätz" der letzten 10-15 Jahre kann das Fazit m. E. nur lauten:
Schaut's mal alle her, ihr Mitglieder des Stimmenviehs! Wir (die jugendlichen Mitglieder der politischen Führungselite) sind doch soooooo einfallsreich und gerade wir eloquenten, keine Talk-show auslassenden Jungdynamiker (U 67) sind einfach nur genial und im Übrigen ist Politik doch sooooooooo simpel...

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Kandi Haberstroh  

Kandi Haberstroh

Registriert seit: 14.11.2011

Kommentare: 79

08. Juni 2012 - 19:25 Uhr

Bei unserem Schlecker hat heute ein Türsteher den Ansturm kontrolliert! Kein Witz!

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

08. Juni 2012 - 20:13 Uhr

@Elly Brodhag
Also gut, dann ausführlich:
"Eine Umschulung zu Erzieher/Pflegerinnen benötigt eine mehrjährige Umschulung/Ausbildung. Das was v.d.L. vorschlägt könnte allenfalls das Berufsbild Erzieher-/PflegeHelferinnen sein."

Wie soll man diesen Satz denn interpretieren, wenn nicht abwertend für die Schleckerfrauen? Vor allem das Wort "allenfalls" hat mich dazu verleitet...

"Wie wärs wenn sich hier die Herren Kommentatoren mal darüber auslassen würden, wie mit den Frauen hier umgesprungen wird - gerade bei Schlecker."

Darüber hat man sich lang und breit ausgelassen, als es Schlecker noch gut ging und ein Boykott gegen Schlecker, nicht zuletzt wegen der Arbeitsbedingungen, gefordert wurde. Nun, dieser Boykott war erfolgreich, jetzt muss man mit den Folgen leben.
Die Schleckerfrauen hatten ein halbes Jahr Zeit (!!), sich auf die neue Situation einzustellen. Bereits um Weihnachten herum waren die ersten Insolvenzmeldungen in der Tagespresse. Sie haben sich nicht um eine neue Arbeit gekümmert, sondern es wurde versucht, die Verantwortung auf andere abzuwälzen. Erst die Schleckers, dann eine Transfergesellschaft, dann die Arbeitsagentur. Wann kommen die Damen also endlich mal aus dem Quark? Es werden ihnen Möglichkeiten zuhauf gegeben, aber keine scheint gut genug zu sein...

"Erst werden sie ausgenutzt als "Verkäuferinnen" mit Minilohn, dann wird Insolvenz gemacht - die Frauen sind wieder die "Deppen" und jetzt will man sie umschulen, ohne ihnen die Möglichkeit einer Berufswahl zur Umschulung zu geben."

Zum einen: Es geht nicht darum die Frauen zu Deppen zu machen. Jede(r) muss arbeiten, um ein Einkommen zu erhalten. Andernfalls muss er/sie eben mit dem Grundeinkommen auskommen, das der Staat bietet. Und da sind Arbeitslose in Deutschland weit besser dran als in anderen Ländern.

Zum anderen: Es werden wohl kaum ALLE Schlecker-Damen zu Erzieherinnen umgeschult werden. Aber auch hier regelt der Markt Angebot und Nachfrage! Wenn ich Bäcker sein will und keiner einen Bäcker braucht, dann kann ich eben nicht Bäcker werden, sondern muss z.B. in den Straßenbau gehen.
Anders ist es bei der universitären Ausbildung. Hier darf jeder selbst entscheiden, was er werden will und kann das Ziel auch erreichen. Aber wenn keine Lehrer gebraucht werden, dann bin ich hinterher trotzdem arbeitslos...

"Ich dachte die DDR ist seit mehr als 20 Jahren nicht mehr existent.
Btw.: Diese Umschulungsvorschläge kommen nicht von den Linken oder den Grünen ;-)."

An der Stelle zitiere ich mal unseren Finanzminister:
Sozial ist, wer sich nicht nur auf andere verläßt.

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Hans Rösch

Registriert seit: 08.06.2012

Kommentare: 3

08. Juni 2012 - 20:38 Uhr

Frau v.d.L. sollte mal das SGB III zum Thema Umschulung/Weiterbildung zur Brust nehmen. Dann würde sie nicht mit solchen Äußerungen zur Umschulung/Weitebildung der Schlecker-Mitarbeiter/innen um sich schlagen. Bei einer Vollzeit-Umschulung muss die Umschulung "Erwachsenengerecht sein, d.h. max. 2 Jahre. Auch die ganzen Kommentare hinsichtlich "Erzieherausbildung,bzw.Umschulung hier sollten sich die Schreiber hinsichtlich der Dauer und Inhalt der Ausbildung mal unter http://www.arbeitsagentur.de "BerufeNet" informieren. Diese Ausbildung dauert a) länger als 2 Jahre und wird überwiegend bei einer Berufsfachschule absolviert. Bisher hat die Agentur für Arbeit weder eine Weiterbildung/Umschulung bei einer Berufsfachschule noch ein Studium finanziert. (BaföG) Ausnahme evtl.berufliche Reha. Zum Transfer-Kug (Auffanggesellschaft) rausgeschmissenes Geld. Jeder Person in einer Auffanggesellschaft steht nur ein bestimmtes Budget für Weiterbildung zu. Erfahrungsgemäß ist die Vermittlung in Arbeit in einer Auffanggesellschaft auch nicht 100% garantiert.

