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26. Juli 2008
Verschärfte Kontrolle
Bei der Hauptuntersuchung ist künftig auch die Elektronik des Autos ein Thema
Die Neuzeit des Automobilbaus, so scheint es, ist bei den Prüforganisationen noch nicht wirklich angekommen. Denn obwohl die heutigen Karossen mit Elektronik vollgestopft sind, rumpeln sie bei den Hauptuntersuchungen wie eh und je über die Bremsenprüfstände und werden aus der Grube auf Rostbefall am Unterboden untersucht. Doch auch in diesem Bereich schleicht sich die Moderne ein. Wenn von 2009 an die Neuwagen des Jahres 2006 zum ersten "TÜV-Termin" rollen, wird auch die Elektronik ein Thema sein.
Dass es bei den Hauptuntersuchungen Veränderungen geben musste, ist seit langem klar: Denn mittlerweile bestimmen nicht mehr allein die Profiltiefe der Reifen oder die Dicke der Bremsbeläge über die Verkehrssicherheit. Seit Jahren werden sie zunehmend unterstützt von elektronischen Hilfen wie ABS, ESP und Airbag.
Und weil das so ist, müssen auch die Fahrzeugprüfungen durch die Sachverständigen dieses Thema stärker berücksichtigen. Als wichtiges Datum gilt der April 2006. Entschieden wurde, dass Fahrzeuge, die ab diesem Zeitpunkt neu zugelassen wurden, künftig bei den Hauptuntersuchungen im Hinblick auf die Elektronik intensiver in Augenschein genommen werden. Bei den verschärften Prüfungen geht es vor allem darum, zu schauen, ob an dem Auto wirklich alles an Technik und Elektronik vorhanden ist, das da sein müsste. Die Prüfung selbst bewegt sich eher auf herkömmlichem Niveau. "Bei einem Airbag muss der Prüfer zum Beispiel auf sichtbare Beschädigungen im Umfeld achten und darauf, ob nachträgliche Einbauten den Entfaltungsraum beeinträchtigen", sagt Joachim Wein, Sachverständiger des TÜV Nord. Hinzu kommt unter anderem noch eine Überprüfung der Kontrollleuchten für die einzelnen Geräte.
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Auch der Blick in die Elektronik fällt oberflächlich aus: Über die Diagnosestecker der Onboard-Diagnose (OBD) können die Prüfer lediglich feststellen, ob ein Steuergerät tatsächlich da ist.
"Wir begrüßen die neuen Vorgaben", sagt Arnulf Volkmar Thiemel vom Technikzentrum des ADAC. Es handele sich um einen ersten Schritt. Doch auch bei späteren intensiveren Prüfungen dürfte ein kompletter Elektronik-Check unmöglich sein – denn im Hinblick auf die Prüfkosten müssen sich Aufwand und Ergebnis die Waage halten. "Ein ESP ist mit vernünftigem Aufwand nicht wirklich zu überprüfen."
Autor: Heiko Haupt (tmn)



