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19. September 2011 12:49 Uhr

Anschlag

Auto angezündet – Autonome bekennen sich

Wieder hat es in Freiburg einen Brandanschlag gegeben – mutmaßlich aus dem linken Spektrum. Diesmal traf es ein Auto und ein Gebäude einer Firma in der Unterwiehre, von der die Täter irrtümlicherweise glaubten, dass sie demselben Besitzer gehören.

  1. Der Schaden geht in die Tausende: Der in Brand gesetzte Mercedes. Foto: Thomas Kunz

  2. Das Quad-Geschäft an der Oltmannstraße war am Wochenende Ziel einer Attacke. Foto: thomas kunz

Am frühen Sonntagmorgen, um kurz vor 3 Uhr, wurde die Polizei über einen Fahrzeugbrand in der Oltmannstraße informiert. Anwohner und die Feuerwehr hatten den Fahrzeugbrand, der in einem vorderen Radkasten des geparkten Autos entstanden war, bereits gelöscht.

An dem Geschäft für Quad-Fahrzeuge, vor dem der silberne Mercedes Viano parkte, war eine zwei mal zwei Meter große Fensterscheibe eingeworfen worden. Bei dem Fahrzeug brannte der vordere rechte Radkasten. Anders als die Täter offenbar annahmen, gehört das beschädigte Fahrzeug aber gar nicht "Black Forest Quad" – so der Name des Geschäfts –, vielmehr hatte ein Kunde das Fahrzeug über das Wochenende dort abgestellt. Die Spurenlage am Fahrzeug lässt laut Polizei den Schluss zu, dass das Feuer gezielt an dem Fahrzeug gelegt wurde. Den Schaden am Auto beziffert die Polizei auf 3000 bis 5000 Euro. Erst vor 14 Tagen hatten Unbekannte auf dem Parkplatz des Regierungspräsidiums an der Bissierstraße zwei Fahrzeuge der Behörde in Brand gesetzt.

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Die Untersuchungen der Polizei laufen, sagt ihr Sprecher Ulrich Brecht. Am frühen Sonntagmorgen hatten Ermittler im Internet auf dem ultralinken Portal Indymedia ein Schreiben entdeckt, in dem sich Unbekannte dazu bekennen, sowohl das Feuer gelegt als auch das Gebäudefenster beschädigt zu haben. Der Anschlag auf Gebäude und Auto sei ein Racheakt ("eine Reaktion") dafür, dass die Besitzer des Geschäfts angeblich in der Vornacht der Räumung des Wagenplatzes Kommando Rhino am Eingang zum Stadtteil Vauban – der Nacht vom 2. auf den 3. August – Aktivisten mit vorgehaltener Waffe bedroht haben sollen, als diese dabei waren, an der Merzhauser Straße Barrikaden zu errichten.

Geschäftsführer widerspricht Darstellung der Autonomen

Stefan Philipp, Geschäftsführer und Mitinhaber des Quad-Ladens, bestreitet dies entschieden: Weder er noch sein Partner wohnten in dem Gebäude an der Oltmannstraße, in dem sich ihr Laden befinde. Demnach seien sie in jener Nacht Anfang August überhaupt nicht vor Ort gewesen. Wenn, dann handle es sich um eine Verwechslung mit Mietern, die über dem Geschäft wohnen. Keinesfalls hätten sie Waffen in ihrem Geschäft.

Der Geschäftsführer hat den Bekennern auf der ultralinken Internetseite dies auch in einer "Richtigstellung" mitgeteilt. Dort schreibt er unter anderem: "Wie mir die Mieter, die über unserem Ladengeschäft wohnen, bestätigt haben, wurden keine Waffen auf irgendjemanden gerichtet. Einer der Mieter hat wohl ein Luftgewehr in die Luft gehalten." In den Lauf einer scharfen Waffe, wie es die Aktivisten behaupten, habe jedenfalls keiner schauen können.

Das Polizeirevier Freiburg-Süd bittet um Hinweise unter Tel. 0761/882-4421.

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Autor: Frank Zimmermann, aktualisiert um 20 Uhr