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 20:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Rösch,
seit Jahren plane und koordiniere ich Umschulungsmaßnahmen, die u.a. von den Arbeitsagenturen gefördert werden. Und hierbei handelt es sich durch die Bank um Berufsbilder, die ebenfalls eine mindestens 3-jährige Ausbildungsdauer haben.
Sie können somit davon ausgehen, dass mir nicht nur die Hinweise hinter Ihren Links bekannt sind.
Einer Umschulung zum/zur Erzieher/in steht grundsätzlich nichts im Wege...auch nicht die Tatsache, dass die Regelausbildung normalerweise in Fachschulen (für Sozialpädagogik) statt findet.
Sie glauben gar nicht, was seitens der Arbeitsagentur so alles finanziert wird...sofern es sich für die geförderten Personen lohnen kann.

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Hans Rösch

Registriert seit: 08.06.2012

Kommentare: 3

08. Juni 2012 - 21:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Jung, dann müssen Sie ja einen unheimlich guten Kontakt zu der Arbeitsagentur haben wenn Maßnahmen 3 Jahre gefördert werden oder meinen Sie evtl. Teilzeit-Maßnahmen, hier ist die Förderdauer etwas länger. Aufgrund Ihres Kommentares muss ich fast davon ausgehen, dass sich hinter Ihrem Namen ein Maßnahmeträger versteckt, wenn sie Maßnahmen planen und koordinieren. Vielleicht handelt es sich bei diesen Programmen um irgendwelche Sonderprogramme ? Außerdem sind zwischen Maßnahmen Jobcenter (ehemals ARGEN SGB II) und Arbeitsagenturen (SGB III) hinsichtlich der Dauer zu unterscheiden.

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Elly Brodhag

Registriert seit: 18.11.2010

Kommentare: 325

08. Juni 2012 - 21:23 Uhr

@Egon Mayer:
Es war meinerseits keine Abwertung, sondern eine Feststellung. Ich weiss, dass man bei einem Jahr Ausbildung "nur" (ich setze dies extra in Anführungszeichen, damit nicht wieder ein falscher Eindruck entsteht).....Helferin ist und nicht Erzieherin bzw. Altenpflegerin.

...und das mit der DDR wissen Sie genau, wie ich das meine: Da hatte man auch keine Wahl, den Beruf zu ergreifen, den man gerne wollte - es sei denn, man war in der Partei.

Trotzdem danke für Ihre Erklärungen.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1726

08. Juni 2012 - 21:27 Uhr

Herr Egon Mayer, das haben Sie sehr gut be- und geschrieben.

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Alois M. Jung  

Alois M. Jung

Registriert seit: 25.04.2012

Kommentare: 249

08. Juni 2012 - 21:51 Uhr

@ H. Rösch
Ich schrieb von Ausbildungsdauer (= Regelausbildungszeit!), nicht von Umschulungsdauer - genau wie Sie, der Sie von einer "mehr als 2-jährigen Ausbildungsdauer" schrieben. Und nicht von der Umschulungsdauer.
Die Umschulungsdauer zu einem 3-jährigen Ausbildungsberuf beträgt in der Regel zwischen 21 und 24 Monaten (je nach wöchentlicher Stundenzahl...).
Und zu Ihrer Beruhigung: mein (berufliches) Themengebiet liegt so weit von den erzieherischen und sozialpflegerischen Berufen entfernt, dass ich (selbst wenn ich es wollte) hieraus keinen Profit schlagen könnte...
Mir geht nur ziemlich auf den Geist, dass hier erst mal alles schlecht geredet wird und damit den Mitarbeiter/innen von Schlecker mehr geschadet als genützt wird. Keiner zwingt sie zu etwas...aber mit dieser Hetzjagd gegen einen Vorschlag der Politik (mehr war es doch noch gar nicht...eine Idee, die durchaus dem ein oder anderen wieder eine Perspektive bieten kann) wird eine massive Verunsicherung geschürt.

Und langsam nähert sich dann diese Diskussion leider auch dem hier üblichen Niveau...

