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09. Mai 2009
Autofahrer haben kein Herz für Marder
Die pelzigen Tiere richten mit ihren scharfen Zähnen beträchtliche Schäden an / Tipps zum richtigen Marderschutz
Sie sind klein, pelzig, putzig und sehen aus wie die Unschuld vom Lande. Doch sie haben es faustdick hinter den Ohren. Für Autofahrer sind Steinmarder ein Ärgernis. Unter der Motorhaube richten die Tiere jedes Jahr große Schäden an. Im Frühjahr sind sie besonders aktiv.
Die Zahl der durch Marder verursachten Schäden ist laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft drastisch gestiegen. Allein von 2004 bis 2007 gab es einen Anstieg um mehr als 26 Prozent auf 180 000 gemeldete Schadensfälle. Die Dunkelziffer dürfte nach Ansicht des Automobilclubs von Deutschland noch höher liegen, da lediglich kaskoversicherte Fahrzeuge erfasst wurden.
Viele Schäden, wie beispielsweise durchgebissene Achsmanschetten, wirken sich oft erst später aus und ziehen dann teure Reparaturen nach sich. Ob Zündkabel, Wasserschläuche oder elektrische Leitungen: Weiche Materialien unter der Motorhaube halten den spitzen Zähnen des kleinen Raubtiers selten lange stand.
"Wer Schäden am Fahrzeug und damit teure Reparaturen vermeiden will, sollte einen effektiven und nachhaltigen Marderschutz betreiben", sagt Norbert Schaub. Der 64 Jahre alte Geschäftsmann aus Neuenburg am Rhein hat sich auf die kleinen Nager spezialisiert. Seine vor 25 Jahren gegründete Firma "Stop and go" ist nach seinen Angaben Marktführer beim Vertrieb von Marderabwehrsystemen. "Hausmittel können helfen – allerdings nur punktuell und für kurze Zeit", sagt Schaub. Wer sich die Vierbeiner dauerhaft vom Leib und aus dem Motorraum halten will, sollte den Autozubehörhandel nutzen.
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Den besten Schutz bieten nach seiner Auffassung Ultraschall- und Elektroschockgeräte. Schallwellen im Ultraschallbereich bleiben für den Menschen unhörbar, sind aber für den Marder unangenehm und halten ihn fern. Manche Tiere gewöhnen sich jedoch an den Lärmpegel. Dann helfen Elektroschockanlagen, deren metallische Kontaktplättchen an möglichen Eindringstellen auf der Unterseite des Motorraums befestigt werden. Berührt ein Marder eine dieser Platten, bekommt er nach dem Prinzip des Weidezauns einen elektrischen Schlag. Der vertreibt den Eindringling zuverlässig. Für Menschen sind diese Anlagen ungefährlich, weil sie beim Öffnen der Motorhaube abgeschaltet werden. Die zusätzliche Belastung für die Batterie ist unbedeutend. Selbst dann, wenn das Auto lange steht. "Die Uhr im Auto benötigt mehr Strom", sagt Schaub. Der Preis: 140 Euro für das System und noch einmal etwa die gleiche Summe für den Einbau durch eine Fachwerkstatt. Zum vielfältigen Marderschutzangebot gehören auch Ummantelungen aus Hartkunststoff für Zünd- und andere Elektrokabel, die allerdings Achsmanschetten, Kühlschläuche, Dämmmatten und andere Bauteile ungeschützt lassen. Duftsprays sind für rund acht Euro die preisgünstigste Variante. Maschendraht unter dem Motor mag Marder zwar abhalten, ist aber wenig praktikabel.
Wenn unter der Motorhaube Marderspuren wie Essensreste oder Pfotenabdrücke entdeckt werden, sollte sofort reagiert werden. Oft wird die Beißwut der Tiere dadurch ausgelöst, dass revierfremde Männchen ihre Duftmarken hinterlassen. Hier hilft nur eine gründliche Motorwäsche. Das Auto möglichst in einer geschlossenen Garage parken. Tore auch tagsüber nie länger offen lassen.
Marder werden von der Wärme des abgestellten Autos angezogen. Auch der Schutz einer vermeintliche Höhle oder das beabsichtige Anlegen von Vorräten können ein Grund sein. "Wie groß die Not der Autofahrer ist, zeigen unsere Absatzzahlen", sagt Schaub. Allein im ersten Quartal 2009 stieg der Umsatz seines Unternehmens um 25 Prozent.
Ein Marderbiss kann unterschiedlich versichert sein. Manche Versicherungsunternehmen bieten für den Marderschaden eine gesonderte Police an .
Autor: jr/ar


