Aufbrüche

Autoknacker-Serie im Hochschwarzwald – 28 Fälle seit dem Sommer

Tobias Loibenböck

Von Tobias Loibenböck

Do, 07. Dezember 2017 um 17:47 Uhr

Titisee-Neustadt

Es ist schon wieder passiert: Zwei Mal haben Autoknacker im Hochschwarzwald zugeschlagen. Seit dem Sommer wurden 28 Autos aufgebrochen. Die Polizei tappt im Dunkeln. Wie kann man sich schützen?

In den meisten Fällen geht es ganz schnell. Einer steht Schmiere und der andere zerstört die Autoscheibe. Dann wird in dem fremden Auto nach allem gegriffen, was zu holen ist. Eine Kamera, das neue Tablet und eine Damenhandtasche. Wenn alles erledigt ist, verschwinden die Täter oft spurlos und die Besitzer des Wagens stehen oft vor einem Sachschaden von 400 bis 500 Euro oder sogar mehr. Ein Diebstahl wie dieser ist im Hochschwarzwald keine Seltenheit.

28 Fälle seit dem Sommer

So verzeichnete das Polizeirevier in Titisee-Neustadt seit dem 1. Juni acht Fälle in Schluchsee und ganze 20 Fälle von Autoaufbruch in Titisee. Gleich zwei Fälle von Autoaufbrüchen gingen am vergangenen Sonntag ein. Die Täter schlugen dabei auf dem öffentlichen Parkplatz in der Strandbadstraße in Titisee zu. Noch am selben Tag ereilte einen VW Golf in der Nähe des Bahnhofs in Schluchsee das gleiche Schicksal. Ob die Fälle einen Zusammenhang haben, ist bislang noch unklar, auch von den Tätern fehlt jede Spur. Doch eines scheint klar zu sein: Autoeinbrüche wie diese scheinen im Hochschwarzwald kein Einzelfall zu sein.

Dass Touristenorte wie diese ein größeres Ziel für die Autoknacker darstellen, kann sich Uwe Kaiser vom Polizeirevier in Titisee-Neustadt gut vorstellen. "Wir bemerken, dass die Anzahl der Fälle in den Saisonzeiten ansteigt, da mehr Bewegung in der Stadt herrscht, die von den Einbrechern ablenkt." Dabei sind die Täter häufig sehr gründlich, weshalb die Erfolgsquote der Polizei minimal ausfällt.

"Wenn Täter keine Aussicht auf Erfolg haben, brechen sie wahrscheinlich nicht ein." Revierleiter Uwe Kaiser
"Die Bestohlenen bemerken den Raub erst, wenn sie zum Auto zurückkommen und Zeugen gibt es meist keine", erklärt Kaiser. So konnte im vergangenen halben Jahr keiner der knapp 30 Diebstähle aufgeklärt werden. Laut Polizeiaussagen scheint es keine Verbindung zwischen den Taten zu geben und Hinweise auf Banden gibt es auch nicht. Klar ist allerdings, dass die Täter meistens nach dem gleichen Schema vorgehen und sich dabei als sehr geschickt erweisen.

Teilkaskoversicherung zahlt nicht

Sie erkennen oft die klassischen Verstecke der Autobesitzer und hinterlassen kaum Spuren. Deshalb rät Kaiser wertvolle oder wichtige Gegenstände niemals offensichtlich im Auto liegen zu lassen und bei Möglichkeit im Handschuhfach wegzuschließen: "Wenn die Täter keine Aussicht auf Erfolg haben, werden sie wahrscheinlich nicht einbrechen."

Die Teilkaskoversicherung haftet übrigens nicht für Gegenstände, die lose im Auto liegen, sondern nur für die fest eingebauten, wie zum Beispiel ein Autoradio oder eben die Teile, die beim Einbruch beschädigt wurden.

"Die geklauten Dinge aus dem Wagen fallen in die Kategorie Einbruch- und Diebstahlschaden", erklärt Martin Lauble von der Versicherungsagentur Continentale Landesdirektion Lenz & Lauble. "Diese gehören nämlich nicht zum Fahrzeug selber und werden wenn überhaupt von der Hausratversicherung erstattet", fügt Lauble hinzu.
Wenn sich Autoknacker an einem Fahrzeug zu schaffen machen, ist es wichtig, schnell die Polizei zu verständigen, die daraufhin die Strafverfolgung aufnehmen kann:
  • "Anzeige zu erstatten ist das Wichtigste in solch einem Fall, selbst wenn die Täter schon über alle Berge zu sein scheinen", rät Laura Riske, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums in Freiburg.
  • Wenn man die Täter auf frischer Tat ertappen sollte – so wie es dem Fahrer eines Kleinbusses auf dem Park&Ride Platz in Titisee diesen November erging – dann kann laut Polizei jeder sein Festnahmerecht geltend machen. "Das ist aber immer mit einem Risiko verbunden und sollte besser vermieden werden", warnt Uwe Kaiser. Es ist hingegen ratsamer – wenn es die Situation zulässt – zu versuchen, ein Beweisfoto zu machen. Was man aber auch in diesem Falle nie vergessen sollte: So schnell wie möglich die Polizei rufen. So hat man die besten Chancen die Täter zu fassen, ohne selbst ein Risiko eingehen zu müssen.
  • Sollte man Zeuge eines Autoaufbruchs werden, bittet das Polizeirevier in Titisee-Neustadt darum, sich unter der Rufnummer Tel. 07651/9336-0 zu melden.