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03. März 2012

Ehrliche Haut in Kastenform

BZ-VORSTELLUNG: Der Fiat Panda bewahrt auch in der dritten Generation seinen Charakter.

  1. Foto: fiat

  2. Foto: fiat

  3. Der Neue entwickelt das praktische Konzept des Fünftürers zeitgemäß weiter. Hübsche Symmetrien zeigt der Instrumententräger. Foto: fiat

Vor 32 Jahren hat Fiat den Panda auf den Markt gebracht, jetzt steht die dritte Modellgeneration am Start. Der Erbe der "tollen Kiste", wie der Hersteller den Kleinwagen einst beworben hat, fährt auf den Spuren der beiden erfolgreichen Vorgänger. Auch der neue Panda ist eine ehrliche Haut.

Der Fünftürer behält seine kastenförmige Grundform, fällt aber mit 3,65 Metern etwas länger und mit 1,64 Metern geringfügig breiter aus. Seinem Charakter als intelligentes Raumwunder auf kleiner Verkehrsfläche bleibt er treu. Der Italiener ist ideal für den Stadtverkehr, er passt in nahezu jede Parklücke und muss sich auch vor engen Parkhäusern nicht fürchten.

Trotzdem sitzen zumindest vier Erwachsene ganz kommod, auch weil die Sitzflächen kürzer geworden sind und so mehr Platz für die Beine zur Verfügung steht. Die Größe des Gepäckabteils geht für diese Klasse in Ordnung. Durch Umklappen der Rücksitze und durch Verschieben der Rückbank (optional) lässt sich das Ladevolumen problemlos auf eine ordentliche Größe erweitern.

Zum funktionalen Charakter des Panda zählen der leichte Einstieg vorn und hinten, die leicht erhöhte Sitzposition sowie die 14 größeren und kleineren Ablagen, darunter auch ein größeres offenes Fach vor dem Beifahrer, das an die legendäre durchgängige Rinne im Innenraum des ersten Panda erinnert. Ins Auge springt, dass die Gestaltung des Interieurs deutlich mutiger ausgefallen ist, als man dies erwarten könnte. Neu ist, dass allerorten Quadrate mit abgerundeten Ecken als bestimmendes Designmotiv verteilt sind und so die Optik des Außendesigns im Interieur zitieren. Diese durchaus willkommenen Spielereien und die drei verschiedenen Farbkonzepte sind zwar augenfällig. Sie lenken aber nicht davon ab, dass der Panda weiterhin ein absolut ehrliches und funktionales Auto bleibt. Dazu zählt auch die Verarbeitung und die Qualität der verwendeten Materialien, die einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Bei der Ausstattung wurde zwar nachgebessert, dennoch sind in dieser Klasse keine Wunder zu erwarten. Serienmäßig sind unter anderem immer vier Airbags, ABS-Bremsen mit elektronischer Bremskraftverteilung, Tagfahrleuchten sowie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne an Bord. Der Schleuderschutz ESP, ein Notbremsassistent, Klimaanlage, Radio und eine Start-Stopp-Automatik, die allerdings nicht für die Einstiegsmotorisierung erhältlich ist, gibt es gegen Aufpreis.

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Bei ersten Fahrtests fällt auf, dass der neue Panda ungemein wendig ist. Die Lenkung ist vorbildlich leichtgängig und damit bestens geeignet für den Stadtverkehr. Die zur Verfügung stehenden Antriebe passen gut zu dem kleinen Stadtfloh. Die drei Motoren, darunter ein Diesel, sind sparsamer geworden. Einen guten Eindruck hinterlässt der neue Zweizylinder mit Twinair-Technik, der in immer mehr Fiat-Autos Dienst tut.

Ärgerlich ist, dass dem Kunden wenig Wahl gelassen wird. So ist der Basisbenziner das einzige Triebwerk, das mit allen drei Ausstattungsvarianten kombinierbar ist. Die anderen zwei Motoren sind nur in der höchsten Ausstattung verfügbar.

Voraussichtlich im Herbst wird es den neuen Panda auch in der Allradvariante 4x4 und besonderem Design geben. Zudem sind spezielle Versionen für Flüssig- und Erdgas vorgesehen. Wer keine Veränderung möchte, kann auch weiterhin den alten Panda als Neuwagen kaufen. Er läuft mit dem Namen Panda Classic noch mindestens ein Jahr weiter.

Autor: Jürgen Ruf