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Adriana Haury

Registriert seit: 21.05.2012

Kommentare: 18

08. Juni 2012 - 21:57 Uhr

Hat einer der sooo eifrig disskutierenden Herren eine Ausbildung zum Erzieher?oder habe ich was übersehen?Eine Ausbildung zum-r Erzieher-in begann mit 1Jahr Vorpraktikum im Kiga,Kita,Kinder-oder Jugendheim oder einer ähnlichen Einrichtung.Entgelt monatl 100 Dm.es folgten 2Jahre Fachschule für Sozialpädagogik (manche waren Schulgeldpflichtig).Hier waren Pflichtpraktika eingeflochten (mit Benotung u Beurteilung).Danach 1Anerkennungsjahr mit Abschlussprüfung in Theorie und Praxis(oft im 2.ten Halbjahr mit eigener Gruppenleitung).Ach ja, Voraussetzung war mindestens1 gutes Realschulzeugniss und erwünscht war eine besondere Begabung im musikalischen oder kreativen Bereich weil dieses einen beachtlichen Teil der Ausbildung beinnhaltet.Freut mich sehr, dass der Zugang erleichtert wurde ,frage mich aber, was die Fachschulen, bei der Flut von Turboausbildungen für eine Meinung haben.Da bleiben ja die Schulen leer wenn s so leicht ist den Erzieherberuf zu erlangen.Ich hoffe dass die Fachschulen diese "Umschulungen "übernehmen und eine gleichwertige Prüfung fordern.Besonders die Praktika sollten unentbehrlich sein.

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Hans Rösch

Registriert seit: 08.06.2012

Kommentare: 3

08. Juni 2012 - 22:14 Uhr

Herr Jung, wenn Sie meinen, ich habe von Ausbildungsdauer gesprochen, oh nein für mich war immer das Thema "erwachsenengerechte Weiterbildung, wo auch der Begriff Umschulung verborgen ist. Habe mich nicht negativ gegenüber den Schlecker-Frauen geäußert. Wenn die individuellen Voraussetzungen für eine Weiterbildung/Umschulung vorliegen, warum nicht ? Mir können die Frauen nur leid tun, dass viele nach langjähriger Zugehörigkeit sich jetzt bei der Arbeitsagentur melden müssen. Außerdem habe ich Ihnen nicht unterstellt, dass Sie aus Umschulungs/Weiterbildungsmaßnahmen Profit erzielen wollen. Ein letzter Hinweis, mir ist der Unterschied zwischen einer Ausbildungsdauer - Regelausbildungzeit und Dauer Umschulungszeit wohl bekannt. Dieses Thema ist für mich jetzt beendet.

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Gregor Bähr

Registriert seit: 19.08.2011

Kommentare: 398

09. Juni 2012 - 08:14 Uhr

Ob die "Service"-Sklavin (service kommte von servus (lat.)=Sklave) was (bei Schlecker) verkauft oder sich um Kinder oder Alte kümmert, ist aus Sicht der Herrin einerlei. Hauptsache sie tut was für ihr Geld.

Meine Solidarität mit allen Schlecker-(Ex)-Beschäftigten.
Von Anton Schlecker und seinem Geschäftsmodell habe ich nicht so viel gehalten, aber dank an alle dort bisher Arbeitenden und alles Gute für die Zukunft.

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Martin Stadler

Registriert seit: 11.03.2010

Kommentare: 462

09. Juni 2012 - 09:06 Uhr

Herr Bähr, warum sollte die (ehemalige) Schlecker-Mitarbeiterin denn für ihr Geld nichts tun? Muss die Gesellschaft sie jetzt dauerhaft für ihr Schicksal entschädigen?

Herr Jung, Herr Mayer: Herzlichen Dank für Ihre sachlichen Erläuterungen und Ihre unaufgeregte Argumentation. Ein wohltuender Unterschied zur künstlichen Aufregung der Wutforisten...

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Peter Ginter

Registriert seit: 24.12.2010

Kommentare: 40

09. Juni 2012 - 12:21 Uhr

Das ganze Thema hat doch nur am Rande mit Schlecker und den dortigen Damen zu tun. Der Regierung fliegen die eigenen Zusagen zu Kita und Terminierung um die Ohren. Von der Leyen würde alles und jedeN umschulen und ins Spiel bringen, der/die/das nicht bei 3 auf den Bäumen ist:

http://tinyurl.com/8xe9s7c/?mobile=no

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Elly Brodhag

Registriert seit: 18.11.2010

Kommentare: 325

09. Juni 2012 - 14:46 Uhr

@Martin Stadler:
Zu ihren "Wutforisten": Da halte ich es lieber mit dem Kaberettisten Georg Schramm und nenne mich ebenfalls einen Zornbürger, denn Wut macht nur blind. ;-).

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Waltraud meger

Registriert seit: 13.07.2009

Kommentare: 110

09. Juni 2012 - 16:19 Uhr

Die größten Arbeitgeber für soziale Berufe sind immer noch die Kirchen. Die werden sich über Kirchenmitglieder freuen.

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